Samstag, 23. Juli 2011

Endlich Pommes!


Spa, Belgien FHR-Cuprennen / Zweiter Platz vor Bellersheim / Die Eau Rouge geht “voll”


Auf geht’s, zum Zweiten Mal ins Land der Pommes. Ziel ist Spa Francorchamps in Belgien. Dort findet das dritte Rennen zum FHR Langstrecken Cup statt. Donnerstagmittag fahre ich los - wie immer über Köln um „Anne“ den Wagen und Ersatzteile abzuholen. Hans wartete auch schon über eine Stunde an der Halle auf mich, als ich mich endlich durch die vielen verkehrsberuhigten Zonen, die man im Amtsdeutsche "Autobahnen" nennt, gekämpft habe. Egal! Noch schnell "Anne" getankt und los geht’s.

Nach zwei Stunden Fahrt kommen wir in Spa an.
Von der Autobahn konnte man schon einen Teil der Rennstrecke in dem bergigen Land erkennen.[Nicht zu verwechseln mit dem bergischen Land zwischen Remscheid und Wuppertal, wo das Zone-30-Schild erfunden wurde.] Für die Landschaft gibt es schon mal ne Eins Plus mit Sternchen. Der landschaftlichen Schönheit zum trotz warten im Fahrerlager Probleme auf uns.  Kein Platz mehr, und das am Donnerstag!  Nach langen Suchen und Diskutieren, haben wir einfach vor einer Imbissbude, die eh nicht aufgemacht wurde, Tische und Bänke an die Seite geräumt und uns breit gemacht. Dank dem Autohaus Müller aus Bergisch Gladbach, die uns einen Transporter bereitgestellt haben, hatten wir auch keine Platzprobleme, weder beim Transport noch bei den Übernachtungen. Hab ich schon erwähnt, dass wir direkten Blick auf die "Eau Rouge" hatten?! Das entschädigt doch ziemlich für den steigenden Blutdruck, wenn  man um einen Lagerplatz kämpft. Als wir  dann endlich alles aufgebaut hatten, war es schon fast 22 Uhr und es gab hier nix mehr zu kauen. In Belgien gehen die Uhren wohl anders. Während ich hier bis 22 Uhr in den WEZ fahren kann, um die müden und entnervten Gesichter der Mitarbeiter zu sehen,  legen die Belgier einen weitaus entspannteren Lebensstil an den Tag. Jedenfalls was den Ladenschluss angeht.


Bevor wir nun verhungern oder so abmagern, das wir zusätzliches Gewicht in den Rennwagen packen müssten, um nicht abzuheben, hat sich der Markus von der FHR bereit erklärt, uns noch kurz nach Spa zu fahren, um noch schnell ne Pizza zu holen. Hat auch gerade so geklappt bevor die Schranken zum Fahrerlager geschlossen wurden. Lecker wars im Übrigen auch! Danke nochmal Markus!

Freitags Freude!
Am Freitagmorgen sind wir dann gleich zur technischen Abnahme und haben uns für das Freie Training angemeldet. Hans schlägt vor ein paar Proberunden zu drehen, da er zum letzten Mal in den 70ern in Spa gefahren ist. Das passt mir ganz gut in den Kram - ich bin noch nie da gefahren. Hans dreht als erstes zwei Runden und dann bin ich dran. Auch ich schaffe nur zwei Runden, dann ist das Training schon vorbei. Okay, 60 Öcken für 4 Runden ist auch kein Schnäppchen - Der Belgier an sich muss also ein Dagobert sein. Naja egal, wir nehmen es so hin. Wenn man einmal mit dem Geld ausgeben angefangen hat, kann man nur schwer wieder damit aufhören. Auch wenn man es einem Erpel ohne Hose aber mit Zylinder in den Schnabel schmeißt. Jetzt ist es soweit. Wir wollen Pommes! Die Pommes, die ich in Zolder vergaß zu essen, die Pommes aus dem Heimatland der Pommes eben. Die besten der Welt! Wofür ist Belgien denn sonst noch bekannt. - Irgendwer hat gerade Jean-Claude Van Damme gerufen! Ich bitte euch! Der Kerl ist doch fad. Das hoffe ich von den Pommes nicht. Ich bestelle endlich und die Pommesfachkraft hinterm Tresen fragt: "Welche Sauce?" Außer Majo gibt es noch vier (4) andere."Hm, „…egal, such du aus!“, sag ich zu ihr und werde um fünf Euronen ärmer. Hätte ich mir auch vorher denken können aber da bin ich den Verschwendibus schon gefahren. Nichtsdestotrotz, die Pommes sind schon lecker aber die Sauce, was immer es auch war, sehr fettig.  


Dann hält die Pommes wenigstens bis zum Abend vor. Perfekt - solange ich nicht krank davon werde. Ich bewaffne mich mit Kamera und Regenjacke um die Strecke zu erkunden. Fast 3 1/2 Stunden brauche ich dafür. Ganz schön weit zu Fuß aber es hat sich gelohnt. Jetzt kenne ich den Streckenverlauf wenigsten, denn im Freien Training wusste ich nicht was kommt: Rechts oder Links, Eng oder Nicht, Bergan oder ab .So ist es mit den Weibern ja auch aber da kannste dir den Streckenverlauf nicht so einfach einprägen, ganz egal wie oft du da zu Fuß drumzuläufst.

Während Hans und ich auf Wolfgang und das Grillfleisch warten, bin ich noch durchs Fahrerlager gegangen und bei Mustangfahrer Bernd am WoMo hängen geblieben. Sein Sohn Korben (fast 5) stand davor mit dicker Lippe, schrammen im Gesicht und Tränen in den Augen. Was war passiert? Korben hatte versucht mit seinem Bobby Car die Eau Rouge runter zu fahren und sich dabei mächtig überschlagen und mit dem Gesicht gebremst. Aua aua! Was Korben aber nicht davon abhielt am nächsten Tag wieder aufs Bobby Car zu steigen (siehe Fotos). Für mich persönlich der Held des Wochenendes! Wer kann schon von sich behaupten  im Alter von fast 5 Jahren in der Eau Rouge seinen ersten Unfall mit dem Wagen gehabt zu haben. Besser kann doch eine Rennfahrerkarriere nicht beginnen.

Als Wolfgang dann mit dem Essen kam, gab es endlich was auf die Gabel. Beim Fleisch hat er wirklich nicht gegeizt. Es gab Steaks, die bis zu 878 Gramm schwer waren. Wahnsinn: Steak auf den Grill. Grill voll! Und solche großen Stücke haben Hans und Wolfgang tatsächlich alleine gegessen. Ich hielt mich da eher an kleinere Stücke und Wurst. Schließlich kleidete ja noch die Pommes-Sauce meine Magenwand aus.
Danach bin ich dann noch bei Berthold und seinen Kumpels eingekehrt. Dort habe ich dann einen echten internationalen Star getroffen:


Rod Stewart!
Ich musste wirklich dreimal hingucken bevor ich merkte, dass das Michael Bockmühl war, der einen grünen 2002 um die Strecke scheucht. Überzeugt euch auf den Bilden: Die Ähnlichkeit ist wirklich unverkennbar. Ich bin dort aber nicht lange geblieben, da ich Bex noch ins Fahrerlager lotsen musst. Der hatte nämlich so jeden Stau in Deutschland mitgenommen.

