Samstag, 25. Februar 2012

Die 24h von Hibben

Hibben 24 Stunden auf der Nordschleife auf Playstation 3 und GT5  



Vor zweieinhalb Jahren hatten wir die Idee ein 24h  Rennen  mit mehreren PS2 zu veranstalten und den Nürburgring zu bezwingen. Nachdem immer wieder Anfragen kamen, wann es denn endlich sei, habe ich einfach mal einen Termin festgelegt.  Das letzte Februar Wochenende 2012!
Nach Absprache mit Olli H., der seinen 40. Geburtstag  am Sonntag desselben Wochenende feiert, aber  nur einen Frühschoppen plant, war alles klar.
Wir fahren von Freitag auf Samstag! Start sollte um 18 Uhr sein.

Aber wie schon erwähnt war die Idee schon etwas älter und die meisten hatten schon auf eine PS3 umgesattelt. Macht ja nix! Man kann sich der Zukunft ja nicht erwehren, und so fingen wir an, eine Woche vor dem Rennen bei Wilhelm im Partyraum das Motodrom aufzubauen. Auf der PS3 haben wir sogar den Vorteil, die Original Strecke zu fahren, also GP-Kurs mit Nordschleife. Der Aufbau gestaltete sich allerdings etwas schwierig. Wir hatten anfangs nicht sofort alle Geräte zur Verfügung. Für das Rennen werden : 4 x TV, 4 x  PS 3 mit dem Spiel GT 5 und 4 Rennsitze mit Lenkrad benötigt. Dank FHR Kollege Bernd Hillebrand, der uns seinen Sitz zur Verfügung stellte, waren die zuerst komplett. PS 3 gibt es ja genug, nur wollten wir mit dem BMW M3 GTR Race Car 01 fahren. Den bekommt man aber nicht einfach so, wie auf der PS2  und somit hatten wir nicht genug Fahrzeuge für das Rennen. Da  nahmen wir erst mal die zwei die wir hatten um die Trainings-und Qualifikationszeiten zu fahren.


Fast alle Fahrer kamen in der Woche zum Training und brannten eine Zeit in den Ring. Als mein Bruder Benni dann Mittwochs erstmals eine Probefahrt auf dem Ring gemacht hat, sagte er „ trag mich mal mit ein!“ Super, denn bis dahin waren wir bloß 19 Fahrer und sind  jetzt vollzählig.
Fünf Fahrer in jedem Team schien uns beim ersten Rennen die ideale Besetzung zu sein. Unser Timpi, der nur Samstagnachmittag Zeit hatte, bekam eine Wildcart und sollte dann für einen einspringen der mittags weg musste. Schließlich  ist er der einzige von uns der schon mehrmals beim echten 24h Rennen mitfuhr. Nach und nach bekamen wir dann auch die restlichen Geräte und sogar noch mehr als geplant war. So kam Veranstaltungstechniker Sebastian Schmitz spontan vorbei und brachte Lautsprecher, Mischpult und Kopfhörer mit. So hat jeder Fahrer seinen eigenen Sound direkt am Ohr und kann sich auf seine Mission konzentrieren. Die Zuschauer bekamen  Musik oder auch  Motorensound direkt vom Mischpult geliefert. Super Einsatz, Danke dafür!
Das alles schien aber nicht genug, da brachte unser Lübke noch eine fünfte PS 3 mit. Da wir ja nur Online gemeinsam in einem Rennen fahren konnten, hat er die nur zum Beobachten genutzt und so hatten wir einen Zeitenmonitor. Also wenn die beim richtigen 24h Rennen mal Probleme mit der Technik haben, dann können die uns fragen!

Dann habe ich die Teams nach den Qualifikationszeiten eingeteilt. Die ersten 8 Fahrer in Team 1,2,3,4,1,2,3,4 und die letzten in der Liste von unten angefangen 1,2,3,4,1,2,3,4. So sind die Teams etwa gleichstark eingeteilt dachte ich. Da waren dann noch zwei Fahrer mit gefahrener Zeit und zwei ohne.

Nach kurzer Überlegung  wer, wie, wohin haben wir uns dazu entschlossen die Zündreinfolge eines Granada 4 Zylinders soll dies entscheiden.
Die ist  1,3,4,2!
Feddich!!!!
So, nu kann das Rennen losgehen.
Gentelman, Start your engine!

Da die ersten Stunden ja die spannendsten sind, haben wir uns dazu entschlossen, dass jeder Fahrer erst nur eine Stunde fahren sollte und das der Reihe nach.
Also die schnellsten zuerst usw. Hat soweit auch gut funktioniert - außer in Team 4. Da fehlten die ersten beiden Fahrer und so wurde der Kristian ins „kalte Wasser“ geschubst und musste als erstes ran. War aber kein Problem für ihn. Pünktlich um 18.07 Uhr haben wir das Rennen gestartet, das erste 24h Rennen von Hibben!
Als erstes  setzte sich Team 2 an die Spitze. Sebi war gleich so extrem schnell unterwegs, dass niemand richtig gegen halten konnte. Auch in den folgenden Stunden war es schwer den Vorsprung wett zu machen, aber hin und wieder klappte es.
Zu späterer Stunde wurde es im Motodrom dann immer leerer, da  einige versuchten etwas  zu schlafen. Einer verabschiedete sich sogar mit den Worten “ich komm wieder wenn ich ausgeschlafen habe“!
Hallo!? Das ist doch kein Urlaub hier, sondern ein Rennen wo Teamgeist gefragt ist. Aber das war auch nur einer. Alle anderen haben sich mit ihren Teamkollegen abgesprochen und sich so ihren Schlaf eingeteilt.
In der Nacht gab es dann den ersten Technischen Defekt. Das Lenkrad von Team 1 verweigerte plötzlich den Dienst. Da aber ein paar Nimmersatt in einem Nebenraum noch eine komplette Trainingsstation aufgebaut hatten, konnte das Lenkrad schnell durch dieses ersetzt werden. Dies alles geschah während meiner kurzen Schlafphase und als ich dann morgens um 4 Uhr das neue Lenkrad übernahm, waren wir irgendwie auf Platz 1 vorgerückt und sollten den  auch erst mal nicht mehr abgeben.
Was aber noch zu einem Problem wurde war die Zeit, da wir ja online unterwegs waren. Von der netten Telekom wird man ja nach 24h kurz aus dem Netz geworfen.
Also haben wir uns dazu entschieden erst ein Rennen über 90 Runden zu fahren, und dann kurz den Rooter einmal aus/an, und ein zweites Rennen über die restliche Distanz zu fahren um unsere 24h voll zu bekommen. Das waren dann nochmal 72 Runden. Das erste Rennen ging 13h 38 Min und es gab für das Gewinnerteam über 4.000.000 Credits und das Level wurde von 24 auf 28 erhöht. Das hat sich für den Playstation Besitzer schon gelohnt! Genau wie das über 5 Stündige Update das wir eine Woche vorher machen mussten um die Playstation überhaupt auf den aktuellen Stand zu bringen.
Nach dem Neustart des 2. Rennens lief dann alles ohne Probleme. Pünktlich gab es dann auch von Waltraut und Maarit das Frühstück. Vielen Dank nochmal dafür!

