Altenmarkt-Zauchensee / Österreich Historic Ice Trophy - DOXA 6 Stunden von Altenmarkt
Altenmarkt. Die Historic Ice Trophy 2012 im österreichischen Altenmarkt lockte 2012 wieder Fahrer aus sieben Nationen mit ihren historischen Fahrzeugen auf die längste Naturrennstrecke Österreichs.
„Spinnts, ihr?! Da fahren Rennautos!“ Die Stimme des Streckensprechers überschlägt sich fast, als er zwei Langläufer auf der Strecke entdeckt. Schon sprinten drei Streckenposten auf die verdutzten Wintersportler zu und ziehen sie hektisch von der Rennbahn. Nur Sekunden später prescht ein BMW 2002ti an ihnen vorbei und nebelt sie in einer Gischt aus Schnee und Eis ein. Willkommen bei der Historic Ice Trophy in Österreich. Auf einem über zwei Kilometer langen Rundkurs, der auf einer Wiese am Rande der Ortschaft Altenmarkt entstanden ist, kämpfen in diesem Jahr 52 Teams in historischen Fahrzeugen um Rundenzeiten und Positionen.
Schon driften ein Porsche 944 von 1982 und ein VW Käfer 1303 von 1972 über die bis zu zehn Meter breite Bahn. Obwohl es weder um Punkte, noch um eine Siegprämie geht, schenken sich die Fahrer keinen Millimeter. Es erscheint schon etwas befremdlich, die schönen Old- und Youngtimer über eine Eispiste rasen zu sehen. Bei vielen Modellen handelt es sich schließlich um echte Wertanlagen. “Sein Auto im Winter auf Eis und Schnee am Limit zu bewegen, hat für jeden, der Motorsport im Blut hat, einen besonderen Reiz.“, versucht Peter Trippacher, Pilot des 944, aufzuklären. Als auf der Zielgeraden ein Porsche 911 Turbo nach dem aufgehäuften Sprunghügel mit lauten Knall auf das Eis aufschlägt, fügt Trippacher hinzu: “Und es macht wirklich Fun!“
Seit 2004 wird die Historic Ice Trophy sozusagen als „Angrillen“ für die Motorsportsaison am zweiten Wochenende im Januar veranstaltet. “Wir wollten ein Eisrennen schaffen, bei dem keine historischen Fahrzeuge durch Salz beschädigt werden und der Fahrspaß im Vordergrund steht“, gibt der Rennleiter Christian Weitgasser an. Ein British Leyland Mini Clubman fegt am Starthäuschen vorbei. Aus dem offenen Innenraum Johlen die Piloten den Zuschauern zu. „Ich glaub, das ist uns gelungen!“, freut sich Weitgasser.
In fünf unabhängigen Wettbewerben können sich Profis wie Amateure auf der längsten Naturrennstrecke Österreichs messen. Als besonderes Highlight wurde in diesem Jahr erstmals die DOXA 6-Stunden von Altenmarkt ausgefahren. Aber nicht nur den Teams, die unter anderem aus Deutschland, Belgien, Ungarn und Italien angereist sind, auch den Zuschauern hat die Veranstaltung einiges zu bieten. Sie müssen sich eigene Tribünen in die meterhohen Schneewälle rechts und links des Rundkurses graben, um das Renngeschehen verfolgen zu können. Trotz Kälte und Schneetreiben sind die spektakulären Drifts und Sprünge, die die mindestens 20 Jahre alten Wagen von Alfa Romeo bis Trabant auf die Strecke zaubern, ein Publikumsmagnet. Selbst die beiden Langläufer stehen noch auf der richtigen Seite der Absperrung, halten Glühwein in der Hand, und lassen sich von einem Ford Escort ein weiteres Mal in eine Schneewolke einhüllen.
Nürburgring, Maaslingen FHR-Cup-Rennen / Der Klassensieg wird im letzten Saisonrennen zementier
Für einen sollte es das allerletzte sein.
Es stand das 2h Rennen auf dem Nürburgring an, mit Nordschleife und der Grand Prix Strecke mit Kurzanbindung.
Training und Rennen fanden nur am Sonntag statt. Trotzdem wollt ich schon am Freitag zum Ring und so habe ich „Anne“ am Nachmittag von Hans geholt und mich dann am Ring im Fahrerlager mit Andre Sommerberg getroffen, der eigentlich auch erst am Sonntag mit uns zusammen sein Rennen fährt. Man trifft dann natürlich auch noch andere, die man ja meist nur beim Rennen sieht. Da sind z.B. noch Berti und Schröder, die am Freitag schon ihr Training mit ihren 944er hatten. Aber da ich erst spät am Ring ankam waren die schon wieder in ihrer „PENSION“. Es muss da ja echt super sein….! ;-) So sind Andre und ich dann in den legendären Lindenhof gegangen und trafen da auch schon die nächsten Bekannten. Opel Astra-Treter Jockel mit seiner Crew von IGEL MOTORSPORT. Also haben wir mit den Schraubern etwas getrunken. Jockel musste sich zurück halten, da er am Samstag ein Rennen hatte.
Am nächsten Morgen habe ich mich erst mal um die Papier-und Fahrzeugabnahme gekümmert. Außer einem dreckigen Motorraum hatte der Technische Kommissar nix zu beanstanden. Die Box, die wir für das Wochenende gemietet hatten, konnten wir erst ab 16 Uhr beziehen. Zum Zeitvertreib habe ich dann Schröder bei seinem ersten Rennen zugesehen. Leider nicht sehr lange – nach nur ein paar Runden ist er schon mit Kupplungsschaden ausgefallen und so war das Wochenende für beide
Gelaufen. Berti und der Porsche waren für das 2. Rennen gesetzt aber der Schaden ließ sich nicht einfach mit einer Dose WD40 wegspritzen – schon gar nicht in der kurzen Zeit zwischen den Rennen.
Am Nachmittag kam dann Wolfgang zum Ring und baute sein Camp bei den Sommerbergs auf, wo jetzt auch die Familie und Andre‘s Kumpel Atze ankamen. Nachdem Abends Mido und Bex mit dem Admiral am Fahrerlager eintrafen, haben wir alle denn Abend wo verbracht ?! ….genau! - im Lindenhof! Dort hatten wir eine gemütliche Runde bei empfehlenswertem Essen und ein paar Bieren und so ließen wir die Nacht nicht zu lange werden, da wir ja am Nächsten Tag Training und Rennen Fahren mussten.
Morgens halb Sieben. Der Ring schläft noch und ich mache mich auf dem Weg zu unserer Box. Ich wollt noch schnell den Wagen einmal überputzen und nebenbei auf den Anruf von Hans warten damit ich ihm seine Eintrittskarten bringen kann. Da stand er Plötzlich schon hinter mir. Wie macht der das bloß immer? Hans Tochter „Anne“, also die echte, war zum ersten Mal in diesem Jahr mit beim Rennen. Nachdem Wolfgang dann in die Box kam und sich beschwerte, dass ich so früh schon krach gemacht hätte und ihn geweckt habe, machten wir uns für das Training fertig.
Der frühe Vogel fängt halt den Wurm…..- nur manchmal muss man ihn halt wecken! Wolli sollte als erstes im Training fahren, da es in der Nacht schon gefroren hatte und die Strecke, gerade die Nordschleife, noch sehr unberechenbar war. Und so war es dann auch. Als ich das Fahrzeug
übernahm sagte Wolfgang zu mir, dass die Sonne Teile der Strecke abgetrocknet hat, aber in den schattigen Abschnitten sei es immer noch sehr glatt.
Auf der Grand Prix Strecke war der Asphalt fast bestens. Ein wenig trügerisch sogar.