 [Arne übernimmt die Tastatur]
Was ja nicht weiter verwunderlich ist. Mit dem asthmatisch wurstärmlichen 190er, kann man ja auch nicht entkommen. Irgendwann klingelt nochmal während der Fahrt der Vorwerk-Vertreter. Selbst der gute alte "Kobold" hat mehr Leistung als die grützige Wanderdüne. Gut, dass Benz-Fahrer so eine ruhige Heilige-Drei-Königs-Mentalität haben: "Wir folgen dem Stern -- ohne Ambitionen ihn jemals einzuholen. Ich gebe zu, dass das schon schwer ist, wenn er vorne auf der Haube festgeschraubt ist aber der sportlich angehauchte Fahrer würde es zumindest versuchen. Die fahren aber auch in aller Regel keinen Benz. Wer an dieser Stelle nun an einen erzhässlichen aufgepumpten Evo denkt, der darf sich gerne Mal mit mir unterhalten. Ich erzähle demjenigen dann gerne mal ein paar liebreizende Takte zum Thema "Schöne Schnelle Autos und wie wenig das mit Benz oder VW zu tun hat". Meine Güte, ich stelle ja jetzt erst fest, wie sehr ich Mercedes-Benz hasse. Und ich dachte vorher, dass mich ein so starker Brechreiz nur bei VW überkommt. Man lernt ja immer noch gerne Sachen über sich selbst.

[Christian ist wieder dran]
 Als Bex dann endlich da war,  gab es  noch ein paar Bier und das wars dann schon wieder mit dem Freitag.


Samstags
Seefahrt!
Am nächsten Morgen habe ich dann von Bocki und seinem Kumpel Schröder erfahren, dass die Beiden in der Nacht noch versucht haben die Eau Rouge mit ner Honda Monkey zu erklimmen. Fast oben angekommen hat die Monkey die Beiden dann beim runterschalten in der ersten Gang abgeworfen. Geht also doch nicht „voll“! Oder vielleicht doch, denn zu noch späterer Stunde haben Bocki und Schröder die Eau Rouge noch mal zu Fuß in Angriff genommen. Wer zuerst oben ist. Bocki hat gewonnen, musste oben aber auch erst mal ein wenig pausieren…!

Während denen noch die letzte Nacht in den Knochen steckte, haben wir uns auf das erste Training vorbereitet. Dieses Mal haben wir den Reifendruck auch angepasst. Im freien Training hatten wir nämlich noch satte 2,5 Bar auf den Pneus. … Alzheimer und so…! Hans ist dann die ersten Runden gefahren während Wolfgang den Rest fuhr. Ich zog es vor das zweite Training zu fahren um nicht, durch viele Fahrerwechsel noch mehr Zeit zu verlieren. Unsere Rundenzeit lag knapp hinter Team Bellersheim.

Da es tagsüber etwas geregnet hat, bin ich dann, zum ersten Mal mit Regenreifen ins 2. Training gestartet. Da im Nassen eh keine guten Zeiten zu erwarten waren, bin ich dann bloß ein paar Runden zum Reifen, Strecke und Nassfahrverhalten kennen lernen gefahren. Echt unglaublich wie viel Grip Regenreifen aufbauen können. Hatte ich vorher nicht gedacht, da das Profil schon so aussah, als wäre es aus den 60ern.  Zufrieden und mit zentner schweren Steaks vom Grill und etwas Bier geht es in die Nacht. Bex und ich kehren im Düstern auch noch mal bei Bocki und seinen Kumpel Ulli ein und hören uns Motorsportgeschichten von einem „alten Hasen“  an.  Echt coole Stories bei. Aber um halb zwei geht’s dann ins Bett. Bocki hat ja um 11:30 Uhr schon ins Rennen.


Sonntags Sause!
Um kurz vor neun ist die Nacht dann auch schon zu Ende, da die ersten Fahrer ihre Boliden haben warm laufen lassen. Wir gehen Frühstücken. Mit Blick auf die Eau Rouge selbstverständlich, um uns gestärkt auf das Rennen vorzubereiten. Wir „ versuchen“ den Spritverbrauch und damit die benötigte Menge Nektar fürs Rennen zu errechnen. Aber irgendwie scheint der Wurm drin zu sein. Ein kleiner Rechenfehler bringt uns durcheinander und somit werden wir beim Fahrerwechsel zu viel nachtanken. Aber lieber zu viel wie zu wenig. Das haben schon die alten Chinesen gewusst, die uns jetzt zahlenmäßig weit überlegen sind. Gottlob haben sie vom Handwerk keine Ahnung, sonst müssten wir uns echt warm anziehen.

Auf geht’s zum Vorstart. Wir stehen direkt hinter Hauptkonkurrent Bellersheim. Wir entscheiden, dass Wolfgang den Start fahren wird. Ein Blick auf den Drehzahlmesser verrät, dass Teamchef Hans uns 8000 U/min erlaubt. Also „vulle Kartuffel“ . Welch Freude, denn in Verbindung mit der neuen 4,11er Hinterachse und der neuen Sperre, wird es viel Spaß machen. Obwohl es mittlerweile abgetrocknet ist, wird das Rennen als "Wet Race" aus der Boxengasse gestartet.

Das Rennen beginnt und „Wolli“ liegt ca. zwei Runden hinter Bellersheim, überholt sie und noch drei andere Fahrzeuge aber mit einem spektakulärem Überholmanöver. Dank Onboard- Kamera könnt ihr es in der Video-Galerie miterleben. Team Bellersheim gibt daraufhin mehr Gas, hängt sich an Wolli, um ihn dann zu überholen und ein paar Sekunden Vorsprung heraus zu fahren. Nach ca. einer Stunde kommt Bellerheim abrt rein, stoppt kurz an der Box und fährt ohne Tanken oder Fahrerwechsel weiter. Hinterher erfuhren wir, dass sie eine Zeitstrafe wegen mehrmaligem Fahren mit allen vier Rädern auf den Curbs absitzen mussten.


Nach dem Reglement haben sie durch diese Manöver die Strecke verlassen und das ist nun mal verboten. Von da an waren wir wieder vorne. Also, alles richtig gemacht Wolfgang! Nach anderthalb Stunden bekam Wolfgang dann das Zeichen zum wechseln. Fuhr dann den zweiten Turn, wobei sich unsere Platzierung nicht änderte. Ich durfte dann den Rest des Rennens ans Steuer.