Bei einem Team waren Zeitweise nur zwei Fahrer vor Ort und als wir fragten, ob wir mal mit ein springen sollten, sagten die nur „das kriegen wir schon hin“! Das ist mal Sportsgeist!!!




Gegen Mittag hatten sich die meisten dann auch wieder eingefunden und auch die, die noch nicht viel gefahren hatten. Dafür mussten die jetzt  mehr ran. Denn jeder Fahrer sollte während des gesamten Rennens mindestens 4 Stunden gefahren sein. Mittlerweile waren alle so geübt, dass fast nur noch spitzen Zeiten gefahren wurden und so ging die Jagd auf die Bestzeit los. Am Ende gab es dann folgende Bestzeiten in den Teams:

Team 1     8,06
Team 2     8,09
Team 4     8,10
Team 3     8,16

Wahnsinn wie dicht die Teams auf dieser Tabelle zusammen liegen. Zwischen erstem und letztem nur 10 sec. Das ist schon sensationell!!!!
Der Nachmittag verlief auch ohne Probleme und so konnten wir dann ca. um halb sieben, nachdem das führende Team in der letzten Runde die anderen eingesammelt hatte, gemeinsam nach 24 Stunden und 19 Minuten Gesamtfahrzeit, die Ziellinie überqueren!!! In der Hoffnung wieder einen hohen Geldgewinn zu bekommen quitierte die PS 3 dann mit einem schwarzen Bild. Absturz nach Zieleinlauf!
War dann  wohl doch  zu viel Input in so kurzer Zeit für die PS.

Auch bei der anschließenden Siegerehrung haben wir keine Kosten und Mühen gescheut und so wurde sie vom einzig waren „DUFFMAN“ Sebi durchgeführt, so wurden alle Fahrer  und Teams für die großartige Leistung gewürdigt  und  dem Siegerteam einen Wanderpokal überreichte.
 „ohu yeeaaa!“

Alles in allem war die Veranstaltung ein super Erfolg und wird auf jeden Fall fortgesetzt. Außer den Teilnehmern vom ersten Rennen, haben sich noch ein paar andere schon mal vormerken lassen.
Da werden wir das nächste Mal wohl mit 5 Teams an den Start gehen. Und dann vielleicht sogar mit dem BMW?!

Vielen Dank nochmal an die Familie Hamann das wir über eine Woche den Partyraum als Motodrom nutzen durften, an alle Helfer, die das Rennen mitorganisiert haben  und auch an alle
Teilnehmer, die sich sehr gut benommen und durchgehalten haben!!!

„Endlich normale Leute“!!!
Bis zum nächsten Event!!!


Mit motorsportlichen Gruß
Christian Kocher

[ck]



Qualifikationszeiten:

Toffi                    8,36848
Sebi                     8,46915
Dökel                  8,51106
S. Gosewehr        8,56882
C.Kocher             9,00203
Lattek                  9,03738
Simson                 9,07971
Mampfred             9,2409
Baroni                  9,28
Simon                  ohne Zeit
Tussy                   ohne Zeit
Dodo                   9,40882
Kristian                9,48615
Hohnstädt            9,57910
Schnodda             10,04606
Benni                   10,10690
Meyer mit „Y“       10,12
Marco U.              10,22197
Wilhelm               10,37181
Lübke                   10,55

        Wildcart Fahrer Timpi    9,08



Gesamtergebniss  nach 24h19m

Platz   Team 1   mit  162  gefahrenen Runden
Platz   Team 2   mit  160  gefahrenen Runden
Platz   Team 4   mit  156  gefahrenen Runden
Platz   Team 3   mit  154  gefahrenen Runden


Team 1

Toffi
C.Kocher
B.Kocher
Lübke
Baroni


Team 2

Sebi
Lattek
Schnodda
Wilhelm
Dodo



Team3

Dökel
Simson
Hohnstädt
Marco Uphoff
Simon  



Team 4

Gosewehr
Mampfred
Kristian
Meyer mit “Y”
Tussy







Samstag, 14. Januar 2012

Quer As Folks—Historic Ice Trophy 2012






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Altenmarkt-Zauchensee / Österreich Historic Ice Trophy - DOXA 6 Stunden von Altenmarkt

Altenmarkt. Die Historic Ice Trophy 2012 im österreichischen Altenmarkt lockte 2012 wieder Fahrer aus sieben Nationen mit ihren historischen Fahrzeugen auf die längste Naturrennstrecke Österreichs.

„Spinnts, ihr?! Da fahren Rennautos!“ Die Stimme des Streckensprechers überschlägt sich fast, als er zwei Langläufer auf der Strecke entdeckt. Schon sprinten drei Streckenposten auf die verdutzten Wintersportler zu und ziehen sie hektisch von der Rennbahn. Nur Sekunden später prescht ein BMW 2002ti an ihnen vorbei und nebelt sie in einer Gischt aus Schnee und Eis ein. Willkommen bei der Historic Ice Trophy in Österreich. Auf einem über zwei Kilometer langen Rundkurs, der auf einer Wiese am Rande der Ortschaft Altenmarkt entstanden ist, kämpfen in diesem Jahr 52 Teams in historischen Fahrzeugen um Rundenzeiten und Positionen. 

Schon driften ein Porsche 944 von 1982 und ein VW Käfer 1303 von 1972 über die bis zu zehn Meter breite Bahn. Obwohl es weder um Punkte, noch um eine Siegprämie geht, schenken sich die Fahrer keinen Millimeter. Es erscheint schon etwas befremdlich, die schönen Old- und Youngtimer über eine Eispiste rasen zu sehen. Bei vielen Modellen handelt es sich schließlich um echte Wertanlagen. “Sein Auto im Winter auf Eis und Schnee am Limit zu bewegen, hat für jeden, der Motorsport im Blut hat, einen besonderen Reiz.“, versucht Peter Trippacher, Pilot des 944, aufzuklären. Als auf der Zielgeraden ein Porsche 911 Turbo nach dem aufgehäuften Sprunghügel mit lauten Knall auf das Eis aufschlägt, fügt Trippacher hinzu: “Und es macht wirklich Fun!“ 




Seit 2004 wird die Historic Ice Trophy sozusagen als „Angrillen“ für die Motorsportsaison am zweiten Wochenende im Januar veranstaltet. “Wir wollten ein Eisrennen schaffen, bei dem keine historischen Fahrzeuge durch Salz beschädigt werden und der Fahrspaß im Vordergrund steht“, gibt der Rennleiter Christian Weitgasser an. Ein British Leyland Mini Clubman fegt am Starthäuschen vorbei. Aus dem offenen Innenraum Johlen die Piloten den Zuschauern zu. „Ich glaub, das ist uns gelungen!“, freut sich Weitgasser.
In fünf unabhängigen Wettbewerben können sich Profis wie Amateure auf der längsten Naturrennstrecke Österreichs messen. Als besonderes Highlight wurde in diesem Jahr erstmals die DOXA 6-Stunden von Altenmarkt ausgefahren. Aber nicht nur den Teams, die unter anderem aus Deutschland, Belgien, Ungarn und Italien angereist sind, auch den Zuschauern hat die Veranstaltung einiges zu bieten. Sie müssen sich eigene Tribünen in die meterhohen Schneewälle rechts und links des Rundkurses graben, um das Renngeschehen verfolgen zu können. Trotz Kälte und Schneetreiben sind die spektakulären Drifts und Sprünge, die die mindestens 20 Jahre alten Wagen von Alfa Romeo bis Trabant auf die Strecke zaubern, ein Publikumsmagnet. Selbst die beiden Langläufer stehen noch auf der richtigen Seite der Absperrung, halten Glühwein in der Hand, und lassen sich von einem Ford Escort ein weiteres Mal in eine Schneewolke einhüllen.
[ab]

Sonntag, 23. Oktober 2011

Das letzte Rennen der Saison oder Trotz Simca-Hieb Klassensieg!