Als ich mit Schwung aus der Mercedes-Arena kam, zog ich gleich nach rechts um mich auf die Ford Kurven vorzubereiten. Mir fielen die vielen Hütchen auf der Strecke auf und ich dachte „Welcher Vollidiot stellt die denn genau in den Weg?!“ Die Erkenntnis trifft mich unvorbereitet: „Wirr fahren ja die Kurzanbindung!“ Da werden die Ford Kurven, Dunlopkehre und Schumacher-S weggelassen und so muss ich also nach rechts abbiegen und nicht nach links. Als ich mit der völlig falschen Linie in die Kurve einbiege guckten die Streckenposten auch nur Kopfschüttelnd und ihre unverwüstliche Rennerfahrung lässt sie sich schaudernd Fragen, wie man eine Rechtskurve nur rechts anfahren kann. Vielleicht sollte ich in Zukunft mit Navi über den Ring fahren um über die aktuelle Streckenführung und Boxeneinfahrten GENAUESTENS, um in der Sprache der coolen Kids von heute zu bleiben, MEGA- informiert zu sein.
Dann ging es auf die Nordschleife und gleich im Hatzenbach war es auch schön glatt. Die sonnigen Abschnitte schmiegten sich passable an die Pellen, aber sobald noch Schatten über der Strecke lag, war die Nässe noch gefroren und der Escort fing sofort zu rutschen an. So merkte ich schnell, dass es hier nix zu holen gab, da ich Wolfgangs Zeit eh „noch“ nicht schlagen kann, fuhr ich vorsichtig meine
zwei Runden und lernte die Nordschleife wieder von einer ihrer unzähligen Seiten kennen. Nur wer ankommt, kommt auch in die Wertung. Einige Fahrer schienen schon wieder um ihr Leben zu fahren und gaben richtig Gas. Von einem Boxen Kollegen hörte ich nach dem Training, dass ihn ein BMW übereifrig überholte und direkt in die Leitplanke rutschte. So kann es also auch gehen.
Dann bereiteten wir uns auf das Rennen vor und da die Sonne den ganzen Tag schien, wurd auch die Vorfreude auf das Rennen immer größer.
Mittags wurden wir mal wieder daran erinnert, dass Motorsport auch unschöne Seiten hat. Der Moto GP Fahrer Marco Simoncelli verunglückte beim Rennen in Sepang tödlich.
Als Startfahrer wird Wolfgang vom Teamchef bestimmt, da er ja die Boxeneinfahrt 100%ig kennt. Also habe ich dann Wolfgang zum Vorstart begleitet, wo die Marshalls dieses Mal mit der Aufstellung etwas überfordert waren: Sie schienen die letzten Fahrzeuge willkürlich für die Einführungsrunde einzuordnen. Naja, irgendwas ist ja immer. So ging das Rennen dann los und Wolli fuhr wie gewohnt souverän ein Super Rennen. An der Boxenmauer verfolgten Teamchef Hans, Tochter Anne, Mido und Bex das Rennen, während ich mich mit der Kamera bewaffnet irgendwie versuchte ein paar Aufnahmen von dem Drumherum zu machen. Kurz vor der Halbzeit bereitete ich mich dann schon etwas nervös auf den Wechsel vor. Bei mir stand dann auch Björn Sommerberg der versprach beim Boxenstopp zu helfen, sobald er bei seinem Cousin Andre geholfen habe. Wir waren aber genug Leute als Wolfgang dann rein kam. Während er mir beim Anschnallen half, sagte er noch, dass die ganze Strecke frei von Eis sei, ich aber trotzdem aufpassen sollte. Es ist immer noch die Nordschleife und da können überall schnell neue Gefahren auftauchen.
Während Hans die Zeit stoppt, denn wir müssen mindestens 60 sec. stehen, guckt er auch gleich nach dem Öl, Mido wechselte bei der On-Board Cam den Akku (zum ersten Mal haben wir das ganze Rennen On-board aufgenommen) und Bex half wo er gebraucht wurde. So kam ein super Boxenstopp zu Stande und schon ging sie los
die Wilde Fahrt. Ich konnte gleich richtig Gas geben und habe sogar die Kurzanbindung berücksichtigt. Die Nordschleife war, wie sie der Wolli beschrieben hatte, einfach nur Geil!!! Das ist wie Achterbahn fahren, nur dass man selber Steuern muss. Nach dem Adenauer Forst standen auch schon die ersten verletzten Autos am Streckenrand und am Klostertal kam dann der Schreck für mich.
Der BMW von den Sommerbergs stand auf dem rechten Grünstreifen in Fahrtrichtung, das Heck rechts und links leicht eingedrückt. Neben ihm ein Staffelfahrzeug auf der Strecke. Ich gehe
etwas vom Gas, denn es wird Gelb geschwenkt und Dreck liegt auf der Fahrbahn. Als ich dann an dem Servicefahrzeug vorbei war, konnte ich das ganze Elend sehen. Josef hatte mit dem BMW vorne
links einen harten Einschlag, so dass das Rad eingeklemmt schien. Er kam wohl beim Zweikampf mit einem anderen Teilnehmer von der Strecke ab, erzählt er später. Nach der kurzen Schrecksekunde trete ich das rechte Pedal schon wieder gen Bodenblech. Während ich in der ersten Runde keinen würdigen Gegner für mich finde konnte, sehe ich andere, stärkere Teilnehmer nur kurz im Rückspiegel und dann an mir vorbei fliegen. In der zweiten Runde an der Einfahrt zur Nordschleife dann mein erster „Gegner“: Ein R5, der sich aber ergibt und mich vorbeilässt. Mist, so will ich das aber auch nicht. Kurz vor dem Karussell laufe ich auf einen kleinen Porsche auf. Es müsste ein 912er sein. Der gibt sich nicht so leicht geschlagen und versucht gegen zu halten. Welcher Porsche will sich auch schon vom 1300er Escort verblasen lassen. Aba watt mutt, datt mutt! Kurz vorm Brünnchen kann er nicht mehr gegenhalten und ich komme vorbei. Super geil, so macht das Spaß. Und da habe ich auch gleich schon den nächsten vor mir. Schon wieder ein Porsche.“ Hier muss irgendwo ein Nest sein!“. Ich versuche an dem 924er dran zu bleiben. im Bereich Pflanzgaten sehe ich im Rückspiegel einen Simca anfliegen. Ich denke:“Na gut, nach der nächsten Rechts kann er ja vorbei fahren…“ und lenke ein. Da bekomme ich hinten rechts einen Schups! “ Da hat die *piiieeep* mich gerammt!“
Ich kann Anne aber ohne Probleme auf Kurs halten denke im selben Augenblick, in Erinnerung meiner StockCar-Vergangenheit: „Ey, den Sport mache ich nicht mehr…!“ Egal, ich bleibe weiter am 924 dran. Selbst auf der Döttinger Höhe konnte der Porsche unsere tapfere „Anne“ nicht abhängen und auf der Start/Ziel-Geraden hatte Sie dann endlich die Nase voll, holte einmal tief Luft und zog am Porsche vorbei! Yeehaw!!! In der nächsten Runde bemerke ich, dass die Öltemperatur etwas
Hoch ist und schalte von da an früher. Später sagte Hans, dass das normal ist und ich ruhig hätte normal weiter fahren können.
Hin und wieder sieht man verunfallte Fahrzeuge neben der Strecke oder Dreck auf ihr und wird daran erinnert, wie heimtückisch der Nürburgring sein kann.
Die letzten Runden verlaufen ohne Probleme und ich kann bei schönstem Wetter die Saison an der Ziellinie mit einem kräftigen YEEHAW beenden.