Nachdem  Bex, Andre S., Hans und Wolli getankt und alles geprüft hatten, konnte ich endlich los. Yeeehaw!!! Ich fahre los, alles  super,  Wagen läuft wie sau und Grip ist auch reichlich vorhanden. Ich versuche es nicht zu übertreiben aber dennoch zügig um den Kurs zu kommen. Bellersheim sitzt uns ja trotzdem noch im Nacken. Bei der ersten Eau Rouge Durchfahrt nehme ich noch früh Gas weg, bei der zweiten aber viel später und schon muss auch ich mit allen 4 Rädern über die Curbs. Einmal macht wohl nix, aber wenn das 3-4Mmal passiert, ergeht es uns wie Bellersheim. Also etwas ruhiger und ich finde schnell meinen Rhythmus. Jede Runde versuche ich schneller zu werden und eine bessere Spur zu finden. Zwei kleine Rutscher und ein paar Mal etwas weit auf auf die Curbs, sonst läuft alles super. Irgendwann schwenken die Streckenposten gelbe Flaggen vor der Eau Rouge. Team Bellersheim hatte sich rausgedreht. Für sie war das Rennen gelaufen. So konnte ich dann ohne Druck  das Rennen in Ruhe zu Ende fahren.

Kurz vor Schluss sehe ich den Marschall schon mit der Zielflagge in der Hand. Eine Runde habe ich noch. Die gebe ich noch mal richtig Gas. Noch einmal gucken was wirklich geht ohne dabei zu übertreiben. Es wurde unsere beste Zeit vom Wochenende. *jubel*

Im Fahrerlager wurde ich dann schon von einem zufriedenen Hans empfangen.“ Habt ihr jut jemacht!“

Vielen Dank dafür!



 Wir packen noch schnell zusammen um dann bei der Siegerehrung unsere Pokale für den 2.Platz zu holen.
Konkurrent Backes mit seinem überlegenem NSU TT hatte locker mit 4 Runden Vorsprung den ersten Platz nach Hause gefahren.

Bex und ich fahren dann zusammen direkt Richtung Heimat, denn Anne kommt mit zum Hollo. Von da ist es nicht so weit bis zum nächsten Rennen nach Assen.

[ck]







Donnerstag, 30. Juni 2011

Besser spät als nie!


Stockcar in Bramsche / Möhle beim Fischereihafenrennen / 24h Nordschleife /Motorblog-Blues
und mehr 



Ein Novuum an dieser Stelle - nicht der Erotikfachmarkt - : Die Audio-Version für Sehgeschädigte:

Bei allen, die sich schon gefragt haben, ob wir keine Sachen mehr erleben und nur noch faul und gefräßig zu Hause sitzen,  möchten wir uns entschuldigen! Wir saßen natürlich nicht faul und gefräßig zuhause, sondern faul und durstig. Das ist ein Unterschied von mindestens vier Bieren. Wir haben natürlich auch in der Zwischenzeit viel motorgesportet, da war das Mofarennen in Bohnhorst zu dem Christian noch einen großartigen Bericht schreibt, da war das Fischereihafenrennen in Bremerhaven, bei dem Möhle phänomenal den 2-Takter durch die Kurven schmiss und natürlich noch das StockCar-Rennen von Bramsche in dem Benni und Marcel die Konkurrenz ärgerten. Warum wir das alles erst jetzt nachliefern und euch so lange mit dem alten -aber unglaublich guten Material allein gelassen haben, ist schnell und einfach erklärt:
Das Portjuchhe war leer und wir mussten erst mal wieder Bares einnehmen, um diesen ganzen Jokus hier zu finanzieren. Also Freunde, wenn ihr euch als Sponsoren betätigen möchtet oder jemanden kennt, der jemanden kennt, dessen Schwippschwager gern mal Sponsor einer vielversprechenden Rennfahrer-Persönlichkeit werden möchte: Wir haben noch reichlich Werbeflächen auf den Autos, Mopeds, Helmen und Rennoveralls. Natürlich auch auf dem Blog, den im Internet liegt die Zukunft. Wartets ab, die jungen Hüpfen werden irgendwann ihren Verstand in die "Cloud" hochladen und dann fährt eh keiner mehr irgendwelche Real-Life-Rennen. Erschreckend! Aber seit beruhigt, wenns soweit ist, werden die einzigen "Clouds", die uns Freude machen noch immer  aus unseren Auspüffen kommen. Man kanns eh drehn und wenden wie man will: Mitm iPhone kriegste aufm Hollo eh keinen Empfang.
Bramscher Schlammschlacht

Am 19.06.fand das erste StockCar-Rennen der Saison in Bramsche statt. Marcel startete für die RG Bohnhorst und Benni für sein eigenes Granada Racing Team. Nach einem wirklich guten Rennen bei dem beide eine absolut überzeugende Vorstellung ihres Könnens abgeliefert haben, kam es bei der Punktevergabe zu Ungereimtheiten. Nach unserer -und der Zählung von unabhängigen Beobachtern- hätte Benni den ersten und Marcel den zweiten Platz belegen müssen. Das sah man in Bramsche leider nicht so und so wurde Benni am Ende Zweiter und Marcel Dritter. Ich scheiße hier natürlich findlingdicke Korinthen, wenn ich einen Zweiten und dritten Platz moniere. Auf gar keinen Fall soll das hier so klingen, als hätten die Bramscher einen Fehler gemacht oder sonst irgendeinen Schmuh! Ein Rennen ist ein Rennen und am Ende bestimmt die Rennleitung nach dem Reglement, wer Sieger ist und wer nicht! Als Journalist ist es nur meine Aufgabe, so etwas zu erwähnen. Ließe man es nämlich unter den Tisch fallen und würde darüber schweigen, könnten wir auch Gaddafi dem alten Ledergesicht, politische Asyl gewähren. Als Erntehelfer aufm Erdbeerfeld, vielleicht. 
Was macht es schon aus auf dem Siegertreppchen ganz oben zu stehen? Früher gabs dafür wenigstens noch einen Kranz mit Bändchen, der mehr an einen Kondolenzgestrüpp aufm Friedhof erinnerte. Das ist gar nicht so abwegig. Zumindest heutzutage. Wie wir alle wissen hat Grünzeug EHEC und EHEC macht roten Stuhl. Dann kann man auch gleich in einem Baumarkt arbeiten. XXL Lutz. Und an Lutz ist, wie wir alle wissen, nur der Fuhrpark XXL. Also ist das auch alles Augenwischerei und Gewinnen unter solchen Umständen nicht wirklich erstrebenswert. Außerdem klingt EHEC mehr wie eine neue digitale Spielerei eines Japo-Herstellers: "Das neue EHEC pustet ihr Abgassystem mal so richtig durch." - Man sollte eigentlich keine Witze über üble Sachen machen und wir von gt-motorblog.de verwehren uns auch dieser Stufe von Fäkalhumor aber an dieser Stelle kann man auch mal getrost drauf Scheißen.  Soll man jetzt also das Gewinnen lieber von vornherein sein lassen? Teufel, nein! Denn wenn man wie Benni und Marcel tage- und nächtelang an den Boliden gewerkelt hat, dann ist das ja wohl das mindeste, um einen für die körperlichen und seelischen Anstrengungen zu entschädigen! Umso ärgerlicher ist es dann, wenn sich die Veranstalter beim Zählen der Punkte uneinig sind und man trotz eines tollen Rennens eben nicht den ersten oder zweiten Platz belegt. Gottlob ist StockCar kein Arschloch-Sport und die Atmosphäre zwischen den Fahrern größtenteils familiär. So  gönnt man den Kumpels auch jederzeit den Sieg und ärgert sich nur im ersten Moment über die verpasste Platzierung. Das bedeutet aber nicht, dass man zum nächsten Rennen seinen Biss verliert und erst gar nicht mehr richtig angreift. Das nächste Rennen kommt und dann geht's natürlich wieder um die Wurst. Roter Stuhl hin oder her. 