Nürburgring, Maaslingen FHR-Cup-Rennen / Der Klassensieg wird im letzten Saisonrennen zementier


Für einen sollte es  das allerletzte sein.
Es stand das 2h Rennen auf dem Nürburgring an, mit  Nordschleife und der Grand Prix Strecke mit Kurzanbindung.
Training und Rennen fanden nur am Sonntag statt. Trotzdem wollt  ich schon am Freitag zum Ring und so habe ich „Anne“ am Nachmittag von Hans geholt und mich dann am Ring  im Fahrerlager mit Andre Sommerberg getroffen, der eigentlich auch erst am Sonntag mit uns zusammen sein Rennen fährt. Man trifft dann natürlich auch noch andere, die man ja meist nur beim Rennen sieht. Da sind z.B. noch Berti und Schröder, die am Freitag schon ihr Training mit ihren 944er hatten. Aber da ich erst  spät am Ring ankam waren die schon wieder in ihrer „PENSION“. Es muss da ja echt super sein….! ;-)  So sind Andre und ich dann in den legendären Lindenhof gegangen und trafen da auch schon die nächsten Bekannten. Opel Astra-Treter Jockel mit seiner Crew von IGEL MOTORSPORT. Also haben wir mit den Schraubern etwas getrunken. Jockel musste sich zurück halten, da er am Samstag ein Rennen hatte.
Am nächsten Morgen habe ich mich erst mal um die Papier-und Fahrzeugabnahme gekümmert. Außer einem dreckigen Motorraum hatte der Technische Kommissar nix zu beanstanden. Die Box, die wir für das Wochenende gemietet hatten, konnten wir erst ab 16 Uhr beziehen. Zum Zeitvertreib habe ich dann Schröder bei seinem ersten Rennen zugesehen. Leider  nicht sehr lange – nach nur ein paar Runden ist er schon mit Kupplungsschaden ausgefallen und so war das Wochenende für beide
Gelaufen. Berti und der Porsche waren für das 2. Rennen gesetzt aber der Schaden ließ sich nicht einfach mit einer Dose WD40 wegspritzen – schon gar nicht in der kurzen Zeit zwischen den Rennen.
Am Nachmittag kam dann Wolfgang zum Ring und baute sein Camp  bei den Sommerbergs auf, wo jetzt auch die Familie und Andre‘s Kumpel Atze ankamen. Nachdem Abends Mido und Bex mit dem Admiral am Fahrerlager eintrafen, haben wir alle denn Abend wo verbracht ?! ….genau! - im Lindenhof! Dort hatten wir eine gemütliche Runde bei empfehlenswertem Essen und ein paar Bieren und so ließen wir die Nacht nicht zu lange werden, da wir ja am Nächsten Tag Training und Rennen Fahren mussten.

Morgens halb Sieben. Der Ring schläft noch und ich mache mich auf dem Weg zu unserer Box. Ich wollt noch schnell den Wagen einmal überputzen und nebenbei auf den Anruf von Hans warten damit ich ihm seine Eintrittskarten bringen kann. Da stand er Plötzlich schon hinter mir. Wie macht der das bloß  immer?  Hans Tochter „Anne“, also die echte, war zum ersten Mal in diesem Jahr mit beim Rennen. Nachdem Wolfgang dann in die Box kam und  sich beschwerte, dass ich so früh schon krach gemacht hätte und ihn geweckt habe, machten wir uns für das Training fertig.
Der frühe Vogel fängt halt  den Wurm…..- nur manchmal muss man ihn halt wecken! Wolli sollte als erstes im Training fahren, da es in der Nacht schon  gefroren hatte und die Strecke, gerade die Nordschleife, noch sehr unberechenbar war. Und so war es dann auch. Als ich das Fahrzeug
übernahm sagte Wolfgang zu mir, dass die Sonne Teile der Strecke abgetrocknet hat, aber in den schattigen Abschnitten  sei es immer noch sehr glatt.
Auf der Grand Prix Strecke  war der Asphalt fast bestens. Ein wenig trügerisch sogar.
Als ich mit Schwung aus der Mercedes-Arena kam, zog ich gleich nach rechts um mich auf die Ford Kurven vorzubereiten.  Mir fielen die vielen Hütchen auf der Strecke auf und ich dachte  „Welcher Vollidiot stellt die denn genau in den Weg?!“  Die Erkenntnis trifft mich unvorbereitet: „Wirr fahren ja die Kurzanbindung!“ Da werden die Ford Kurven, Dunlopkehre und Schumacher-S weggelassen und so muss ich also nach rechts abbiegen und nicht nach links. Als ich mit der völlig falschen Linie in die Kurve einbiege guckten die Streckenposten auch nur Kopfschüttelnd und ihre unverwüstliche Rennerfahrung lässt sie sich schaudernd Fragen, wie man eine Rechtskurve nur rechts anfahren kann. Vielleicht sollte ich in Zukunft mit Navi über den Ring fahren um über die aktuelle Streckenführung und Boxeneinfahrten GENAUESTENS, um in der Sprache der coolen Kids von heute zu bleiben, MEGA- informiert zu sein.

Dann ging es auf die Nordschleife und gleich im Hatzenbach war es auch schön glatt. Die sonnigen Abschnitte schmiegten sich passable an die Pellen, aber sobald noch Schatten über der Strecke lag, war die Nässe noch gefroren und der Escort fing sofort zu rutschen an. So merkte ich schnell, dass es hier nix zu holen gab, da ich Wolfgangs Zeit eh „noch“ nicht schlagen kann, fuhr ich vorsichtig meine
zwei Runden und lernte die Nordschleife wieder von einer ihrer  unzähligen Seiten kennen. Nur wer ankommt, kommt auch in die Wertung. Einige Fahrer schienen schon wieder um ihr Leben zu fahren und gaben richtig Gas. Von einem Boxen Kollegen hörte ich nach dem Training, dass ihn ein BMW übereifrig überholte und direkt in die Leitplanke rutschte. So kann es also auch gehen.

