Das 3. Saisonrennen der FHR Langstrecke und Youngtimer
Trophy steht auf dem Plan und da unsere Kutsche noch in der Schmiede steht,
biete ich mich als Helfer beim Team Sommerberg an.
Den Fiat Esel beladen, fuhr
ich diesmal am Freitag alleine zum Nürburgring. Am Brünnchen und
Pflanzgarten vorbei direkt auf einen Parkplatz neben dem „Lindenhof“. Ich hatte ja mein BMX-Rad
mit, das übrigens keine Tricks kann wie die Werbung versprach, aber es brachte
mich schnell von meinem Camp ins Fahrerlager. Dort angekommen habe
ich Atze, Andre und Josef noch bei den letzten Einstellungen am BMW
geholfen. Zur Belohnung gab es Nürburgring Menü für alle. Schön wieder zu Hause zu sein
;-)!
Apropo zu Hause, Abends ging es natürlich wieder in den Lindenhof wo die
Ulli (Freundin von Atze) dann noch dazu kam. Wir ließen den Abend aber nicht so lange werden, da ja
Samstag Training und Rennen anstanden. Am nächsten Morgen, Teamchef Atze hatte „treffen um 6 Uhr am
Auto“ angeordnet, waren dann alle pünktlich anwesend und nach einem Kaffe auch
zu gebrauchen.
Es kamen auch noch Björn und ein Kumpel um zu helfen. Also
Sachen gepackt und in der Boxengasse für das Training vorbereitet. Dort sahen
wir dann auch einen Promi, der sich auf seinen ritt in der grauen Wanderdüne von
Mercedes vorbereitete. Jochen Maas sollte den Boliden steuern. Das hatte
letztes Jahr noch Klaus Ludwig übernommen. Dann drehte Andre ein paar
Trainingsrunden bis Atze ihm ein Schild raus hielt, auf dem stand „BOX“! Da
fiel dem Atze ein, dass es mal einen Fahrer gab, der dies nicht verstand und sich hinterher beschwerte, „was
ist denn B, null, X? Ist das n Code? Wer soll das denn verstehen?“ JJJ……… Leute schickt das Arbeitsamt!?
Josef übernahm dann das Auto und drehte problemlos seine
Runden. Andere dagegen waren wohl noch nicht richtig wach, so zeigten die
Streckenposten am Anfang der Start und Ziel Geraden minutenlang keine Ölflagge, obwohl ein
Wagen eine Ölspur über die Komplette Gerade legte. Das sind dann wohl solche
Leute, die das Wort Box für einen Code halten. Nach dem Training wurde der Wagen
dann gleich fürs Rennen vorbereitet. Aber vorher gab es noch ein paar
andere Rennen zu sehen bei dem wieder Berti und Schröder mit dem 944er Porsche an den Start gingen
und Dr. Henning mit dem Mustang von Bernd Hillebrands, der in der HTGT fuhr.
Bei bestem Wetter ging es dann in die Startaufstellung.
Andre bereitete sich als erster vor und sollte den ersten Turn fahren. Er hatte
auch einen guten Start und fuhr dann immer schnellere Rundenzeiten. Die beste war 11.11min. und damit
auch die schnellste Zeit, die bis jetzt mit dem BMW auf der Nordschleife
gefahren wurde. Nach 8 Runden, was etwa die Hälfte der Renndistanz entsprach, hielt Atze wieder
den Geheimcode BOX raus und wir machten uns fertig für den Boxenstopp. Alle
Aufgaben wie Tanken, Öl, Scheibe usw. waren klar verteilt. Andre kommt rein, bremst spät aber
genau auf der richtigen Position, alle stürzen sich auf ihre Aufgaben und
erledigen sie so schnell wie noch nie und Josef kann schnell wieder raus. Geil! Alles richtig gemacht!
Andre meinte, dass sei der schnellste Boxenstopp, den sie bis jetzt gemacht haben.
Das Auto hatte bis dahin ja auch noch keine einzige Macke. Der Porschefahrer vom letzten Mal hatte glücklicherweise schon vor dem Rennen aufgeladen. Josef kam an die
Rundenzeiten vom Andre zwar nicht ganz ran aber fuhr ein sauberes Rennen und brachte das
Auto heil ins Ziel. Glücklich und zufrieden gehen wir zurück zum Camp, da stand
der BMW schräg vorm Zelt und das linke Rücklichtglas war kaputt. Was war passiert?
Josef hatte beim einparken nicht richtig gucken können und ist mit dem BMW
gegen den Geländeboliden vom Atze gefahren. Irgendwas ist ja immer, aber solange es nur ein
Rücklicht ist….. egal, jetzt wird erst mal ne Flasche Bier getrunken. Es
war ja auch ein gelungenes Rennen! Prost!