Gewinnen! —
Das für und wider

Ich habe schon in anderen Blogeinträgen über die Nichtigkeit des Gewinnens sinniert und gesagt, dass es nicht darauf ankommt. Und doch, es kommt darauf an. Was hätte denn Sport sonst für einen Sinn. Allerdings sind solche Durchhalteparolen wie : "Dabei sein ist alles" auch durchaus berechtigt, wenn es eben mal nicht so gut läuft. Wir bewegen uns quasi gerade auf der tiefenpsychologischen Ebene des Motorsportlers an sich. Wenn man alles für einen Sieg getan hat, den Wagen zauberhaft aufgestellt und im Rennen alles gegeben, ist man natürlich ungehalten, wenn es wegen Nichtigkeiten nichts mit dem ersten Platz geworden ist. Der Sieger ist dann zwangsläufig der Buhmann. Das ist das selbe Ding, wie mit Menschen, die vermeintlich schöner als man selbst sind. Unausweichlich hält man diese dann, ungeachtet ihrer vielleicht positiven Charaktereigenschaften, für Lutscher. Cuppa Chups als rote Zungenmaler mit einem Kaugummi in der Mitte. Das volle Brett an Süßheit.
 
2-Takte für ein Halleluja
Süß -obwohl das totsicher das falsche Wort an dieser Stelle ist- war auch Möhle, der im ersten Rennen auf dem Fischereihafenrennen in Bremerhaven über Pfingsten sensationell den zweiten Platz belegte. Dabei war bis wenige Tage vor dem Rennen nicht mal sicher, ob die Suzuki RGV wirklich rechtzeitig fertig werden würde. Von intensivem Training und Vorbereitung konnte also keine Rede sein. Dann auch noch ein Sturz im Freitags-Training, weil eine unmakierte Öllache Möhles Linie kreuzte und ihm neben Schrammen in der teuren Rennverkleidung auch noch einen Aua-Daumen einbrachte.  Alles in allem also keine wirklich optimalen Voraussetzungen für den Mann auf dem weißen 2-Takt-Hobel. Umso überraschender war dann das erste Rennen am Samstag. Von Platz drei ging Möhle auf die Piste, wehrte die Angriffe der Konkurrenz gekonnt ab, verjuchterte seinen Vordermann und ging als Zweiter über die Ziellinie. Silber, das sich anfühlte wie Gold und den unumstößlichen Beweis lieferte, dass nicht nur durchtrainierte Bubis auf die Rennstrecke gehören, sonder auch thekengestählte Kerle, die echtes Talent haben. Ein Nagel im Kopp scheint hingegen auch nicht zu schaden!  Dass es im zweiten Rennen dann nicht mehr ganz optimal lief, kann man auch sehr gut nachvollziehen. Adrenalin, dass einen fokussiert und wachsam hält, als wäre ein blutrünstiger Luchs hinter einem her, kann auch weggefreut werden. Und natürlich war die Freude über den zweiten Platz groß.  Von Platz drei fiel Möhle auf den fünften Platz zurück, fightete um jeden Millimeter Piste und konnte doch am Ende "nur" den sechsten Platz ins Ziel bringen. Seis drum! Den Pokal für den zweiten Platz im ersten Rennen nimmt er mit nach Hause! Da kann man auch getrost mal den schmerzenden Daumen hochrecken und das zweite Rennen als Auslaufrunde betrachten, um schnodderige Ölrückstände aus den Zweitaktflöten zu blassen.
Was ist sonst noch so passiert?
24h-Rennen
Christian war mit einigen Haudegen zum 24-Stunden-Rennen an die Nordschleife gereist. Teamchef Hans hatte Karten besorgt und sowas lässt man sich ja dann nicht entgehen. Als Zuschauer muss man dann eben das Beste daraus machen. Das Beste sind auch in dem Fall die drei großen Bs: Bier, Bacardi und Bratwurts! Dazwischen immer mal wieder Boliden gucken. Ein ganz normales Wochenende in der Eiffel eben. Oder in diesem Fall Bier, Bacardi, Bratwurst und Motorspiele. Unterm Strich soll es eine großartige Veranstaltung gewesen sein, die nicht nur viel Spaß gemacht, sondern Otto nun endlich vollends mit dem Drift-Virus infiziert hat. Bilder und Videos dazu findet ihr freilich auch hier. Dabei hätte zumindest Muskelbärchen dort durchaus produktiv sein können. Als zertifizierte Streckenposten Fahnen schwenken und das Sicherheitsbärchen machen. Aber wer denkt schon an Arbeit, wenn er Brot und Motorspiele hat.




Pony Slaystation
Das Computerzeitalter -damit meine ich  Zonies Gran Tourismo 5- hat Maaslingen erreicht. Kocher hat es endlich geschafft einen Rennsitz nebst verstellbarem Lenkrad und Schaltung für das geplante 24-Stunden-Norschleifen-Rennen zu bauen. Ich weiß, jetzt werden wir albern und vergnügen uns mit Kinderspielzeug. Aber hey, wenn wir mit 20 Mann in echten Karren über die Nordschleife ballern würden und das 24 Stunden lang, dauerte es wahrscheinlich keine ganze Runde, bis der erste weint und ein weiter Granada in Trümmern liegt. Also ziehen wir lieber die Sicherheit von Kochers Halle, Midos Beamer und Dökels Playstation 3 vor. Das ist sicherer und wenigstens kann man dann auch mal 5 Würste essen und adäquat auf den Lokus. Wer jetzt aber eine wilde Party vermutet, der irrt: Selbst im virtuellen legen wir Wert auf einen fairen Wettkampf. Wer fährt, trinkt nicht. Deshalb fahre ich nicht. In kürze werden wir hier eine Teamliste nebst Reglement veröffentlichen. Es sind noch Fahrerplätze frei. Wer Bock hat kann sich also einfach anmelden, um sich mit waschechten Motorsporthelden messen. ----- Röhrl hat leider abgesagt ------- also müssen wir auch reichen!
Sport 1
Zu guter Letzt noch ein besonderer Dank an Sport1! Nicht nur für die zahllosen Nachtstunden voller gratis Tittenfilmchen, sondern auch für die Nutzungsrechte an der Bike -Das Polo Motorradmagazin- Sondersendung über das 12-Stunden Mofarennen von Bohnhorst. Ihr habt nun exklusiv auf gt-motorblog.de die Möglichkeit hautnah am Rennen aus der Sicht von Tim Schrick und Katja Pönsgen teilzunehmen! Viel Spaß dabei und vielen Dank Sport1! 
Leider sind mittlerweile die Nutzungsrechte abgelaufen.
 Deswegen präsentieren wir an dieser Stelle Bilder aus unserem Fundus:
(Warum es keinen Bericht gibt, kann ich jetzt nicht mehr sagen. Möglich, dass Christian arbeiten musste oder es mit einem anderen Termin Überlagerungen gab. Von den andern schreibt keiner was. Sie haben keinen Anspruch, der Nachwelt etwas zu hinterlassen. Und am Ausdruck mangelt es ihnen auch - von der allgemeinen EInstellung über den Blog will ich gar nicht erst reden.)