Dann bereiteten wir uns auf das Rennen vor und da die Sonne den ganzen Tag schien, wurd auch die Vorfreude auf das Rennen immer größer.
Mittags wurden wir mal wieder daran erinnert, dass Motorsport auch  unschöne Seiten hat. Der Moto GP Fahrer Marco Simoncelli verunglückte beim Rennen in Sepang tödlich.
Als Startfahrer wird Wolfgang vom Teamchef bestimmt, da er ja die Boxeneinfahrt 100%ig  kennt. Also habe ich dann Wolfgang zum Vorstart begleitet, wo die Marshalls dieses Mal mit der Aufstellung etwas überfordert waren: Sie schienen die letzten Fahrzeuge willkürlich für  die Einführungsrunde einzuordnen. Naja, irgendwas ist ja immer. So ging das Rennen dann los und Wolli fuhr wie gewohnt souverän ein Super Rennen. An der Boxenmauer verfolgten Teamchef Hans, Tochter Anne, Mido und Bex das Rennen, während ich mich mit der Kamera bewaffnet irgendwie versuchte ein paar Aufnahmen von dem Drumherum zu machen. Kurz vor der Halbzeit bereitete ich mich dann schon etwas nervös auf den Wechsel vor. Bei mir stand dann auch Björn Sommerberg der versprach beim Boxenstopp zu helfen, sobald er bei seinem Cousin Andre geholfen habe. Wir waren aber genug Leute  als Wolfgang dann rein kam. Während er mir beim Anschnallen half, sagte er noch, dass die ganze Strecke frei von Eis sei,  ich aber  trotzdem aufpassen sollte. Es ist immer noch die Nordschleife und da können überall schnell neue Gefahren auftauchen.



Während Hans die Zeit stoppt, denn wir müssen mindestens 60 sec. stehen, guckt er auch gleich nach dem Öl, Mido wechselte bei der On-Board Cam den Akku (zum ersten Mal haben wir das ganze Rennen On-board aufgenommen) und Bex half wo er gebraucht wurde. So kam ein super Boxenstopp zu Stande und schon ging sie los

die Wilde Fahrt. Ich konnte gleich richtig Gas geben und habe sogar die Kurzanbindung berücksichtigt. Die Nordschleife war, wie sie der Wolli beschrieben hatte, einfach nur Geil!!! Das ist wie Achterbahn fahren, nur dass man selber Steuern muss. Nach dem Adenauer Forst standen auch schon die ersten verletzten Autos am Streckenrand und am Klostertal kam dann der Schreck für mich.
Der BMW von den Sommerbergs stand auf dem rechten Grünstreifen in Fahrtrichtung, das Heck rechts und links leicht eingedrückt. Neben ihm ein Staffelfahrzeug auf der Strecke. Ich gehe
etwas vom Gas, denn es wird Gelb geschwenkt und  Dreck liegt auf der Fahrbahn. Als ich dann an dem Servicefahrzeug vorbei war, konnte ich das ganze Elend sehen. Josef hatte mit dem BMW vorne
links einen harten Einschlag, so dass das Rad eingeklemmt schien. Er kam wohl beim Zweikampf mit einem anderen Teilnehmer von der Strecke ab, erzählt  er später. Nach der kurzen Schrecksekunde trete ich das rechte Pedal schon wieder gen Bodenblech. Während ich in der ersten Runde keinen  würdigen Gegner für mich  finde konnte, sehe ich andere, stärkere  Teilnehmer nur kurz im Rückspiegel und dann an mir vorbei fliegen. In der zweiten Runde an der Einfahrt zur Nordschleife dann mein erster „Gegner“:  Ein R5, der sich aber ergibt und mich vorbeilässt. Mist, so will ich das aber auch nicht. Kurz vor dem Karussell laufe ich auf einen kleinen Porsche auf. Es müsste ein 912er sein. Der gibt sich nicht so leicht geschlagen und versucht gegen zu halten. Welcher Porsche will sich auch schon vom 1300er Escort verblasen lassen. Aba  watt mutt, datt mutt! Kurz vorm Brünnchen kann er nicht mehr gegenhalten und ich komme vorbei. Super geil, so macht das Spaß. Und da habe ich auch gleich schon den nächsten vor mir. Schon wieder ein Porsche.“ Hier muss irgendwo ein Nest sein!“. Ich versuche an dem 924er dran zu bleiben. im Bereich Pflanzgaten sehe  ich im Rückspiegel einen Simca anfliegen. Ich denke:“Na gut, nach der nächsten Rechts kann er ja vorbei fahren…“ und lenke ein. Da bekomme ich hinten rechts einen Schups! “ Da hat die *piiieeep* mich gerammt!“  
Ich kann Anne aber ohne Probleme auf Kurs halten denke im selben  Augenblick, in Erinnerung meiner StockCar-Vergangenheit: „Ey, den Sport mache ich nicht mehr…!“ Egal, ich bleibe weiter am 924 dran. Selbst auf der Döttinger Höhe konnte der Porsche unsere tapfere „Anne“ nicht abhängen und auf der Start/Ziel-Geraden hatte Sie dann endlich die Nase voll, holte einmal tief Luft und zog am Porsche vorbei! Yeehaw!!! In der nächsten Runde bemerke ich, dass die Öltemperatur etwas
Hoch ist und schalte von da an früher. Später sagte Hans, dass das normal ist und ich ruhig hätte normal weiter fahren können.
Hin und wieder sieht man verunfallte Fahrzeuge neben der Strecke oder Dreck auf ihr und wird daran erinnert, wie heimtückisch der Nürburgring sein kann.


Die letzten Runden verlaufen ohne Probleme und ich kann bei schönstem Wetter die Saison an der Ziellinie mit einem kräftigen YEEHAW beenden.

Nach dem Zieleinlauf wurden wir gleich direkt ins Fahrerlager geleitet. Da kam plötzlich ein Streckenposten auf mich zu: „ Hey, ihr seid doch da vorne in der Box?! Kann ich gleich Autogramme von euch haben?!“ „Ja klar“!
Hans, Wolfgang, Mido, Bex und Anne hatten schon alle Sachen eingepackt und wir sind dann in unsere Campingecke gegangen, wo die Sommerbergs immer noch auf ihren verunfallten BMW warteten. Während Streckenposten Markus B. seine Autogramme bekam, wir  uns über unsere Saison und ein tolles Rennen freuten,  kam dann auch der Abschleppwagen mit dem BMW. Eine kurze Schadensbegutachtung machte klar, dass es wohl das allerletzte Rennen für den BMW gewesen ist. Das wichtigste aber war, dass es dem Josef gut ging. Bis auf ein paar blauen Flecken war ihm nicht passiert. Soweit ich weiß haben die Sommerbergs gleich ein paar Tage nach dem Rennen mit dem Bau des neuen BMW begonnen und  ihn vielleicht schneller fertig als ich diesen Bericht. Die kleine Beule an „Anne“ von dem Rempler im Pflanzgarten sieht man übrigens kaum. War also nicht so schlimm wie erst gedacht. Und so können wir zufrieden nach Hause fahren und auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken.