Nach dem Zieleinlauf wurden wir gleich direkt ins Fahrerlager geleitet. Da kam plötzlich ein Streckenposten auf mich zu: „ Hey, ihr seid doch da vorne in der Box?! Kann ich gleich Autogramme von euch haben?!“ „Ja klar“!
Hans, Wolfgang, Mido, Bex und Anne hatten schon alle Sachen eingepackt und wir sind dann in unsere Campingecke gegangen, wo die Sommerbergs immer noch auf ihren verunfallten BMW warteten. Während Streckenposten Markus B. seine Autogramme bekam, wir uns über unsere Saison und ein tolles Rennen freuten, kam dann auch der Abschleppwagen mit dem BMW. Eine kurze Schadensbegutachtung machte klar, dass es wohl das allerletzte Rennen für den BMW gewesen ist. Das wichtigste aber war, dass es dem Josef gut ging. Bis auf ein paar blauen Flecken war ihm nicht passiert. Soweit ich weiß haben die Sommerbergs gleich ein paar Tage nach dem Rennen mit dem Bau des neuen BMW begonnen und ihn vielleicht schneller fertig als ich diesen Bericht. Die kleine Beule an „Anne“ von dem Rempler im Pflanzgarten sieht man übrigens kaum. War also nicht so schlimm wie erst gedacht. Und so können wir zufrieden nach Hause fahren und auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken.
Dabei möchte ich mich noch bei allen Beteiligten bedanken die mich auf den Rennstrecken unterstützt haben wie:
Hans, Wolfgang, Bex, Mido, Andreas, Anne und “Anne”, Wilhelm, Otto, Manni, Andre, Björn und Berti.
Natürlich bedanke ich mich auch bei allen, die mich neben der Rennstrecke unterstütz haben!
Und nicht zu vergessen unser Blogmaster Arne, der diese Seite ins Leben gerufen hat und unzählige Stunden opfert um Berichte, Bilder und Videos zu bearbeiten.
VIELEN DANK an alle und dass wir weiter einfach eine GEIE ZEIT erleben!!!
Es ist Donnerstag, die Sonne scheint nicht und das Wetter ist schlecht - aber die Frisur hält!
Natürlich meine ich damit unseren Rod Stewart der seinen Promibonus nutzte und uns eine Box reservierte. Nach und nach trafen wir ein und da wir mit nur drei Autos (Bocki mit dem Grünen, Schröder und Speed-Opi mit ihrem lauten Porsche und wir mit Anne) waren, hatten wir auch genug Platz uns auszubreiten und richteten uns die Box ein. Nachdem Hans dann zügig dafür sorgte, dass wir durch die Papier- und technische Abnahme kamen, konnten zum gemütlichen Teil übergehen. Nach dem traditionellen Essen im Lindenhof haben wir dann noch Michael Schumacher in der ersten Box getroffen. Natürlich den echten und nicht diesen F1 Fahrer. So ließen wir den Abend mit ein paar „Erfrischungsgetränken“ in die Nacht übergehen um dann auch zeitig unsere Quartiere zu beziehen. Das heißt alle schliefen direkt hinter der Box in ihren Mobilen, außer Nobelschröder. Der Porschefahrer zog eine PENSION vor.
Am Freitag bereiteten wir uns alle dann auf unser Training vor. Wir waren als erstes dran, gleich mittags nach den Test- und Einstellfahrten. Trotz feuchter Strecke ließen wir unsere Semi-Slicks drauf und Hans fuhr die ersten Runden. Da er eh nicht so viel fahren wollte, nutzte ich die restliche Zeit zum testen. Es war ein bisschen rutschig aber Ok und „ Anne“ machte noch keine Zicken und so haben wir das Training zufrieden abgeschlossen. Schröder und Bocki waren erst am späten Nachmittag dran und dann ging der Reifenpoker los. Schröder hatte in der Fahrerbesprechung gehört, dass die meisten bei der nassen Strecke auf Regenreifen setzen wollten. Da bat er mich ihm beim Reifenwechsel zu helfen. Also Semislicks runter und Regenreifen drauf. Wir mussten uns beeilen da nicht mehr viel Zeit bis Trainingsbeginn war.
Nachdem wir dann fertig waren bin ich mit jemanden in die Boxengasse gegangen, um mal nach der Strecke zugucken. Da merkten wir, dass sie ja schon fast in Begriff war abzutrocknen. Verdammt, warum hat da vorher niemand nach geguckt *vordiestirnklatsch*. Also alle an die Gewehre, Regenreifen wieder Runter und Semislicks drauf. Da alle mit angepackt haben, ging das alles in Rekordzeit und Schröder konnte sein Training ohne Probleme absolvieren. Bei Bocki war zu der Zeit ähnlicher Reifenstress ausgebrochen, denn dort wurde auch wieder zurück gerüstet. Jaja, immer dieser Reifenpoker.
Den Abend ließen wir dann ruhiger angehen und nachdem wir in meinen TV, den ich wohlweißlich mitgebracht hatte, die Stefan Raab Qualy vom Stock Car Rennen gesehen hatten ging es für mich auch schon ins Bett, denn wir hatten Samstag früh schon unser 2. Training.
Morgens um neun ging es dann los. In diesen Training sollte nur ich fahren und da Hans die Wassertemperatur am Vortag noch zu niedrig war, hat er den Kühlergrill ein wenig abgeklebt und ich sollte eben ein paar Runden testen und zur Kontrolle zwischendurch mal rein kommen. Der Asphalt war diesmal nur etwas feucht und „Anne“ lief ohne Probleme, hatte aber noch mit ein wenig Untertemperatur zu kämpfen. Also klebte Hans beim Boxenstop noch etwas mehr ab. Perfekt! So kann es bleiben, denke ich nach ein paar weiteren Runden und beende das Training. Die 30 min waren eh fast um.
Während die anderen ihr 2. Training absolvierten haben wir "Anne" und uns aufs Rennen vorbereitet. Ich sollte den ersten Turn fahren und das so lange wie möglich. Das sind bei dem 4h Rennen fast 2,5h. Um 15 Uhr ging es dann schon in die Startaufstellung.
Hier noch gar nicht erwähnt wurde das Team Bellersheim, die nämlich einen Platz vor uns stehen. Das wird ein interessanter Start. Endlich geht es los. In der Einführungsrunde versuche ich die Reifen durch viel zick-zack-fahren auf Temperatur zu bekommen. Bellersheim kaum. Wie immer gibt es einen fliegenden Start und mit ein paar Wagenlängen Abstand zu Bellersheim geht es in die ersten Kurven. Schnellere Fahrzeuge überholen uns und ich kann auf Bellersheim aufschließen. Wir kommen aus der Dunlop-Kehre und bei der Einfahrt ins Schumacher-S (also dem F1`ler seins) fährt Bellersheim schon zu weit innen über die Curbs so das er an Schwung verliert und ich kann ihn im Kurvenausgang überholen! YYYEEEAAAA! …schon in der ersten Runde. Wer hätte das gedacht. Von da an war der grüne Escort von Bellersheim nur noch im Rückspiegel zu sehen. Und was ich nie gedacht hätte, er hat Mühe dran zu bleiben und musste auch irgendwann abreißen lassen, da er in einigen Kurvenausgängen schon öfter etwas in den Kies gefahren ist. Einmal hat er sich auch fast gedreht. Doch dann begann "Anne" Zicken zu machen. Der 3.Gang ging mal wieder schwer rein und so versuchte ich irgendein Mittel zu finden um ein „Zähneputzen“ im 3. Gang zu vermeiden. Dabei kam der Konkurrent aus dem Kies auch schon wieder etwas näher. Ich habe dann meine Schaltgewohnheiten geändert und den 3.Gang weiter ausgedreht oder beim runter schalten Übersprungen. In den ersten 1,5h vom Rennen war es sogar schön trocken und man konnte gut Gas geben. Dann kamen ein paar Tropfen, dann wieder etwas trockener, aber letztendlich doch nochmal richtig Regen. Das war dann mit den Semislicks schon sehr rutschig aber noch fahrbar. Es konnte eh nicht mehr lange dauern bis zum Boxenstop. Aufgrund der Dunkelheit habe ich dann das Licht angemacht. Das Rennen geht ja bis kurz vor acht, also bis in die absolute Dunkelheit.