Motorblog Blues
Der MotorblogBlues entstand aus einer Bierlaune heraus und ist besoffen eingesungen und geschrieben worden. Vielen Dank an dieser Stelle an RocknRolf Krohne für das Arrangement und die Instrumentierung.

Motorblog Blues
1.
Ihr könnt es drehn und auch wenden
Wir wollen niemals wie ihr enden
Mit nem VW oder Mercedes Benz
Mit nem Vierzylinder der in der Sonne glänzt
Wir wollen nur eins: Hubraum satt
Mit nem V im Block oder auch in Reihe
Sprecht ihr ruhig von Umweltschutz
Es gibt immer einen der eure Umwelt verschmutzt
Wir wollen doch nur aufs Gas treten
Mit herrlichem Lärm eure Köpfe erröten
Mischt Unkraut ruhig in unser Benzin
Wir werden trotzdem unsre Runden ziehn

Refrain
Motorblog Blues
When you`ve nothing left to lose then to hit the gas

2.
Ihr könnt ruhig noch mehr Gesetze erlassen
Ich und die Jungs werdens niemals lassen
Die alten Schätze auf die Straße zu bringen
Denn mit dem Asphalt da werden wir singen
Das Lied von Opel, BMW und Ford
Wenn wir nicht mehr hier sind, dann sind wir bald dort
Wo ein Mensch noch ein Fahrer ist
Und nicht Passagier den der Computer einmist
Mein Herz schlägt schneller denk ich daran
Eure Straßenbahn ist schon längst abgefahrn
Ich wird niemals müde euch zu sagen
Kauft euch doch mal nen dicken Wagen

Refrain
Motorblog Blues
When you`ve nothing left to lose then to hit the gas

Bridge
Rockin´ Rolf Krohne! Play it like V8!

3.
Ich bin ehrlich ich bin nicht katholisch
Ich seh das ganze mehr alkoholisch
Doch eins ist sicher gute Kinder
Der liebe Gott fährt Sechszylinder
Himmelreich liegt in Niedersachsen
Im Kalletal wo die Kurven wachsen
Von Petershagen wo die Wiegen stehn
Autos im Drift tun den Erdball drehn
Heckvoraus in die Zukunft rein
Es ist schön am Leben zu sein

Refrain



Kochers Bewerbung für die TV Total StockCar Crash Challenge
Und hier die Rohfassung für Kochers TVTotal-Bewerbung. Wir stellten erst sehr spät am Abend fest, dass die Bewerbungsfrist schon Monate zuvor abgelaufen war...


Speedway und Mofarennen beim SC Neuenknick


Außerdem ist in der Zwischenzeit viel beim SC Neuenknick passiert!
Überzeugt euch selbst:




 [ab]

Samstag, 21. Mai 2011

Auf ins Land der Pommes !!!

Zolder, Belgien Zweiter Platz in der Klasse bis 1300ccm / Gesamtrang 22 von 50




Das 2. Rennen der Saison steht jetzt auf dem Plan. Circuit Zolder im benachbarten  Belgien ist unser Ziel. Da Teamchef Hans zu diesem Zeitpunkt im Urlaub ist, bittet er seinen  Freund Wolfgang Sommer einzuspringen. Wolfgang ist -genau wie Hans- ein alter „Hase“ im Motorsport und kennt sich bestens auf Rundstrecken und so mancher Rally aus. Einige Tage vor dem Renntermin treffe ich Wolfgang mal auf nen Kaffee um ihn kennenzulernen und das Rennwochenende zu planen. Wir verstehen uns gut, sind sozusagen auf der selben Wellenlänge und freuen uns auf das bevorstehende Rennen. Es kann also los gehen!


Auf, Auf nach Belgien
Ich fahre am Freitag früh los. Mit Ducato und Trailer erst mal nach Köln um das Material zu holen. Da Wolfgang auch mit WoMo und  Hänger fährt, brauche ich nur „Anne“ den Rennwagen und ein paar Stühle mitnehmen. Die restlichen Teile hat Wolfgang am Tag zuvor schon in sein Vehikel geladen. Um ca. 11 Uhr bin ich dann vor Ort. Wir haben schnell alles verladen und ich kann mich schon mal auf den Weg nach Zolder machen. Wolfgang hat noch einen wichtigen Geschäftstermin und kommt dann am späten Nachmittag nach. Da sich mein Navi  bloß in Deutschland auskennt, gibt Wolfgang mir einen Straßenatlas mit. Also muss ich navigieren wie in der guten alten Zeit, was aber kein Problem ist und nach gut 1,5 Stunden Fahrt, fahre ich unter einen Schild durch auf dem steht: „Welcome in Zolder“.  Super, ich bin da! Welch Freude!

Kein Grund zu zoldern
Am Welcome Center muss ich mich erst mal anmelden und mir einen Passierschein für mein Fahrzeug holen. Die Herrschaften sind gut vorbereitet und alles läuft problemlos und zügig ab. Außerdem sage ich denen, dass mein Kollege Sommer noch nach kommt. Da meint der eine mit einem Blick aus dem Fenster: “…ich bin mir nicht sicher ob der Sommer noch kommt…“.  Aahhh, gut drauf auch noch! Ich fahre also direkt ins Fahrerlager und bekomme einen Platz gaaaanz hinten zugewiesen, fast in der letzten Ecke. Später stellte sich heraus, dass dort auch der Vorstart ist. Also doch nicht so schlecht und für die weiten Wege zur Box bringt Wolfgang ja noch ein Quad mit. Also erst mal Auto abladen und dann zur Papierabnahme. Mit Hans hatte ich das ja in Hockenheim schon gemacht. Alles ging schnell und so konnte ich mich dann auch gleich mit dem Wagen in Richtung Technische Abnahme machen. Keine 5 m gefahren schnappte die Benzinpumpe schon nach Luft.... Das gibt es doch nicht dachte ich. Dabei hatte ich doch mal was von einer Hand breit Sprit im Tank gelesen. Egal, bis zur Abnahme und zurück wird es schon reichen. Nach ein bisschen warten komme ich dann auch dran und der Abnahmekommissar hat, außer einem fest sitzenden Notaus, nix zu bemängeln. Na gut, dann habe ich ja wenigstens noch etwas zu tun bis Wolfgang kommt und mache es wieder gängig.
Durch viele Staus gekämpft kommt Wolfgang später als gedacht und wir fangen an unser Camp einzurichten. Also, Flasche Bier auf und dann ran an den neuen Pavillon den Wolfgang gekauft hat. Die Eckdaten verheißen keine leichte Montage: Grundfläche 5x10m, eine Durchfahrtshöhe von 2,60m und das mit zwei Mann. Wahnsinn!!!