Dabei möchte ich mich noch bei allen Beteiligten bedanken die mich auf den Rennstrecken unterstützt haben  wie:

Hans, Wolfgang,  Bex, Mido, Andreas, Anne und “Anne”, Wilhelm, Otto, Manni, Andre, Björn und Berti.

Natürlich bedanke ich mich auch bei allen, die mich neben der Rennstrecke unterstütz haben!

Und  nicht zu vergessen unser Blogmaster Arne, der diese Seite ins Leben gerufen hat und unzählige Stunden opfert um Berichte, Bilder und Videos zu bearbeiten.


VIELEN DANK an alle und dass wir weiter einfach eine GEIE ZEIT erleben!!!

Gruß, euer (Muskelbärchen)
 Christian Kocher
[ck]




Samstag, 8. Oktober 2011

Gang Drei und die Ladekontrolle


Nürburgring, Maaslingen FHR-Cup-Rennen / Der erste Platz trotz technischer Problem
Es ist Donnerstag, die Sonne scheint nicht und das Wetter ist schlecht - aber die Frisur hält!
Natürlich meine ich damit unseren Rod Stewart der seinen Promibonus nutzte  und uns eine Box reservierte. Nach und nach trafen wir ein und da wir mit nur drei Autos (Bocki mit dem Grünen,  Schröder und Speed-Opi  mit ihrem lauten Porsche und wir mit Anne) waren, hatten wir auch genug Platz uns auszubreiten und  richteten uns die Box ein. Nachdem Hans dann zügig dafür sorgte, dass wir durch die Papier- und technische Abnahme kamen, konnten zum gemütlichen Teil übergehen. Nach dem traditionellen Essen im Lindenhof haben wir dann  noch  Michael Schumacher in der ersten Box getroffen. Natürlich den echten und nicht diesen F1 Fahrer. So ließen wir den Abend mit ein paar „Erfrischungsgetränken“ in die Nacht übergehen um dann auch zeitig  unsere Quartiere zu beziehen. Das heißt alle schliefen direkt hinter der Box in ihren Mobilen, außer Nobelschröder. Der Porschefahrer zog eine PENSION vor.
 Reifenpoker
Am Freitag bereiteten wir uns alle dann auf unser Training vor. Wir waren als erstes dran, gleich mittags  nach den Test- und Einstellfahrten. Trotz feuchter Strecke ließen wir unsere Semi-Slicks drauf und Hans fuhr die ersten Runden. Da er eh nicht so viel fahren wollte, nutzte ich die restliche Zeit zum testen. Es war ein bisschen rutschig aber Ok und „ Anne“ machte noch keine Zicken und so haben wir  das Training zufrieden abgeschlossen. Schröder und Bocki waren erst am späten Nachmittag dran und dann ging der Reifenpoker los. Schröder hatte in der Fahrerbesprechung gehört, dass die meisten bei der nassen Strecke auf Regenreifen setzen wollten. Da bat er mich ihm beim Reifenwechsel zu helfen. Also Semislicks runter und Regenreifen drauf. Wir mussten uns beeilen da nicht mehr viel Zeit bis Trainingsbeginn war.
Nachdem wir dann fertig waren bin ich mit jemanden in die Boxengasse gegangen, um mal nach der Strecke zugucken. Da merkten wir, dass sie ja schon fast in Begriff war abzutrocknen. Verdammt, warum hat da vorher niemand nach geguckt *vordiestirnklatsch*. Also alle an die Gewehre, Regenreifen wieder Runter und Semislicks drauf. Da alle mit angepackt haben, ging das alles in Rekordzeit und Schröder konnte sein Training ohne Probleme absolvieren. Bei Bocki war zu der Zeit ähnlicher Reifenstress ausgebrochen, denn dort wurde auch wieder zurück gerüstet. Jaja, immer dieser Reifenpoker.

Den Abend ließen wir dann ruhiger angehen und nachdem wir in meinen TV, den ich wohlweißlich mitgebracht hatte, die Stefan Raab Qualy vom Stock Car Rennen gesehen hatten ging es für mich auch schon ins Bett, denn wir hatten Samstag früh schon unser 2. Training.
Räääzing Teim ohne Zahnbürste
Morgens um neun ging es dann los. In diesen Training sollte nur ich fahren und da Hans die Wassertemperatur am Vortag noch zu niedrig war,  hat er den Kühlergrill ein wenig abgeklebt und  ich sollte eben ein paar Runden testen und zur Kontrolle zwischendurch mal rein kommen. Der Asphalt war diesmal nur etwas feucht und „Anne“ lief ohne Probleme, hatte aber noch mit ein wenig Untertemperatur zu kämpfen. Also klebte Hans beim  Boxenstop noch etwas mehr ab. Perfekt! So kann es bleiben, denke ich nach ein paar weiteren Runden und beende das Training. Die 30 min waren eh fast um.
Während die anderen ihr 2. Training absolvierten haben wir "Anne" und uns aufs Rennen vorbereitet. Ich sollte den ersten Turn fahren und das so lange wie möglich. Das sind bei dem  4h Rennen  fast 2,5h. Um 15 Uhr ging es dann schon in die Startaufstellung. 
 Hier gibts mehr Bilder
Hier noch gar nicht erwähnt wurde das Team Bellersheim, die nämlich einen Platz vor uns stehen. Das wird ein interessanter Start. Endlich geht es los. In der Einführungsrunde versuche ich die Reifen durch viel zick-zack-fahren auf Temperatur zu bekommen.  Bellersheim kaum. Wie immer gibt es einen fliegenden Start und mit ein paar Wagenlängen Abstand zu Bellersheim geht es in die ersten Kurven. Schnellere Fahrzeuge überholen uns und ich kann auf Bellersheim aufschließen. Wir kommen aus  der Dunlop-Kehre und bei der Einfahrt ins Schumacher-S (also dem F1`ler seins) fährt Bellersheim schon zu weit innen über die Curbs so das er an Schwung verliert und ich kann ihn im Kurvenausgang überholen! YYYEEEAAAA! …schon in der ersten Runde. Wer hätte das gedacht. Von da an war der grüne Escort von Bellersheim nur noch im Rückspiegel zu sehen. Und was ich nie gedacht hätte, er hat Mühe dran zu bleiben und musste auch irgendwann abreißen lassen, da er in einigen Kurvenausgängen schon öfter etwas  in den Kies gefahren ist. Einmal hat er sich auch fast gedreht. Doch dann begann "Anne" Zicken zu machen. Der 3.Gang ging mal wieder schwer rein und so versuchte ich irgendein Mittel zu finden um ein „Zähneputzen“ im 3. Gang zu vermeiden. Dabei kam der Konkurrent aus dem Kies auch schon wieder etwas näher. Ich habe dann meine Schaltgewohnheiten geändert und den 3.Gang weiter ausgedreht oder beim runter schalten Übersprungen. In den ersten 1,5h vom Rennen war es sogar schön trocken und man konnte gut Gas geben. Dann kamen ein paar Tropfen, dann wieder etwas trockener, aber letztendlich doch nochmal richtig Regen. Das war dann mit den Semislicks schon sehr rutschig aber noch fahrbar. Es konnte eh nicht mehr lange dauern bis zum Boxenstop. Aufgrund der Dunkelheit habe ich dann das Licht angemacht. Das Rennen geht ja bis kurz vor acht, also bis in die absolute Dunkelheit.
Während ich auf das Zeichen zum Wechsel warte fängt "Anne" an mit einer roten Lampe glimmende Lichtzeichen zu geben. Die Ladekontrolle! Was hat Sie  nur….? Dann kommt das Signal. Also rein in die Box und dann wie besprochen. Berti und Schröder übernehmen den Tankvorgang, Hans guckt nach dem Öl und ich bereite die Gurte für Hans vor. Dann schnalle ich Hans an und der will gleich sofort los und startet den Wagen da schreit von hinten Tankwart Schröder“…ey! Wir sind noch nicht fertig!“. Ups… Schnell wieder aus und warten bis sie fertig sind. Jetzt aber los. Hans ist unterwegs und muss das Ding nur noch nach Hause fahren. Da wir fast eine Runde Vorsprung haben sollte das wohl möglich sein. Ich habe mich dann erst mal umgezogen und mir ein Bier aufgemacht - da bemerkten wir nach einer halben Stunde auf dem Zeiten Monitor das Bellersheim plötzlich wieder vor uns liegt und Hans fast eine halbe Minute pro Runde verliert. Was ist da los? An der Boxenmauer nehmen Christian Klötsch und sein Kumpel die Rundenzeiten. Tatsache, er ist total langsam aber es ist kein Schaden zu erkennen. Wir warten ab, bis Klötsch plötzlich in die Box ruft. „Hans ist drin! Der Motor läuft nicht mehr richtig!“ Ich hechte zur Motorhaube um sie zu öffnen, da schreit Hans. „Haube zu! Schnall mich wieder an!“ gesagt getan. Er fuhr so wieder raus. Er hatte nämlich gesehen das Team Bellersheim auch mit Problemen rein gekommen ist und dann auch mit Motorschaden stehen blieb. Bei Hans war die Ladekontrolle inzwischen hellerleuchtet und so konnten wir nur noch hoffen, dass der Strom noch bis zum Ende reicht. Aber Hans hat es geschafft und bringt Anne ins Ziel, was unheimlich wichtig war, denn nur wer das Ziel sieht, der wird auch gewertet. Das ist ja gerade nochmal gut gegangen. Dann kann ja gefeiert werden. PARTYYY!!!