Während ich auf das Zeichen zum Wechsel warte fängt "Anne" an mit einer roten Lampe glimmende Lichtzeichen zu geben. Die Ladekontrolle! Was hat Sie nur….? Dann kommt das Signal. Also rein in die Box und dann wie besprochen. Berti und Schröder übernehmen den Tankvorgang, Hans guckt nach dem Öl und ich bereite die Gurte für Hans vor. Dann schnalle ich Hans an und der will gleich sofort los und startet den Wagen da schreit von hinten Tankwart Schröder“…ey! Wir sind noch nicht fertig!“. Ups… Schnell wieder aus und warten bis sie fertig sind. Jetzt aber los. Hans ist unterwegs und muss das Ding nur noch nach Hause fahren. Da wir fast eine Runde Vorsprung haben sollte das wohl möglich sein. Ich habe mich dann erst mal umgezogen und mir ein Bier aufgemacht - da bemerkten wir nach einer halben Stunde auf dem Zeiten Monitor das Bellersheim plötzlich wieder vor uns liegt und Hans fast eine halbe Minute pro Runde verliert. Was ist da los? An der Boxenmauer nehmen Christian Klötsch und sein Kumpel die Rundenzeiten. Tatsache, er ist total langsam aber es ist kein Schaden zu erkennen. Wir warten ab, bis Klötsch plötzlich in die Box ruft. „Hans ist drin! Der Motor läuft nicht mehr richtig!“ Ich hechte zur Motorhaube um sie zu öffnen, da schreit Hans. „Haube zu! Schnall mich wieder an!“ gesagt getan. Er fuhr so wieder raus. Er hatte nämlich gesehen das Team Bellersheim auch mit Problemen rein gekommen ist und dann auch mit Motorschaden stehen blieb. Bei Hans war die Ladekontrolle inzwischen hellerleuchtet und so konnten wir nur noch hoffen, dass der Strom noch bis zum Ende reicht. Aber Hans hat es geschafft und bringt Anne ins Ziel, was unheimlich wichtig war, denn nur wer das Ziel sieht, der wird auch gewertet. Das ist ja gerade nochmal gut gegangen. Dann kann ja gefeiert werden. PARTYYY!!!
Während ich in unserer Box die Stock Car Crash Challange vom Raab geguckt habe, hatten wir einige Gäste in der Box, die sich dazu gesellten. Als die erste Gruppe dann nach einigen Stunden weg war, kam kurze Zeit später auch schon die nächste. Es war immer was los bei uns und letztendlich wurde es dann vier Uhr. Wir sind also nicht nur Langstreckenfahrer sondern auch Langstreckentrinker. Na dann gute Nacht……
Schalthebel Blues
Nach einer erholsamen Nacht habe ich mir dann noch die Rennen von Schröder und Bocki angesehen. Schröder gab richtig Gas und konnte bei feuchten Verhältnissen einen guten 2. Platz heraus fahren. Bei Bocki lief es anfangs ähnlich gut. Mit teilweise qualmenden Reifen in der Anbremszone gab er auch alles und war gut unterwegs. Als wir dann in der Boxengasse auf seinen Pflichtboxenstop warteten, war Bocki plötzlich nicht mehr zu sehen. Keiner wusste was los war, aber später stellte sich heraus, dass Bocki bei einem Gangwechsel plötzlich seinen Schalthebel in der Hand hielt. Der Laie mag jetzt denken "Klar, wenn ich schalten will, muss ich doch den Hebel in die Hand nehmen!" Aber -wie soll ich das beschreiben- er hatte tatsächlich den Hebel IN DER HAND. Er hatte sich irgendwie vom Getriebe getrennt. So war das Rennen für ihn gelaufen und er musste den Wagen im Bereich Dunlop-Kehre abstellen. (In der Bilder-Galerie gibts Fotos vom Tatort)
Inzwischen hatten wir unsere Sachen und "Anne" verladen, verabschiedeten uns von allen und fuhren Richtung Heimat. Das Rennen von Berti im Porsche habe ich dann leider verpasst, aber gehört das auch er den 2. Platz erreicht hat.
Auf jeden Fall war es mal wieder ein sehr schönes Wochenende, das viel Spaß gemacht hat und wer es mal miterleben möchte der kann sich gerne melden.
Jetzt geht’s ans Eingemachte. Der Nürburgring ruft zum 3-Stunden-Eifelrennen über den GP-Kurs mit Mercedes-Arena und der Nordschleife. Mit über 25 km Länge, pro Runde wohlgemerkt, die längste Rundstrecke der Welt!
„…und, wie viele Runden seid ihr gefahren?“. „…na, vierzehn. Das Rennen ging ja nur drei Stunden!“
Dönnerdach
Wie fast immer reisen wir schon am Donnerstag an. Hans ist schon vor mir da und hat uns einen schönen Platz im Fahrerlager gesichert, der dann später auch noch für die Sommerbergs mit ihrer Ziege und dem E12 Renn-BMW reicht. Außer der Papier-und Fahrzeugabnahme passiert an diesem Tag aber nicht mehr viel und wir lassen den Abend im Lindenhof bei Schnitzel und Bier ausklingen.
Friedoag
Am Freitag habe ich mir dann schon die ersten Rennen angesehen und mich mit der Rennstrecke beschäftigt. Normalerweise gehe ich -wie aufmerksame Leser der anderen Blogeinträge schon wissen sollten- Abends einmal um die Strecke. Das habe ich mir allerdings diesmal aus Sicherheitsgründen gespart. Bei einer Länge von 25 km hätte ich bestimmt durch Verwirrung mehrere Runden im Karussell gedreht oder wäre noch irgendwo zwischen Wippermann und Tiergarten verschollen.
Also habe ich mich in den Wochen zuvor schon mit der Playstation, On-Board-Videos und mit der Ideallinie der Nordschleife, die Rennfahrer Jörg Müller auf ein paar Seiten seines Buches beschreibt, beschäftigt. Hans hielt nicht viel davon, aber ich wollte es unbedingt lesen. Irgendwas bleibt ja schließlich immer hängen. So zum Beispiel ein Satz, den Müller, wie einen wiederholenden Hip-Hüpf-Beat, auf jeder Seite auftauchen lässt: „Bitte tasten Sie sich an ihren persönlichen Grenzbereich Schritt für Schritt heran“.