Nach langem tüddeln,  mit Kopfschmerzen, zwischendurch Grillen und Hilfe von unseren Nachbarn, haben wir den Pavillon -mit Dach aber ohne Wände- bei Einbruch der Dunkelheit stehen. Endlich kann ich mich hinlegen und schlafen, denn meine Kopfschmerzen  sind nicht mehr auszuhalten.
Streckenkontrolle
Am nächsten Tag bin ich wieder top fit und wir bereiten "Anne" für das erste Training vor. Reifendruck anpassen und alle Flüssigkeiten checken. Ein schnelles Frühstück ist auch noch drin, dann müssen wir uns aber fertig machen. Rennklamotten an und zum Vorstart. Ich fahre als erster und Wolfgang übernimmt dann die zweiten 15 Minuten. Da ich die Strecke nur von Youtube-Onboard-Videos kenne, fahre ich erst mal vorsichtig, fühle mich aber schon nach zwei Runden sicher und werde schneller. Bis plötzlich ein vor mir fahrender Fiat 850 am Anfang der Gegengeraden mit einer starken Rauchwolke und Stichflamme eine schöne Ölspur auf die rechte Fahrbahnseite legt. Schnelle Runden sind jetzt nicht mehr möglich, da man normalerweis die erste Schikane von rechts anfahren muss, da wo nun das Öl liegt. Also drehe ich nur ein paar Runden zum Strecke kennen zu lernen und fahre nach 15 Min zum Fahrerwechsel raus. Wolfgang übernimmt und fährt seine Runden ohne Probleme.
Wir blasen zum Angriff
Unsere beste Zeit 2.11min!
Ich nutze die Pause bis zum 2. Training um die Strecke zu Fuß zu erkunden und mache dabei mit der Kamera ein paar Aufnahmen von den anderen Rennserien, die gerade auf der Strecke unterwegs sind. Die Rennstrecke ist gar nicht so groß, wie ich erst dachte. Man kommt schnell fast überall hin. Dann machen wir "Anne" für das zweite Training klar. Wir senken den Reifendruck noch etwas um mehr Grip zu haben. Dieses Mal fährt Wolfgang zuerst und ich warte in der Boxengasse auf meinen Einsatz. Als ich dann in den Wagen steige meint Wolfgang, dass alles gut laufe, ich solle nur wegen eines liegengebliebenen Wagens aufpassen. Da könnte Öl auf der Strecke sein. Ok, ich passe auf, es sieht aber alles gut aus und ich gebe Gas. Der Wagen fühlt sich viel besser als beim ersten Turn an. Super Grip in den Kurven und es gab  keine Behinderungen. Ich lege ein paar schnelle Runden hinund fahre am Ende mit einem breiten Grinsen zurück ins Fahrerlager. Ich schätze, dass ich bestimmt 3-4 sec schneller war als im ersten Turn. Die Trainingszeiten zeigen aber was anderes. 2,10min! Nur eine Sekunde schneller. Verdammt, aber die Uhr lügt nicht. Immerhin sind wir noch eine Sekunde schneller als Hauptkonkurrent Team Bellersheim, die in der Startaufstellung trotzdem direkt neben uns stehen. Dennoch sind wir zufrieden und machen uns einen gemütlichen Abend am Grill und trinken  mit unseren Nachbarn, den Sommerbergs, ein paar Drinks.
Nach einer kurzen Nacht gehe ich den  Tag ganz entspannt an und bereite mich schon mal auf meinen ersten fliegenden Start vor. Wir haben beschlossen, dass ich zuerst fahre. Vielleicht auch besser so, denn Wolfgang schlief fast bis mittags und begrüßte mich dann  mit den Worten: „Nie wieder Hörnertee!!!“  Nachdem wir uns dann vorbereitet und unsere Ersatzteile bei Team Hillebrandt-Eckert in die Box gebracht haben, habe ich mich in die Startaufstellung begeben.


Als ich dann schon leicht nervös im Auto sitze und auf den Start warte, kommen zwei Männer an und gucken unter mein Auto.  Ich frage was los sei, aber Sie sagen nur, nix wildes. Dann beugt sich einer unter meinen Wagen und fischt einen Zettel hervor. Die Wechselkart! Ah ja, die ist wichtig da man im Rennen jeden Fahrerwechsel quittieren lassen muss. Kurz überlegt….wo ist eigentlich unsere!? Schnell Wolfgang anrufen…, geht nicht ran. Dann muss ich selber los, und das kurz vor dem Start. Ich komme am Ducato an, hole die Karte und drücke Sie Wolfgang in die Hand, der auch noch was geholt hat aber sein Handy nicht hörte. Jetzt schnell wieder zum Auto laufen. Alle sitzen schon in ihren Autos, schnell einsteigen, Kamera an, Anschnallen, Helm auf und Handschuhe an. Fertig! Puh, das war knapp.
The Race is on
Nach wenigen Augenblicken geht es dann auch schon los. Normalerweise in Reih und Glied bis der Start frei gegeben ist. Aber das Feld war schon weit auseinander gezogen. Da war nicht viel Ordnung. Also auch nicht viel Gedränge in der ersten Kurve.
Hatte also auch was Gutes. Super, Rennen läuft. Da wir hinten zwei neue Reifen aufgezogen haben fahre ich am Anfang etwas sinniger um die Reifen warm zu fahren, aber schon nach kurzer Zeit gebe ich mehr Gas und finde schnell meinen Rhythmus. Team Bellersheim konnte ich gleich nach dem Start hinter mir lassen, muss aber in der 2. Runde feststellen,  dass sie schon ausgefallen sind. Schade, so will ich aber auch nicht gewinnen. Muss mir also andere Gegner suchen. Das macht richtig viel Spaß und  ich konnte mich an den ein oder anderen langsam ran kämpfen und dann auch überholen. Selbst, wenn sie in höheren  Klasse fuhren. Was für ein zauberhafter Spaß!!! Nur einen aus unserer Klasse konnten wir nix entgegen bringen. Es war ein NSU TT, der leichter ist und auch mehr Leistung haben soll. Mir wurde vorher schon gesagt, dass der eh schneller ist und wir ihn einfach fahren lassen sollen. Ich finde das sollten wir mal ändern! Aber das wichtigste ist momentan, dass ich ohne Probleme meinen Turn zu Ende fahren kann bis ich von Wolfgang das Signal zum Wechseln bekomme. Ich fahre also in die Boxengasse, kurz vorher muss ich aber noch an einer Zapfsäule halten um 20 Liter Benzin nachzutanken. Zwei Marschall stehen zum Tanken bereit und einer von unserem Team, Zimbo, ein Freund von Hans, steht in  Feuerfester Kleidung und Feuerlöscher für den Ernstfall bereit. So sind in Zolder die Bestimmungen fürs Tanken. Dann darf ich zur Box fahren und mit Wolfgang die Plätze tauschen. Wir wechseln noch schnell die Trinkflasche, die Kamera bekommt eine neue Kassette und los geht’s.
Wolfgang fährt seinen Turn ohne Probleme durch, somit gibt es für Zimbo und mich nichts  zu tun und wir können uns damit den 2. Platz in unserer Klasse und den 22. In der Gesamtwertung