Während ich in unserer Box die Stock Car Crash Challange vom Raab geguckt habe, hatten wir einige Gäste in der Box, die sich dazu gesellten. Als die erste Gruppe dann nach einigen Stunden weg war, kam kurze Zeit später auch schon die nächste. Es war immer was los bei uns und  letztendlich wurde es dann vier Uhr. Wir sind also nicht nur Langstreckenfahrer sondern auch Langstreckentrinker. Na dann gute Nacht……

Schalthebel Blues
Nach einer erholsamen Nacht habe ich mir dann noch die Rennen von Schröder und Bocki angesehen. Schröder gab richtig Gas und konnte bei feuchten Verhältnissen einen guten 2. Platz heraus fahren. Bei Bocki lief es anfangs ähnlich gut. Mit teilweise qualmenden Reifen in der Anbremszone gab er auch alles und war gut unterwegs. Als wir dann in der Boxengasse auf seinen Pflichtboxenstop warteten, war Bocki plötzlich nicht mehr zu sehen. Keiner wusste was los war, aber später stellte sich heraus, dass Bocki bei einem Gangwechsel plötzlich seinen Schalthebel in der Hand hielt. Der Laie mag jetzt denken "Klar, wenn ich schalten will, muss ich doch den Hebel in die Hand nehmen!" Aber -wie soll ich das beschreiben- er hatte tatsächlich den Hebel IN DER HAND. Er hatte sich irgendwie vom Getriebe getrennt. So war das Rennen für ihn gelaufen und er musste den Wagen im Bereich Dunlop-Kehre abstellen. (In der Bilder-Galerie gibts Fotos vom Tatort)
Inzwischen hatten wir unsere Sachen und "Anne" verladen,  verabschiedeten uns von allen und fuhren Richtung Heimat. Das Rennen von Berti im Porsche habe ich dann leider verpasst, aber gehört das auch er den 2. Platz erreicht hat.
Auf jeden Fall war es mal wieder ein sehr schönes Wochenende, das viel Spaß gemacht hat und wer es mal miterleben möchte der kann sich gerne melden.
Auf Bald.
Let´s Race!

[ck]



 


Freitag, 9. September 2011

Der Nürburgring und seine Tücken



Jetzt geht’s ans Eingemachte. Der Nürburgring ruft zum 3-Stunden-Eifelrennen über den GP-Kurs mit Mercedes-Arena und der Nordschleife. Mit über 25 km Länge, pro Runde wohlgemerkt, die längste Rundstrecke der Welt!
 „…und, wie viele Runden seid ihr gefahren?“. „…na, vierzehn. Das Rennen ging ja nur drei Stunden!“

Dönnerdach
Wie fast immer reisen wir schon am Donnerstag an. Hans ist schon vor mir da und hat uns einen schönen Platz im Fahrerlager gesichert, der dann später auch noch für die Sommerbergs mit ihrer Ziege und dem E12 Renn-BMW  reicht. Außer der Papier-und Fahrzeugabnahme passiert an diesem Tag aber nicht mehr viel und wir lassen den Abend im Lindenhof bei Schnitzel und Bier ausklingen.

Friedoag
Am Freitag habe ich mir dann schon die ersten Rennen angesehen und mich mit der Rennstrecke beschäftigt. Normalerweise gehe ich -wie aufmerksame Leser der anderen Blogeinträge schon wissen sollten- Abends einmal um die Strecke. Das habe ich mir allerdings diesmal aus Sicherheitsgründen gespart. Bei einer Länge von 25 km hätte ich bestimmt durch Verwirrung mehrere Runden im Karussell gedreht oder wäre noch irgendwo zwischen Wippermann und Tiergarten verschollen.

Also habe ich mich in den Wochen zuvor schon mit der Playstation,  On-Board-Videos und mit der Ideallinie der Nordschleife, die Rennfahrer Jörg Müller auf ein paar Seiten seines Buches beschreibt, beschäftigt. Hans hielt nicht viel davon, aber ich wollte es unbedingt lesen. Irgendwas bleibt ja schließlich immer hängen. So zum Beispiel ein Satz, den Müller, wie einen wiederholenden Hip-Hüpf-Beat, auf jeder Seite auftauchen lässt:  „Bitte tasten Sie sich an ihren persönlichen Grenzbereich Schritt für Schritt heran“.