So, am Abend waren wir dann natürlich wo….? Genau, im
Lindenhof. Leider war ich der einzige aus unserem Team, der sich für Fußball
interessierte. EM-Spiel mit Deutscher Beteiligung! Also habe ich mich so an einen Tisch gesetzt,
dass ich immer ein Auge auf den Fernseher hatte. Nach dem Essen und ein paar
Bieren bestellte Atze dann eine Runde Eifelgeist. Eine klare undifinierbare Flüssigkeit, die die
meisten nach einer Riechprobe wahrscheinlich auf ihr Moped kippen würden. Aber
dann erhoben wir die Gläser und Atze sprach: „Ein Geist, der durch die Eifel heizt, ist meist
ein Eifelgeist“! (Atze, Lindenhof 6/2012 nachts). Kopp in Nacken…… Nachdem
wir uns ein paar Eifelgeister einverleibt hatten und wir dann auch bereit für die verdiente Nachtruhe waren
sagte Atze noch, dass wir morgen früh um neun in der Boxengasse beim
Fahrerwechsel von einem befreundeten
Gesagt getan. Noch von Eifelgeistern träumend fuhr ich dann
in die Boxengasse und traf da Atze und Andre die auch irgendwie noch nicht so
fit aussahen. Beim Fahrerwechsel konnten wir allerdings nicht viel machen,
außer mal nach dem Rechten zu sehen. Naja, auch gut. Der zweite Fahrer kam
leider auch nicht weit und ist dann wegen Kraftstoffproblemen ausgefallen. Eifelgeist?
Da es das Rennen der HTGT war, war auch der Henning mit dem
Mustang dabei. Während Nina und Kerstin an der Boxenmauer ihren Job machten,
also nicht was ihr jetzt denkt, sondern Zeiten messen und ihm diese über eine
Boxentafel anzuzeigen, war ich meist in der Box bei Bernd und Korben, die auch
fleißig mit stoppten.Auch bei Hennings Boxenstopp gab es nicht wirklich was
zu tun. Kann ja nur ein gutes Zeichen sein, gerade wenn einem noch ein
Geist im Kopf rumschwirrt.
Nach dem Rennen haben wir dann unsere Sachen gepackt. Ich
konnte aber nicht viel helfen, da jeder sein eigenes System hatte seine Sachen
wie beim Spiel TETRIS in sein Fahrzeug zu laden. So ging ich dann um Berti noch
bei seinem Auftritt zu beobachten. Er fuhr ein sauberes Rennen und der Porsche
lief ohne Probleme bis ins Ziel. Dann konnte ich doch noch etwas beim Zeltabbau helfen und
als wir dann beim „Kamp der Zwerg“ die Reste weggegrillt hatten fuhren die
meisten auch schon Richtung Heimat. Nur Andre und ich konnten uns noch nicht vom Nürburgring
trennen und schnüffelten in den Boxen bei den Prototypen rum. Als die
dann ihre ersten Runden gedreht
hatten, sind wir dann auch aufgebrochen. Irgendwann muss man
ja mal los. Gerade 5 km gefahren kam ich wieder am Brünnchen vorbei ….. ach,
ein bißchen Zeit ist noch für eine kleine Dosis Nordschleife. Da war ganz schön was los, obwohl
nur Touristen auf der Strecke unterwegs waren. Nach einer Stunde etwa musste
ich mich schon fast zwingen, aber dann ging es nach Hause und ich war pünktlich zur
Formel 1 zu Hause. „Tja, der Eifelgeist bindet einen an die Eifel
meist“ … oda so!
Eigentlich war es geplant mit Wolfgangs Capri RS 2600 beim
24h Klassik Rennen teilzunehmen. Leider ist der Capri noch nicht fertig
geworden und so konnten wir nur zusehen, wie sich ein volles Fahrerfeld aus der
Youngtimer Trophy und der FHR mit 210 Fahrzeugen 3 Stunden lang ein heißes
Rennen liefert.
Aber ganz verpassen wollten wir es auch nicht und so bin ich
mit Wilhelm am Donnerstag an den Ring gefahren. Schließlich gibt es an so einem
Wochenende jede Menge Motorsport zu sehen (erleben). Am Ring angekommen trafen
wir gleich Wolfgang der uns einen guten Campingplatz organisiert hatte und
gingen gleich ins Historische Fahrerlager um bei den Sommerbergrs mal Hallo zu
sagen. Denn die hatten es geschafft in einem halben Jahr ein komplett neues
Auto aufzubauen (Wer den Bericht gelesen und die Bilder vom letzten Rennen
gesehen hat, weiß warum ein neuer her musste). Atze, der Schrauber von Andre S.
hatte auch noch einen MG im selben Rennen zu betreuen, aber dazu später mehr.
Während Atze und Andre den Wagen fürs Rennen vorbereiten
gehen Wilhelm und ich durchs Fahrerlager und gucken uns die schönen Rennwagen
an. Besonders die Escort 1 haben es uns angetan. Denn die ersten Gedanken für
den Bau eines eigenen Rennwagens gehen uns durch den Kopf und wir diskutieren
wie wir es am besten anstellen können.