Von Hip-Hüpf halte ich nicht viel, mir ist die Rockmusik doch um einiges lieber, aber diesen Ratschlag sollte ich wohl besser beherzigen. Es ist ja auch nicht nur Jörg Müller (Wer?) der ihn gibt; ähnliche Ratschläge haben schon ziemlich alle nordschleifenerfahrenen Haudegen den Greenhorns mit auf die Strecke gegeben. Völlig zu Recht - wie sich später heraus stellte. Man sollte auf jeden Fall viel Respekt haben und immer auf der Hut sein, da es auf der Nordschleife immer wieder Überraschungen gibt. Dabei sind es selten schöne Überraschungen. Man kann es wohl mit Ü-Eiern und ihrem Inhalt vergleichen. Da wünscht man sich nichts sehnlicher, als das blöde Nilpferd mit dem Schlagschrauber und bekommt doch immer nur den bekackten Zimmermann mit dem Fuchsschwanz. Auf den Nürburgring übertragen, bekommt man also hinter jeder neuen Kurve oder hinter jeder Kuppe, etwas, das man gar nicht haben will oder schon hatte. Das kann nur ein Mordsspaß werden! Abends kam Mido dann noch dazu, um uns dieses Wochenende zu unterstützen. Nachdem er uns dann auch bei der Vernichtung von ein paar Bieren sehr geholfen hatte, machten wir rechtzeitig Feierabend, denn wir mussten ja wieder früh raus.
Sünnobend
Am Nächsten Morgen war es dann soweit. Der Wecker meldete sich ungewohnt früh. Halb sieben, es war noch nicht einmal richtig hell, da war die Nacht schon zu Ende. Dichter Nebel lag über dem Ring. Die Sicht lag unter 50 m. Obwohl es in den letzten beiden Tagen geregnet hatte, war die Wettervorhersage gut für diesen Samstag. Sonne und über 20 Grad wurden vorhergesagt. Um 8 Uhr sollte das Training beginnen. Nachdem Wolfgang und ich uns dafür fertig gemacht hatten und in der Boxengasse schon in Wartestellung waren, gab es schon die erste Überraschung. Aufgrund des Nebels wurde das Training um fast eine Stunde verschoben.
Als es dann hinter dem Safty Car gestartet werden sollte, versuchte ich noch die On-Board-Kamera zu aktivieren. Die Betonung liegt auf "versuchte". Denn die Kamera von Arne war mir noch irgendwie fremd und da habe ich die Aufnahme gestartet und kurze Zeit später wieder gestoppt, da ich den Aufnahmeknopf zweimal gedrückt hatte. Ein klarer Bedienerfehler, den ich leider erst später realisiert habe. Schade eigentlich aber was soll man machen.
Während Wolfgang seine Runden drehte, kämpfte sich die Sonne langsam durch den Nebel und die Sicht wurde immer besser. Dann kam der Fahrerwechsel und Wolfgang gab mir noch mit auf den Weg, dass es teilweise sehr glatt sei und ich aufpassen solle. Alles klar, los geht’s und ich fahre über den - mir schon bekannten - GP-Kurs. Am Ende kann man entweder rechts durch die Coca-Cola-Kurve wieder auf die Start- und Ziel-Gerade fahren, um eine neue schnelle Runde zu beginnen oder nach links durch das Tor zur „grünen Hölle“ auf die Nordschleife fahren. Ich wähle die zweite Variante und gleich in der ersten Kurve in Richtung Hatzenbachbogen, fängt der Wagen etwas zu rutschen an, da die Fahrbahn hier noch feucht ist. Sofort überholt mich ein schneller Porsche, setzt sich vor mich, bremst und fährt langsam durch den Hatzenbachbogen. Auch hier ist die Passage sehr rutschig und ich bin vorsichtig in den nächsten Kurven. Allgemein auch erst mal zurückhaltend in dieser Runde. "Daumen hoch" zeige ich Hans, Wolfgang und Mido als ich dann zum ersten Mal an der Boxenmauer vorbei fahre. Keiner der Ring-Haudegen hat aber gesagt, das der Nürburgring eine strenge und untröstliche Geliebte in engen Strapsen ist, die einem keinen Fehltritt verzeiht. So musste ich mir ja zwangsläufig eine schallende Ohrfeige von ihr einfangen.
Gerade wo ich begann, mich sicher zu fühle, der Strecke nicht mehr die absolute und schweißtreibende Aufmerksamkeit schenkte, die sie ohne Zweifel forderte und von einem Anfänger auch verdiente, strafte mich der Ring mit etwas Unvorhergesehenem. Einem weiteren Ü-Ei-Zimmermann, wenn ich das Bild von eben nochmal aufgreifen darf. Am Ende der Start/Ziel- Geraden bremste ich spät um die erste Rechtskurve an zu fahren - viel ZU spät. So spät, dass ich Anne fast in den Kies haue. Aber eben nur fast und so konnte ich meine Fahrt vorsetzen. So schnell kann es gehen, wenn man den Ring unterschätz, denn an der Stelle geht es leicht bergab und feucht war es auch noch. Den Zuschauern hat es bestimmt gefallen. So kann man auch auf sich aufmerksam machen. Der Ring auf sich und ich mich auf die Zuschauer. Dieser - ich will mal - "Verbremser" sagen, war dann der Beginn der Vier-Jahreszeiten-Runde: Der erste Abschnitt war noch nass, rutschig und nebelig, dann wurde es teilweise trocken und ab der Hälfte kamen Sonne nebst Blendeffekt an der hohen Acht. Nur Schnee hatte ich nicht. Das ist eben die Eifel! Ohne Komplikationen konnte ich dann die zweite Runde und das Training beenden und muss feststellen, dass es diese Wochenende nur einen Gegner für mich gibt. Nämlich ich selber, da ein kleiner Fehler auf der Nordschleife schnell das Aus bedeuten kann.
Nachdem wir „Anne“ dann für das Rennen vorbereitet haben, ging es auch schon um 14 Uhr in die Startaufstellung. Da insgesamt 158 Wagen für das 3-Stunden-Rennen an den Start gingen, wurde in drei Gruppen gestartet. Genau wie beim legendären 24h-Rennen. Wir waren in der letzten Gruppe und ich wollte den Start fahren um auch von hinten erst mal Ruhe vor schnelleren Fahrzeugen zu haben.
Nachdem ich ewig lange beim Vorstart stand und mir Kortes Gesellschaft leisteten, fuhren wir endlich in die Startaufstellung und warteten wiederum auf die Einführungsrunde.
Dann ging es endlich los. Es war schon ein tolles Gefühl diese Zusatzrunde bis zum Start über die Nordschleife zu fahren. Alle Streckenposten und Zuschauer zeigten "Daumen hoch" oder haben uns zu gewunken, als ob sie uns damit „viel Glück“ sagen wollten. Zeitweise ging es schon zügig voran und unterschied sich kaum noch von dem Renntempo. Ab der Döttinger Höhe hatte sich das Feld schon etwas auseinander gezogen und ich musste schon richtig Gas geben um dran zu bleiben, was mir aber auch gelang. So ging es dann auch gleich voll aus der Hohenrain-Schikane und bevor ich die eigentliche Startlinie überqueren konnte, gab es auch schon den ersten Zwischenfall. Ein harte Gegenstand flog mir direkt mittig auf die Scheibe und ich hatte einen schönen Steinschlag von ca. 8cm Durchmesser. Kein Carglass in Sicht. Na toll. Egal, weiter geht’s und ich versuche erst mal den Überblick zu behalten, denn einige Mitstreiter schienen hier um ihr Leben zu fahren und bevor die mich mit ins Jenseits reißen, lies ich Sie einfach vorbei. Ein gutes Beispiel für Übereifer ließ auch nicht lange auf sich warten, denn kurz vorm Abschnitt Wehrseifen schwenkten die Streckenposten schon doppelt Gelb, da ein Alfa einen heftigen Einschlag in die Planke hatte und das Auto nun stark beschädigt mitten auf der Fahrbahn stand (ist im Video zu sehen). Ihm folgten auch noch einige und es schien so als ob alle paar Hundert Meter einer liegen blieb. Ich wollte nicht zu ihnen gehören, konzentriere mich auf die Strecke und hängte mich an einen alten 911er, der etwas langsamer als ich unterwegs war und dessen Motor immer leichte Rauchzeichen gibt.