Einen Arbeitseinsatz hatten wir dann aber doch noch beim Team Hillebrandt-Eckert. Die Stadthäger hatten mit ihrem Mustang Kupplungsprobleme. Sie wollte nicht mehr trennen. Da aber nur Fahrzeuge in die Wertung kommen, die die Ziellinie aus eigener Kraft überqueren, haben wir den Mustang kurz vor Rennende im 2. Gang angeschoben und so konnten sie noch ein  paar  Runden drehen und in die Wertung kommen. Erinnerte mich irgendwie an Tage des Donners: „ Gebt mir den schnellsten Gang!“
Alles in allen war das ein extrem geiles Wochenende und das Rennen hat richtig viel Spaß gemacht. Allerdings waren wir im Land der Pommes Erfinder und ich habe nicht eine einzige probiert. Dabei sollen die richtig gut schmecken.
Aber das nächste Rennen ist ja in Spa, und dann aber………….
Bis dahin,
Pommesgabel!!!

[ck]




Sonntag, 1. Mai 2011

So kommt man gratis an Head & Shoulders



Hannover EDEKA-Kart-Cup / Gesamtrang 05 von 37

Nachdem ich mit der Renngemeinschaft beim Galloway Kart Cup in Essen an den Start gegangen bin, hatte ich natürlich Blut geleckt.
MEHR KART FAHREN WOLLEN!!! Und siehe da, im TV macht der Vettel Werbung für ein Shampoo und den EDEKA Kart Cup gemacht.
Shampoo hatte ich noch im Haus, da konnte Sebastian schwärmen wie er wollte, aber Kart war ich schon lang nicht mehr gefahren. Also ab ins WWW und bei der Verlosung der Startplätze mitgemacht.
Zu gewinnen gibt es für die ersten drei Plätze im Rennen  zwei Tickets fürs Formel 1 Rennen am Nürburgring mit Übernachtung. Ein guter Preis, bedenkt man die immensen Ticketkosten der Formel 1. Nach ein paar Wochen bekam ich dann doch tatsächlich eine Mail, in der man mir mitteilte, dass ich am 1. Mai  unter den 40 Startern in Hannover auf der Kart-o-Mania- Kartbahn bin.
Ja, wie geil ist das denn?!  Da war ich doch letztens erst mit Sebi und seinen Kumpels. Also kenne ich mich aus. Also ideale Voraussetzungen - dachte ich vorerst.
Zwei Tage vor dem Renntag habe ich nochmal auf der Internetseite der Kartbahn nach dem rechten gesehen und siehe da die Onboard-Kamera zeigt eine ganz neue Streckenführung. Ganz anders als letztens. Also habe ich mit das Video bestimmt 20mal angesehen, um mir den Streckenverlauf einzuprägen. Es geht nichts über eine gute Vorbereitung. Das sieht man schon in den ganzen Rocky-Filmen. Auf das Rohe-Eier-Schlürfen habe ich allerdings verzichtet.

Kart-O-Mania
01. Mai: Helm und Handschuhe einpacken und wie ein Arbeitnehmer am ersten Tag bin ich gut vorbereitet und pünktlich vor Ort. Kurz die Bahn schon mal begutachten - die Vorbereitung.
Was sehe ich, alles beim Alten. Der Kurs ist immer noch so, wie ich ihn einst befahren habe. Also muss das Video wohl recht alt sein. Das verdammte Internet hat mir beim intensiven Studium des Kurses fast die Sky-DSL-Schüssel geschmolzen, weil der Satellit soviele Daten runterpowern musste und am Ende war alles umsonst.  Egal. Ich gucke erst mal wer noch so beim Cup mitfährt. Meist so Mitte-20er, die auch noch alle leichter als ich aussehen. Das kann ja heiter werden.  Allerdings -das kann Korte bestätigen- ist Masse für einen guten Anpressdruck durch nichts zu ersetzen. Wer braucht ausgeklügelte Flügel und Aerodynamik, wenn er Kalorien hat? Zugegeben: Eine gewagte Theorie. Kurz vor dem Start kommen auch Alex und Jan an der Rennbahn an. Voll super, jetzt habe ich doch noch eine Boxencrew. Das Rennen beginnt mit den Vorläufen (15min), bei denen je Zehn Fahrer an den Start gehen. Die besten Fünf kommen ins Halbfinale (15min) und davon wiederum die besten Fünf ins Finale(18min). Vor jedem Lauf wird  die jeweilige Startaufstellung in ein paar Qualifikationsrunden ermittelt. Ganz einfach. Ich bin gleich im ersten Lauf dran und als der Rennleiter die Karts aufstellt, bin ich nur auf Startplatz Fünf. War ich so langsam oder die anderen so schnell?  Naja, is ja wie es is! Im Rennen konnte ich mich dann aber bis auf den 2. Rang vorarbeiten. Da war die Welt doch wieder in Ordnung und ich setzte mich zufrieden mit Jan und Alex an die Rennstrecke um die anderen Vorläufe am Zeitenmonitor zu verfolgen. Meine Rundenzeiten lagen so zwischen 28-29 Sekunden. Viele andere fuhren in den Vorläufen aber schon 27er Zeiten. Da dachte ich bereits Finale ade! .



Dann kann ich mich wenigstens  früher  um das Gratis Buffet kümmern. Außerdem war ich ja schon eine Runde weiter. Andere hatten da weniger Glück, sind aus Berlin angereist und schon im Vorlauf ausgeschieden. Da kommt schon mal Frust auf. Mit Jan versuchte ich dann noch heraus zu finden, wo man noch schneller fahren kann und das zahlte sich aus.
Im Halbfinale wurden dann Gewichte in die Karts gepackt, um für alle gleiche Bedingungen zu schaffen. Ein leichter  Kartfahrer aus Berlin sagte dann schon „Scheiße das wars“. 20 kg musste er drauf packen um auf die 90 Kilogramm des schwersten Fahrers zu erreichen. Muskelbärchen brauchte nur Zehn!
Im Halbfinale fuhr  ich das Qualifying und Jan zeigte mir noch während ich fuhr  Startplatzt 2 an. Aber in der Startaufstellung war ich dann plötzlich nur auf  Platz 3. Hat mich kurz vor Schluss doch noch jemand Einen nach hinten versetzt. Sachen gibt’s.... Das Halbfinal-Rennen läuft für mich aber noch besser als  erhofft. Irgendwie kann ich mich durchsetzen und den Lauf gewinnen. Voll Geil, ich bin im Finale!!! Und 27er Zeiten fahre ich jetzt auch!