Von Hip-Hüpf halte ich nicht viel, mir ist die Rockmusik doch um einiges lieber, aber diesen Ratschlag sollte ich wohl besser beherzigen. Es ist ja auch nicht nur Jörg Müller (Wer?) der ihn gibt;  ähnliche Ratschläge haben schon ziemlich alle nordschleifenerfahrenen Haudegen den Greenhorns mit auf die Strecke gegeben. Völlig zu Recht - wie sich später heraus stellte. Man sollte auf jeden Fall viel Respekt haben und immer auf der Hut sein, da es auf der Nordschleife immer wieder Überraschungen gibt. Dabei sind es selten schöne Überraschungen. Man kann es wohl mit Ü-Eiern und ihrem Inhalt vergleichen. Da wünscht man sich nichts sehnlicher, als das blöde Nilpferd mit dem Schlagschrauber und bekommt doch immer nur den bekackten Zimmermann mit dem Fuchsschwanz. Auf den Nürburgring übertragen, bekommt man also hinter jeder neuen Kurve oder hinter jeder Kuppe, etwas, das man gar nicht haben will oder schon hatte. Das kann nur ein Mordsspaß werden!  Abends kam Mido dann noch dazu, um uns dieses Wochenende zu unterstützen. Nachdem er uns dann auch bei der Vernichtung von ein paar Bieren sehr geholfen hatte, machten wir rechtzeitig Feierabend, denn wir mussten ja wieder früh raus.

Sünnobend
Am Nächsten Morgen war es dann soweit. Der Wecker meldete sich ungewohnt früh. Halb sieben, es war noch nicht einmal richtig hell, da war die Nacht schon zu Ende. Dichter Nebel lag über dem Ring. Die Sicht lag unter 50 m. Obwohl es in den letzten beiden Tagen geregnet hatte, war die Wettervorhersage gut für diesen Samstag. Sonne und über 20 Grad wurden vorhergesagt. Um 8 Uhr sollte das Training beginnen. Nachdem Wolfgang und ich uns dafür fertig gemacht hatten und in der Boxengasse schon in Wartestellung waren, gab es schon die erste Überraschung. Aufgrund des Nebels wurde das Training um fast eine Stunde verschoben.



Als es dann hinter dem Safty Car gestartet werden sollte, versuchte ich noch die On-Board-Kamera zu aktivieren. Die Betonung liegt auf  "versuchte". Denn die Kamera von Arne war mir  noch irgendwie fremd und da habe ich die Aufnahme gestartet  und kurze Zeit später wieder gestoppt, da ich den Aufnahmeknopf zweimal gedrückt hatte. Ein klarer Bedienerfehler, den ich leider erst später realisiert habe. Schade eigentlich aber was soll man machen.

Während Wolfgang seine Runden drehte, kämpfte sich die Sonne langsam durch den Nebel und die Sicht wurde immer besser. Dann kam der Fahrerwechsel und Wolfgang gab mir noch mit auf  den Weg, dass es teilweise sehr glatt sei und ich aufpassen solle. Alles klar, los geht’s und ich fahre über den - mir schon bekannten - GP-Kurs. Am Ende kann man entweder rechts durch die Coca-Cola-Kurve wieder auf die Start- und Ziel-Gerade fahren, um eine neue schnelle Runde zu beginnen oder nach links durch das Tor zur „grünen Hölle“ auf die Nordschleife fahren. Ich wähle die zweite Variante und gleich in der ersten Kurve in Richtung Hatzenbachbogen, fängt der Wagen etwas zu rutschen an, da die Fahrbahn hier noch feucht ist. Sofort überholt mich ein schneller Porsche, setzt sich vor mich, bremst und fährt langsam durch den Hatzenbachbogen. Auch hier ist die Passage sehr rutschig und ich bin vorsichtig in den nächsten Kurven. Allgemein auch erst mal zurückhaltend in dieser  Runde.  "Daumen hoch" zeige ich Hans, Wolfgang und Mido als ich dann zum ersten Mal an der Boxenmauer vorbei fahre. Keiner der Ring-Haudegen hat aber gesagt, das der Nürburgring eine strenge und untröstliche Geliebte in engen Strapsen ist, die einem keinen Fehltritt verzeiht. So musste ich mir ja zwangsläufig eine schallende Ohrfeige von ihr einfangen.



Gerade wo ich begann, mich sicher zu fühle, der Strecke nicht mehr die absolute und schweißtreibende Aufmerksamkeit schenkte, die sie ohne Zweifel forderte und von einem Anfänger auch verdiente, strafte mich der Ring mit etwas Unvorhergesehenem. Einem weiteren Ü-Ei-Zimmermann, wenn ich das Bild von eben nochmal aufgreifen darf. Am Ende der Start/Ziel- Geraden bremste ich spät um die erste Rechtskurve an zu fahren -  viel ZU spät. So spät, dass ich Anne fast in den Kies haue. Aber eben nur fast und so konnte ich meine Fahrt vorsetzen. So schnell kann es gehen, wenn man den Ring unterschätz, denn an der Stelle geht es leicht bergab und feucht war es auch noch. Den Zuschauern hat es bestimmt gefallen. So kann man auch auf sich aufmerksam machen. Der Ring auf sich und ich mich auf die Zuschauer. Dieser - ich will mal - "Verbremser" sagen, war dann der Beginn der Vier-Jahreszeiten-Runde: Der erste Abschnitt war noch nass, rutschig und nebelig, dann wurde es teilweise trocken und ab der Hälfte kamen Sonne nebst Blendeffekt an der hohen Acht.  Nur Schnee hatte ich nicht.  Das ist eben die Eifel! Ohne  Komplikationen konnte ich dann die zweite Runde und das Training beenden und muss feststellen, dass es diese Wochenende nur einen Gegner für mich gibt. Nämlich ich selber, da ein kleiner Fehler auf der Nordschleife schnell das Aus bedeuten kann.

Nachdem wir „Anne“ dann für das Rennen vorbereitet haben, ging es auch schon um 14 Uhr  in die Startaufstellung. Da insgesamt 158 Wagen für das 3-Stunden-Rennen an den Start gingen, wurde in drei Gruppen gestartet. Genau wie beim legendären 24h-Rennen. Wir waren in der letzten Gruppe und  ich wollte den Start fahren um auch von hinten erst mal Ruhe vor schnelleren Fahrzeugen zu haben.


Nachdem ich ewig lange beim Vorstart stand und mir  Kortes Gesellschaft leisteten, fuhren wir endlich in die Startaufstellung und warteten wiederum auf die Einführungsrunde.