Wenn der Motor jetzt den Dienst quittiert dann bin ich geliefert, also versuche ich ihn zu überholen - was aber gar nicht so einfach war. Er wollte sich wohl auch nicht einfach von einem 1300er überholen lassen. In manchen Kurven war ich schon neben ihm aber auf den Geraden zog er wieder etwas davon. So ging das eine ganze Weile, und Langeweile, die einem die Nordschleife eh nicht verziehen hätte, kam nie auf. Immer wieder wurde man quasi in die Konzentartion gezwungen, da langsame, defekte oder abschleppende Fahrzeuge zu überholen waren, oder auch gelbe und gelb/rote Flaggen eine Gefahrensituation signalisierten. Das hat richtig Laune gemacht und obwohl es auch sehr anstrengend war über die Nordschleife zu rasen, kann ich nur sagen, dass es das defini und tief wert war.
Nach einiger Zeit war ich wieder dicht an dem Porsche dran und irgendwie habe ich es geschafft ihn im Bereich Eschbach, einer Linkskurve, außen zu überholen und dann vor ihm ins Brünchen ein zu biegen (im Video zu sehen). Der Absolute Wahnsinn! Bis dahin lief alles gut für mich auch wenn ich die Konkurrenten Bellersheim seit dem Start nicht mehr gesehen hatte. Wie viele Runden ich bis dahin gefahren bin wusste ich nicht mehr. Aber Hans wird mir ja ein Zeichen geben wenn ich reinkommen soll und da kam sie auch schon, die Ford Fahne. Das erste was mich aber stutzig machte war, das Wolfgang noch nicht komplett in seinen Rennklamotten steckte. Naja, denke ich, er wird schon wissen was er tut. Also fahre ich über die GP-Strecke und biege nicht auf die Nordschleife ab sondern durch die Boxeneifahrt (alle Nordschleifenerfahrene werden jetzt die Hände über den Kopf zusammen schlagen) in Richtung Box. Da sind in der Einfahrt hohe Reifenreihen zu einer Schikane aufgebaut. Merkwürdig denke ich und fahre weiter in die Box, aber ich sehe niemanden, der dort bereit steht.
Bis ich den Hans plötzlich flink wie ein Wiesel durch die Gasse rennen sehe. Ich fahre an die Zapfsäule, steige aus und helfe Wolfgang in den Sitz. Danach versuche ich Hans noch zu helfen aber der scheint irgendwie gereizt zu sein. Was hat er nur? Noch kurz getankt, Öl geprüft und schon konnten wir Wolfgang wieder ins Rennen schicken. Dann ging Hans zur Seite und winkte mich zu sich. Da gab es dann erst mal einen Elfmeter. "Was machst du denn jetzt schon hier?! ……..piiiiiiiiieeeep…piiiiiieeep…………!" Ich hätte doch noch eine Runde über die Nordschleife drehen müssen und dann durch die richtige Boxeneinfahrt rein kommen sollen. Ich frage noch "Welche Boxeneinfahrt? Im Training habe ich da keine gesehen." Aber Hans hatte sich schon wieder beruhigt und mit den Worten“…so, jetzt haste genug Feuer gekriegt. Bist trotzdem gut gefahren. Und geh da mal gucken, dann siehst du die Boxeneinfahrt!“ beendet er das Gespräch.
Da ich total durchgeschwitzt war, ging ich erst mal zu unserem Camp, um was zu trinken und mich ein paar Minuten hin zu setzen. Danach bin ich dann Richtung Anbindung Nordschleife /GP-Strecke gegangen und Tatsache: da gibt es eine Boxeneinfahrt. Ist ja Verrückt, die habe ich vorher nie gesehen aber wenn ich mich recht erinnere dann ist beim 24h-Rennen dort auch eine. Also nochmal, was war passiert: Beim ganzen Nordschleife lernen habe ich die Boxeneinfahrt komplett außeracht gelassen und bin dann im Rennen durch die Kurzanbindung oder Noteinfahrt wie im Training in die Box gefahren. Dadurch bin ich die GP-Strecke einmal völlig umsonst gefahren und eine Runde zu früh rein gekommen. Das erklärt auch den unvorbereiteten Wolfgang an der Boxenmauer, die hohen Reifenreihen in der Einfahrt und die völlig überraschte Boxencrew. So können einem die einfachsten Dinge zum Verhängnis werden. Das ist halt der Nürburgring mit seinen Tücken.
Ich gehe wieder zur Mido und Hans an die Boxenmauer und messe noch die letzten Rundenzeiten von Wolfgang, der fast eine halbe Minute schneller fährt als ich. Aber mit 35 Jahren Motorsporterfahrung sollte das ja auch so sein. Er bringt Anne noch heil ins Ziel und wir sind froh alles ohne größeren Ausfall überstanden zu haben. Es reicht nur für den dritten Platz aber wir sind zufrieden. Vor uns siegt der NSU von Backes und Bellersheim wird Zweiter. Bei einer späteren Zeitenanalyse stellen wir fest, dass wir gar nicht so langsam unterwegs waren und ohne meine „Show-Runde“ über den GP-Kurs wären wir sogar Zweiter geworden.“ Verdammt!!!“ Naja, beim nächsten Mal.
Nach dem Rennen sind wir wie immer noch Essen gegangen und haben dann im Camp noch ein paar alkoholische Getränke zu uns genommen, aber für eine Party hat der Akku dann nicht mehr gereicht. Wir, hauptsächlich ich, waren einfach geschafft.
Sünndag
Und so konnten wir am nächsten Tag früh raus und noch ein paar Rennen sehen, bis wir dann mittags Richtung Heimat aufgebrochen sind und die wahrscheinlich anspruchsvollste und geilste Rennstrecke der Welt verließen, den Nürburgring.
Aber eins steht fest: Muskelbärchen wird wieder kommen, die richtige Boxeneinfahrt treffen und das mit einer Hand breit Sprit im Tank . . . . .!
Assen, Belgien FHR-Cup-Rennen / Klassensieg aus Konkurrentenmangel
TT Curcuit Assen: Unser Ziel zum 4. Lauf des FHR Langstreckencups 2011.
Wie fast immer reisen wir schon am Donnerstag an und da ich „Anne“ vom letzten Rennen mit nach Hause genommen habe um nicht über Köln nach Assen fahren zu müssen, habe ich auch nur eine kurze Anreise von knapp 230 km. Natürlich wurde Anne von Wilhelm und mir für dieses Rennen gut vorbereitet. So ging es dann ohne Stress am späten Donnerstagnachmittag los ins Moto GP Land um die Strecke zu erobern die sonst Rossi & Co gehört.
Wie sollte es auch anders sein. Je näher ich meinem Ziel kam, desto mehr Wolken kamen am Himmel zum Vorschein und so erreichte ich bei schönstem Regenwetter Assen. Anmelden im Welcome Center und Jemanden fragen was wo abgeht ging noch nicht. War noch niemand Verantwortliches da. Aber Offen wars trotzdem. In Deutschland undenkbar, obwohl doch jeder weiß, dass Rennfahrer keine langen Finger haben. Ansonsten würden sie sich die alle Nase lang in den Lenkradspeichen brechen, wenn der Wagen in einen Reifenstapel donnert und sich das Lenkrad unkontrollierbar der Kollisionsbewegung anpasst. Da die Belgier bestimmt das "Kein-Helm-Kein-Overall-Keine-Bedienung-Spiel" spielen, gehe ich erst mal rein ins große Fahrerlager um mir einen Überblick zu verschaffen. Hans und Berthold mit Rod und Co kamen kurze Zeit später auch an und so konnten wir unsere Camps, nur getrennt von dem Toilettenhäuschen, nebeneinander aufbauen. Später sollte sich noch herausstellen, dass dies sehr wichtig sein sollte, da einer von Bertholds Truppe ein extrem lautes Rennfahrzeug mithatte ;-).