Fiiinaaaleee
Ohhhhohohooo
Dann kam das Finale und im Qualifying bin ich recht gut unterwegs obwohl die Bremse vom Kart sauschwer zu betätigen ist. Von der miesen Bremswirkung will ich gar nicht erst reden. Hat wohl jemand von den Schlingeln eine Fiesta 1 Bremsanlage eingebaut.
Aber Startplatz Zwei ist dann doch schon super. Das hätte ich nach dem ersten Lauf ja nicht  gedacht: Im Finale Startplatz Zwei.
Der Start verläuft aber alles andere als optimal. Ich ziehe nach dem Start gleich nach links rüber um den 3. nicht vorbei zu lassen,  komme mit ihm in Kontakt und etwas quer. Das reicht um von ein paar anderen überholt zu werden. Auf Platz Fünf liegend fahre ich viele Runden hinter dem 3. und 4. her, kann aber nicht dran vorbei und  komme so ins Ziel. So ist das halt wenn man mal nen kleinen Fehler am Start macht.
Aber Platz Fünf  von genau 37 Startern ist ja auch ganz gut . Immerhin gab es eine Urkunde, einmal  Head & Shoulders und über das Buffet habe ich mich dann auch noch her gemacht. Wenn das nichts ist! Gratis Schlemmerei und ein schuppenfreies Haupthaar! Was habt ihr am 01. Mai erreicht?
Also alles in allen war es doch ein erfolgreicher Tag, der viel Spaß gemacht hat und an dem man  auch etwas gelernt hat.


 [ck]



KOCHFUZIUS sagt:
"Wenn man glaubt, nicht vorne mitfahren zu können, kommt man oft weiter, als man denkt.
Glaubt man aber vorn zu sein, kann ein kleiner Fehler einen schnell nach hinten werfen.
 THAT´S RACING!!!"


Sonntag, 10. April 2011

Kocher macht den Klassen-Vettel

Hockenheim Sieg in der Klasse bis 1300ccm / Gesamtrang 27 von 50



"Nu feu nu hen dor,fulle Kartuffel un wenn dat nich recket möste no ne Reube na legen!!!"
Olli 
 

Hier noch die Audiofassung für euch:Audioversion

Der Anruf kam um kurz nach halb 9 am gestrigen Abend. Wenn jemand durchs Telefon strahlt, als wäre er das havarierte Kernkraftwerk von Fukushima höchstpersönlich, kann das nur eins bedeuten: Klassensieg bei den Tourenwagen bis 1300ccm. Was bleibt mir an dieser Stelle noch mehr zu sagen??? – Gut, ich könnte sagen, dass in Kochers Klasse nur noch ein zusätzlicher Wagen gefahren ist, der dann auch noch einem technischen Defekt zum Opfer viel, doch warum sollte ich das tun? Schließlich ist es nicht wichtig gegen wie viele Gegner man sich auf der Strecke durchsetzt, solange man nur aufs Podium fährt. Ist ja gut: Bei zwei Wagen ist das Podium nicht allzu schwer zu erreichen. Aber es gehört schon eine ganze Menge Biss dazu, die Hälfte eines 3-Stunden-Rennens durchzustehen, konstant und sicher zu fahren und hinterher auch noch zu siegen. Scheiß auf die Klasseneinteilung. Reicht, dass man immer wieder darauf gestoßen wird, wenn man in einem ärztlichen Wartezimmer sitzt. In der Gesamtwertung aller Klassen belegte das HKF-Team den 27. von 50 Plätzen. Den ganzen großvolumigen Porsches und Fords und Alfas zum trotz! Das komplette Rennen lief für Christian ausgezeichnet. Genau wie der Wagen. Die neue Hinterachse mit einer langen Übersetzung leistete Spitzenarbeit und auch die gereinigte Spritpumpe konnte diesmal aus einem vollen Tank trinken. Selbst Christians Kondition reichte locker aus, um 46 Runden durchzuhalten. All die Gläser Cola-Weinbrand haben sich doch ausgezahlt. Wozu die Sauferei doch gut sein kann, das verschwieg der erste Werner-Film.

Gaaaas, Kocher, Gaaaaas
Hans fuhr gemütliche 24 Runden. Ganz entspannt. Der Wagen musste ja auch drei Stunden durchhalten. Und warum andere, stärkere Wagen anpissen, wenns dann nur in Stress ausartet. Soll ja keine Arbeit sein sondern mehr ein automobiles Wellness-Wochenende. Nein, ganz so ist es nicht: Wenn man so viel Erfahrung wie Hans im Rücken hat, kann man sich eben ganz entspannt zurücklehnen, taktieren und am Ende doch noch auf Sieg fahren. Ganz anders Christian „Vollgas“ Kocher: Muskelbärchen drehte mächtig auf. Wenn man merkt, dass man sich auch mit durchaus stärkeren Wagen anlegen kann, warum dann auf einen Fight verzichten? Denn auf der Rennstrecke ist es, wie im Straßenverkehr: Es ist einfach zum Kotzen, wenn einer vor einem ist! Ganz so sah es Hans allerdings nicht, denn er versuchte Christian von der Boxenmauer aus durch wildes Gestikulieren mitzuteilen, es ruhiger angehen zu lassen. Ist natürlich schon etwas ernüchternd, wenn der Teamchef einen beschneidet. Aber hey, auf die Vorhaut kommts hinterm Lenkrad eh nicht an. Und das der Wagen durchhielt und Kochers schnellste Runde mit 02:24min nur maginal langsamer war, als die des Zeittrainings, zeigen doch deutlich, dass Kocher einen spitzen Job machte. Einen 7 Sekunden schnelleren Job als Hans. (Den infantilen Sexualvergleich spare ich mir an dieser Stelle).
Davon, dass Kocher eine gute Wahl für das Team war, ist Hans übrigens vollstens überzeugt und wenn jemand noch Potential abzurufen hat, dann ist es Christian. Der Mann ist ein fleischgewordenes KERS-System. Selbst die angestammten Fahrerkollegen aus den anderen Teams bescheinigtem unserm Kumpel eine große Rennzukunft .
Puderzucker macht schnell
Aber genug Puderzucker. Der juckt immer so in der Kimme. Wenn Christian in Zukunft also ein piekfeiner Rennpinkel wird, werden Lars und Mido aalglatten Boxencrew-Mitglieder. Die beiden waren in Hockenheim für die Betriebsstoffe des Escorts zuständig. Lars Benzin, Mido Öl. Hat gut geklappt. Sie sollten ihre Jobs kündigen und ihren Doktor in Schmierology machen. Dr. öl Mido Mittendorff. Denkt mal drüber nach. Zeitnehmer und Streckenfahrlehrer Andreas, ein Kumpel von Hans, hat an der Stoppuhr auch eine ausgezeichnete Leistung erbracht. Alles in allem haben also alle einen super Job gemacht und, weil wir uns jetzt alles so furchtbar lieb haben und mir schon wieder der Puderzucker in der Arschritze brennt, beende ich jetzt die Berichterstattung über das 3-Stunden-Rennen vom Hockenheimring. Hoffentlich kommt es im kommenden Rennen zu einem Dreher oder einem kurzen Ausflug ins Kiesbett, damit diese verfluchte Freude nicht zur Gewohnheit wird. Lasst mich doch Scherzen! Ich finde es Megageil, dass diese ganze Geschichte so herrlich läuft. Wie viele Schüsse gehen sonst nach hinten los - dieser nicht. Nur gut, dass kein Lincoln Continental X-100 in der Startaufstellung steht.

[ab]