Dann ging es endlich los. Es war schon ein tolles Gefühl diese Zusatzrunde bis zum Start  über die Nordschleife zu fahren. Alle Streckenposten und Zuschauer zeigten "Daumen hoch" oder haben uns zu gewunken, als ob sie uns damit „viel Glück“ sagen wollten. Zeitweise ging es schon zügig voran und unterschied sich kaum noch von dem Renntempo. Ab der Döttinger Höhe hatte sich das Feld schon etwas auseinander gezogen und ich musste schon richtig Gas geben um dran zu bleiben, was mir aber auch gelang. So ging es dann auch gleich voll aus der Hohenrain-Schikane und bevor ich die eigentliche Startlinie überqueren konnte, gab es auch schon den ersten Zwischenfall. Ein harte Gegenstand flog mir direkt mittig auf die Scheibe und ich hatte einen  schönen Steinschlag von ca. 8cm Durchmesser. Kein Carglass in Sicht. Na toll. Egal, weiter geht’s und ich versuche erst mal den Überblick zu behalten, denn einige Mitstreiter schienen hier um ihr Leben zu fahren und bevor die mich mit ins Jenseits reißen, lies ich Sie einfach vorbei. Ein gutes Beispiel für Übereifer ließ auch nicht lange auf sich warten, denn kurz vorm Abschnitt Wehrseifen schwenkten die Streckenposten schon doppelt Gelb, da ein Alfa einen heftigen Einschlag in die Planke hatte und das Auto nun stark beschädigt mitten auf der Fahrbahn stand (ist im Video zu sehen). Ihm folgten auch noch einige und es schien so als ob alle paar Hundert Meter einer liegen blieb. Ich wollte nicht zu ihnen gehören,  konzentriere mich auf die Strecke und hängte mich an einen alten 911er, der etwas langsamer als ich unterwegs war und dessen Motor immer leichte Rauchzeichen gibt.



Wenn der Motor jetzt den Dienst quittiert dann bin ich geliefert, also versuche ich ihn zu überholen - was aber gar nicht so einfach war. Er wollte sich wohl auch nicht einfach von einem 1300er überholen lassen. In manchen Kurven war ich schon neben ihm aber auf den Geraden zog er wieder etwas davon. So ging das eine ganze Weile, und Langeweile, die einem die Nordschleife eh nicht verziehen hätte, kam nie auf. Immer wieder wurde man quasi in die Konzentartion gezwungen, da langsame, defekte oder abschleppende Fahrzeuge zu überholen waren, oder  auch gelbe und gelb/rote Flaggen eine Gefahrensituation signalisierten. Das hat richtig Laune gemacht und obwohl es auch sehr anstrengend war über die Nordschleife zu rasen, kann ich nur sagen, dass es das defini und tief wert war.

Nach einiger Zeit war ich wieder dicht an dem Porsche dran und irgendwie habe ich es geschafft ihn im Bereich Eschbach, einer Linkskurve, außen zu überholen und dann vor ihm ins Brünchen ein zu biegen (im Video zu sehen). Der Absolute Wahnsinn! Bis dahin lief alles gut für mich auch wenn ich die Konkurrenten Bellersheim seit dem Start nicht mehr gesehen hatte. Wie viele  Runden ich bis dahin  gefahren bin wusste ich nicht mehr. Aber Hans wird mir ja ein Zeichen geben wenn ich reinkommen soll und da kam sie auch schon, die Ford Fahne. Das erste was mich aber stutzig machte war, das Wolfgang noch nicht  komplett in seinen Rennklamotten steckte. Naja, denke ich, er wird schon wissen was er tut. Also fahre ich über die GP-Strecke und biege nicht auf die Nordschleife ab sondern durch die Boxeneifahrt (alle Nordschleifenerfahrene werden jetzt die Hände über den Kopf zusammen schlagen) in Richtung Box. Da sind in der Einfahrt hohe Reifenreihen zu einer Schikane aufgebaut. Merkwürdig denke ich und fahre weiter in die Box, aber ich sehe niemanden, der dort bereit steht.



Bis ich den Hans plötzlich flink wie ein Wiesel durch die Gasse rennen sehe. Ich fahre an die Zapfsäule, steige aus und helfe Wolfgang in den Sitz. Danach versuche ich Hans noch zu helfen aber der scheint irgendwie gereizt zu sein. Was hat er nur? Noch kurz getankt,  Öl geprüft und schon konnten wir Wolfgang wieder ins Rennen schicken. Dann ging Hans zur Seite und winkte mich zu sich. Da gab es dann erst mal einen Elfmeter. "Was machst du denn jetzt schon hier?! ……..piiiiiiiiieeeep…piiiiiieeep…………!" Ich hätte doch noch eine Runde über die Nordschleife drehen müssen und dann durch die richtige Boxeneinfahrt rein kommen sollen. Ich frage noch "Welche Boxeneinfahrt? Im Training habe ich da keine gesehen." Aber Hans hatte sich schon wieder beruhigt und mit den Worten“…so, jetzt haste genug Feuer gekriegt. Bist trotzdem  gut gefahren. Und geh da mal gucken, dann siehst du die Boxeneinfahrt!“ beendet er das Gespräch.

Da ich total durchgeschwitzt  war, ging  ich erst mal zu unserem Camp, um was zu trinken und mich ein paar Minuten hin zu setzen. Danach bin ich dann Richtung Anbindung Nordschleife /GP-Strecke gegangen und Tatsache: da gibt es eine Boxeneinfahrt. Ist ja Verrückt, die habe ich vorher nie gesehen aber wenn ich mich recht erinnere dann ist beim 24h-Rennen dort auch eine.  Also nochmal, was war passiert: Beim ganzen Nordschleife lernen habe ich die Boxeneinfahrt komplett außeracht gelassen und bin dann im Rennen  durch die Kurzanbindung oder Noteinfahrt  wie im Training in die Box gefahren. Dadurch bin ich die GP-Strecke einmal völlig umsonst gefahren und  eine Runde zu früh rein gekommen.  Das erklärt auch den unvorbereiteten Wolfgang an der Boxenmauer, die hohen Reifenreihen in der Einfahrt und die völlig überraschte  Boxencrew.  So können einem die einfachsten Dinge zum Verhängnis werden. Das ist halt der Nürburgring mit seinen Tücken. 



Ich gehe wieder zur Mido und Hans an die Boxenmauer und messe noch die letzten Rundenzeiten von Wolfgang, der fast eine halbe Minute schneller fährt als ich. Aber mit 35 Jahren Motorsporterfahrung sollte das ja auch so sein. Er bringt Anne noch heil ins Ziel und wir sind froh alles ohne größeren Ausfall überstanden zu haben. Es reicht  nur für den dritten Platz aber wir sind zufrieden. Vor uns siegt der NSU von Backes und Bellersheim wird Zweiter. Bei einer späteren Zeitenanalyse stellen wir fest, dass wir gar nicht so langsam unterwegs waren  und ohne meine „Show-Runde“ über den GP-Kurs wären wir sogar  Zweiter geworden.“ Verdammt!!!“  Naja, beim nächsten Mal.
Nach dem Rennen sind wir  wie immer noch  Essen gegangen und haben dann im Camp noch ein paar alkoholische Getränke zu uns genommen, aber für eine Party hat der Akku dann nicht mehr gereicht. Wir, hauptsächlich ich, waren einfach geschafft.

Sünndag
Und so konnten wir am nächsten Tag früh raus und noch ein paar Rennen sehen, bis wir dann mittags Richtung Heimat aufgebrochen sind und die wahrscheinlich anspruchsvollste und geilste Rennstrecke der Welt verließen, den Nürburgring.

 Aber eins steht fest: Muskelbärchen wird  wieder kommen, die richtige Boxeneinfahrt treffen und das mit einer Hand breit Sprit im Tank . . . . .!

[ck]