Am Freitag hatten wir außer der Technischen Abnahme nichts auf dem Programm und so konnte ich mich mit dem Streckenverlauf befassen, da ich die Strecke ja nur aus Onboard- Videos von Youtube kannte.
Habe mir also zur Vorbereitung ein Chevrolet Langstreckenrennen angesehen und bin Abends noch mit Manni, einem Bramscher Stock Car Kollegen der Nachmittags plötzlich mit WoMo bei uns im Fahrerlager stand, zu Fuß und mit Dosenbier die Strecke abgegangen. Nach ein paar weiteren Bieren mit „Rod Stewart“ (Bocki) und seinen Freunden, ging es dann aber zeitig ins Bett denn Samstag ist ja zweimal Training und auch Rennen.
Samstag früh haben wir dann bei Anne Reifendruck und den Sitz für Hans eingestellt, denn er sollte das erste Training fahren. Ich war für den zweiten Durchlauf gebucht. Lief auch ganz gut bis kurz vor Trainingsende, da wurde Hans von der Rennleitung in die Boxengasse gewunken. Der Transponder funktionierte nicht! Hans kam zu mir und ich lieh mir schnell Seitenschneider und Kabelbinder vom Team Hillebrand um den Transponder vom Käfighauptbügel an den Kühlergrill zu montieren. Hans wollte noch schnell eine Runde Fahren um ihn zu testen, aber die Zeit war leider schon abgelaufen und Hans musste direkt ins Fahrerlager fahren. Als Hans dann aus dem Auto stieg, war seine Laune nicht so gut, da ich für die Montage des Transponders verantwortlich war. In Zolder hat das an der Position auch funktioniert aber hier offensichtlich nicht. Und so hatten wir dann nur eine Rundenzeit die von Hand gestoppt wurde. Die gute alte Stoppuhr! Wie kalt und gefühllos ist dagegen ein digitaler Transponder? War aber auch nicht so schlimm, denn ich fuhr ja noch das zweite Training und da konnten wir den Transponder ja nochmal testen. Inzwischen waren auch Otto, Wilhelm und Piccasso Schmitz mit Anna-Lena da.
Dann kam mein Einsatz und ich fuhr zum ersten Mal auf den TT Curcuit. Yeeehaaa! Wie immer die ersten Runden sinnig - aber schon ab der zweiten Runde muss ich Gas geben, wollt ich da eigentlich noch nicht, aber ich kann nicht anders.
So drehe ich zügig meine Runden bis ich bei Start und Ziel die Schwarze Flagge mit dem orangenen Punkt gezeigt bekomme.
Verdammt, was bedeutet die denn nochmal??? Frisches Obst kreuzt??? Valensina sind die Größten??? Dabei hatten wir die beim Streckenpostenlehrgang im Winter extra angesprochen. Ich glaube das vielleicht irgendwas mit dem Auto nicht stimmt und fahre die nächste Runde rein. Der Wagen hinter mir folgt mir in Richtung der Boxen. Ich halte am Anfang der Boxengasse an und warte ab. Die Marshalls interessieren sich aber nur für den, der hinter mir rein kam. Auch gut. Dann fahre ich eben weiter. Die restliche Trainingszeit geht ohne Probleme zu Ende. Alsdann bereiten wir den Wagen fürs Rennen vor und ruhen uns noch etwas aus. Während Hans sich nochmal hinlegt vertreibe ich mir die Zeit bei unseren Nachbarn. Da startet Schröder , der mit Berthold zusammen in einer anderen Klasse an den Start geht, seinen 944er Porsche um zur Technischen Abnahme zu fahren. Da er zum ersten Mal dabei ist, versuche ich ihn ein bisschen zu verunsichern und sage, obwohl man den Wagen dank Originaler Auspuffanlage kaum hört. „ Boa ey, ist der laaauuut!!!“, „Man ist der laut!!!“, Schröder:“Wie, ist zu laut? Meinste echt?“ Schröders lauter 944er Porsche war geboren J.
Da das Wetter sehr Wechselhaft war hatten wir schon bedenken im Regen fahren zu müssen. Aber wir hatten Glück, es blieb trocken und Hans konnte ohne Probleme ins Rennen gehen. Zum ersten Mal hatten wir auch eine große Boxencrew: Otto nahm die Rundenzeiten, Wilhelm und Manni waren für den Boxenstop mit Fahrerwechsel vorbereitet und warteten darauf ihre Aufgaben zu erfüllen. Ich dagegen wartete nervös auf meinen Einsatz während Piccasso und Anna Lena mit der Kamera fleißig Aufnahmen von allem machten.
Falls jetzt jemand den Wolfgang vermisst: Der gehört natürlich noch zum Team, kam aber nicht mit nach Assen, da er im Urlaub war. Wenn man zu zweit fährt, dann gilt die 60/40 Regel. Das heißt: jeder Fahrer muss mindestens 1h 12min (40%) fahren und nach 1h und 15min kam Hans dann auch schon rein um zu wechseln. Während Wilhelm das Tanken übernahm hat sich Manni um den Ölstand gekümmert. Ich habe nur schnell die Kassette von der On Board Cam gewechselt und als ich gerade fertig war mit anschnallen usw., konnte ich auch schon los. So schnell ging das noch nie! Voll geil!!! So ists, wenn man genug Leute vom Fach dabei hat. Die sind bestimmt inne Innung! J
Ich gebe freilitsch erst mal ordentlich Gas. Was ich aber bisher noch nicht erwähnte: Unsere Konkurrenz hatten Hans und ich zu diesem Zeitpunkt schon längst abgehängt. Nicht etwa durch geschickte und riskante Teufelsfahrer-Manöver, nein - Die waren gar nicht erst angetreten L. So ging ich auf die Suche nach anderen Gegnern, denen ich gewachsen war. Aufgrund der schwachen Teilnehmerzahl von insgesamt nur 36 Fahrzeugen, waren die meisten jedoch mit mehr Motorleistung weit überlegen und so konnte ich in der restlichen Zeit nur zwei Fahrzeuge überholen. Also liebe Konkurrenz: Zeigt euch um zu jagen oder gejagt zu werden!!! Denn so ist es nicht wirklich spannend und -mit verlaub- bei 180 km/h schon ein wenig langweilig. So blieb mir nix anderes übrig als an meinem Fahrstil zu arbeiten und mit ein bis zwei Rutschern und Verbremsern habe ich dann das Rennen und den kleinen Sieg nach Hause gefahren.
Danach gab es vom überglücklichen Hans ein eiskaltes Bier und die Sache mit dem Transponder war vergessen. Echt lecker son Bier!!! Da der Schlauch von meiner Trinkflasche defekt war, hatte ich fast zwei Stunden nix mehr getrunken. Aber das wurde den Abend dann noch reichlich nachgeholt. Nach der Siegerehrung und einer schönen Mahlzeit, die Hans spendiert hatte, gingen wir wieder zu unseren Nachbarn mit dem lauten Porsche. Da gab es dann reichlich Methyl und lustiges Zeug zu erzählen. Wobei Schröder meinte, dass ich im Rennen irgendwie langsam aussah. Da musste ich ihm klar machen, dass er mit seinem 211PS 3L Porsche die gleichen Zeiten wie ich fährt und das dann wohl auch nicht schneller aussieht. Aber laaauuut issa der Porsche!!! J Wobei es mit der Zeit wohl auch nur an der Übung lag, denn im Rennen fuhr Schröder nochmal fast 10 sec schneller. Geht doch. So blödelten wir uns durch die Nacht und als wir uns dann so kurz vor 4 Uhr morgens mal hinlegen wollten, fiel dem Wilhelm noch ein seine Luftmatratze aufblasen zu müssen. Da nahm er noch die Restluft von Bockis Kompressor und plötzlich ganz unverhofft sprang der Kompressor noch mal an. Sachen gibt’s, naja, wenn er schon mal läuft… und auch schon alle wach sind, dann kann man das auch zu Ende bringen. Schröder Freundin - aus dem Schlaf gerissen - fragte laut „….muss das jetzt sein?!“ Wilhelm: „…WAAAAASSSS?!
Am nächsten Morgen haben es uns dann die meisten verziehen und nachdem wir alles eingepackt und verladen hatten, haben wir uns deren Rennen soweit es uns möglich war noch angesehen. Denn durch einen starken Regen der uns überraschte, als wir gerade noch Holländische Spezialitäten von ner Frittenbude genossen haben, wurde eine Stunde Zwangspause eingelegt. Wobei wir noch Glück hatten und uns halbwegs unterstellen konnten. Auf der Strecke waren gerade die offenen Monoposto-Rennwagen unterwegs.
. Das muss in den Kurven schon geschwappt haben so wie das geschüttet hat. Nach der Trocknungsphase ging dann das Youngtimer-Rennen von Bocki los. Das hat schon beim angucken richtig Spaß gemacht. Der sonst so vorsichtige Bocki scheuchte seinen 2002 richtig um den Kurs und machte eine Position nach der anderen gut. Am Ende Platz 2 in seiner Klasse! Bestens!
So ging dann wieder ein erlebnisreiches Wochenende zu Ende, das trotz Konkurrenzlosigkeit viel Spaß gemacht hat.
Und dafür machen wir das ja auch!!!
Nun bleibt mir nur noch abschließend zu sagen:„…… man ist der laaaauuut!!!!“
Nürburgring / MaaslingenPrivat 2 Stunden Nordschleife auf Porsche 944
… so steht es auf einem Schild am Nürburgring an einem Tunnel vom Fahrerlager zum Historischen Fahrerlager.
Bex hatte in der Oldtimer Markt gelesen, dass man im Rahmen einer Oldtimerrally für 85,- € zwei Stunden Nordschleife fahren kann. Das ist für mich natürlich die Gelegenheit um endlich mal ein paar Runden auf der Nordschleife zu drehen. Bis dahin waren aber nur noch drei Tage Zeit. Also erst mal angemeldet und die Kohle überwiesen, ohne zu wissen welches Auto wir dafür nehmen können. Mein Ducato? Höchst ungeeignet! Bex schönen Capri? Viel zu schade und zu schwach! Da hab ich den Mido mal angerufen und von dem Vorhaben berichtet. Er wäre auch gerne mitgekommen, hatte aber keine Zeit, und nach etwas Bedenkzeit gab er sein OK und wir durften mit seinem Porsche 944 zum Ring fahren. Um dann nicht nur für zwei Stunden zum Ring zu fahren, sind wir Samstag schon früh vor Ort gewesen, um noch den VLN Lauf von Timpi aus Uchte zu sehen. Mido hatte uns noch eine super Unterkunft organisiert und so waren wir -zwar ohne Frühstück- aber ausgeruht Sonntag pünktlich am Ring. Bex hatte noch kurz den Papierkram erledigt und schon ging es pünktlich um 8 Uhr auf die Piste. Ich fahre als erstes und Bex hält tapfer die Kamera. Endlich durch die grüne Hölle!
Vom erste Eindruck her wirkt alles viel kleiner als auf der Playstation. Die Bahn scheint schmaler und die Abstände der Kurven zueinander scheinen auch geringer zu sein. Egal, Wir hängen uns an ein paar langsamere Kollegen, um einfach mal locker eine Runde zu drehen. In der zweiten Runde werde ich dann schon schneller und überhole die langsamen Fahrzeug und fahre die Kurven recht zügig. Scheinbar nicht schnell genug: Die erfahrenen Piloten fahren uns mit ihren Semi-Slick bereiften Rennern nur so um die Ohren.
Manche meinten es auch ein wenig zu gut mit sich und ihren Wagen. Ein 911er überholte uns ziemlich zügig und drehte sich in der nächsten Kurve. So kann es auch gehen. Bei uns läuft aber alles bombig. Wir drehen begeistert vier Runden und halten dann für einen Fahrerwechsel.
TransAchsle zucken
Es war ja auch schon eine Stunde vergangen. Außerdem musste einer von uns mal austreten, und ich war es nicht J. Ab hier übernahm Bex mal das Steuer und ich machte den Kameramann. Und wie wir so unseren Runden drehen kam plötzlich ein verdächtiges Geräusch aus dem Bereich der Hinterachse. Bex fährt etwas langsamer und wir versuchen herauszufinden, was das sein kann. Dann gab es ein deutliches Schlagen von der Hinterachse. Wir hielten sofort an, konnten aber äußerlich keinen Schaden an Achse und Getriebe feststellen. Da steht man nun ratlos auf der Nordschleife und weiß nicht weiter. Großes TransAchselzucken machte sich breit. War es einfach ein technischer Defekt, der eh irgendwann aufgetreten wäre oder vielleicht doch das böse Karma von Bex, dem Zerstörer der Bleche? Hatte vielleicht sogar ich dem 944er zu sehr zugesetzt? Während wir noch Grübeln, kommt wie aus heiterem Himmel ein gelber Engel daher. Ein Abschleppwagen der auch gleich bei uns hält. Wie geht das, wir haben doch noch niemanden gerufen?! Egal, der nette Mann verlädt mit uns das Fahrzeug und bringt uns zur Werkstatt. Als wir aufbrechen bemerken wir ca. zwei Kurven später, dass da noch einer liegen geblieben ist. Dann war der Abschlepper wohl für ihn und nicht für uns bestellt. Tja, Pech. An der Werkstatt angekommen machen die Mechaniker uns klar, dass Heute nix mehr mit Reparatur ist. Schließlich ist Sonntag, aber wenn wir im ADAC wären, dann hätten wir den Krieg so gut wie gewonnen.
Und tatsächlich: Dank meiner ADAC plus Mitgliedschaft und einem Telefonat vom Werkstattmeister, organisieren Sie unsere Rückfahrt. Wir können ruhig nochmal Richtung Nordschleife gehen und an der Einfahrt Breitscheid was Essen. Zum ersten Mal heute was in den Magen bekommen ist sicherlich auch keine schlechte Idee. Wir hatten ja kein Frühstück. Nach einer deftigen Schnitzeleinlage gehen wir wieder zur nahegelegenen Werkstatt und alles ist schon vorbereitet und verladen. Alles einsteigen! Es geht mit Porsche huckepack Richtung Heimat und wir sind dann Tatsächlich bis zu uns auf den Hof gebracht worden. Für Lau! Kost nix: Dank ADAC plus Mitgliedschaft. Muss sich ja auch mal rentieren.
Nach kurzer Fehlersuche auf der Bühne steht fest, dass das Differential ein paar Zähne verloren hat. Also muss ein anderes her. Ein paar Tage dauert es und wir haben ein geeignetes Getriebe gefunden und verbaut. Auch Mido war wieder froh Porsche fahren zu können, obwohl das Fahren mit dem kürzlich erstandenen Festival LT auch nicht mal schlecht ist, aber Porsche ist halt schneller einfach sportlicher.