Nachdem wir dann auch ein paar Rennen vom
Rahmenprogramm gesehen haben, kommen die Klassiker. Ich biete mich bei
Atze noch als Helfer in der Box an und bekam einen Verantwortungsvollen Job.
Ich war die Frontscheibenreinigungsfachkraft bei beiden Autos!!!
Dann ging es erst in die Startaufstellung wo wir meist beim
BMW E12 standen, bei dem Andre diesmal den Start fahren sollte. Die erste
Stunde vom Rennen guckten wir uns von
der Mercedes Tribüne an und gingen dann in die Box um bei den geplanten Stopps
zu helfen. Während wir gerade auf den Weg zu unserer Mission waren, riefen
Marco und David an, denen ich ihre Karten bringen sollte. Das war nu
Pech. Jetzt mussten wir erst helfen. Wilhelm übernahm in der Zeit meinen
alten
Job als Digitaler Momentfesthalter und machte ein paar
Bilder von den Boxenstopps. Ich schnappte mir Lappen und Reiniger und wartete auf
weitere Befehle von Atze. Der BMW sollte zuerst rein kommen. Noch 6 Min…. noch
3 ……. noch eine Minute. Der BMW kommt, die Helfer stürzen sich wie Ameisen auf
das Auto, jeder macht seinen Job und die Fahrer wechseln die Plätze. Alles
klappt super und der BMW nimmt das Rennen wieder auf. Geil!!! So macht es
Spaß!!!
Als nächstes kommt der MG. Noch 6 Min…. noch 3 …… noch eine
Minute. Achtung er kommt gleich …. Alle sind hochkonzentriert wie
beim ersten Mal, dann………Er fährt vorbei!!!! Was?! Das gibt’s doch nicht! Leute
schickt das Arbeitsamt….?! Also noch eine Runde warten und die dauert
fast 13 Minuten. Aber dann kam auch er
rein und wurde so schnell wie der BMW abgefertigt. Dann verließen Wilhelm
und ich die Box und ich holte die beiden Bramscher rein. Als wir dann den Rest
des Rennens von der NGK Tribüne aus beobachteten, fiel uns
auf das der BMW nicht mehr dabei war. Im Fahrerlager sahen wir dann den
Ausfallgrund. Der Porschefahrer der letztes Jahr den Unfall mit verursachte war
auch für die Beule in der Front und dem Ausfallgrund, nämlich eine gebrochene
Felge und krumme Spurstange, verantwortlich. Aufgemerkt bei der Hobbywahl! Was
man nicht kann, sollte man lassen. „Fahren“ kann man eben nicht kaufen!
Dann sind wir noch schnell im ADAC Zelt was essen gegangen
(dank des SC-Neuenknick hatten wir Karten dafür) um dann die
Driftchallange in die Dunlopp-Kurve zu sehen. Danach, am Ende eines
Motorsporttages am Nürburgring macht man was? Genau, Mann geht in den
Lindenhof! Den anderen hatte ich gesagt, kein Problem, zum Hof müssen wir ca 1,5 ca laufen. Von
Bergauf und Nieselregen hatte ich nix gesagt und so wurde nach ein paar Metern
schon gejammert. Ist es noch weit, sind wir bald da…? Was haben die erwartet?
Wir sind in der Eifel! Ze.
Die Sommerbergs und MG-Fahrer waren auch schon dort. Da
waren wir dann in einer gemütlichen Runde bei Schnitzel und Kölsch! Wie sich
der MG Fahrer Horst dann am späten Abend von uns verabschiedet hat erzähl
ich vielleicht ein anderes Mal. Er mag wohl keine Fords, aber lustig fanden wir
das trotzdem.
Am nächsten Tag Haben wir dann schön beim Frühstück im ADAC
Zelt ein paar Rennen geguckt und uns dann langsam auf das Große Rennen
vorbereitet. Nachdem wir noch in der Startaufstellung waren, konnten wir dann
leider nicht mehr auf die Haupttribünen. War schon alles voll. Also schnell
noch nen Nürburgringmenü erworben und dann auf der Wiese vor der NGK Schikane
den Start geguckt. Wilhelm hatte einen kleinen TV mit, so konnten wir auch die
dramatischen Szenen
Reifenplatzer, Unfall usw sehen. Abends haben wir dann
beschlossen mit dem Bus an ein paar andere Stellen wie Brünchen, Pflanzgarten
und Schwalbenschwanz bringen zu lassen. Leider erwischten wir die falsche Linie
und so fuhren wir genau auf die andere Seite. Breitscheid! Ist mir noch gut
bekannt von der Aktion mit Midos Porsche J.
Nachdem wir dann an einer Bierbude die Niederlage der Bayern gesehen hatten und
einiges vom Rennen, sind wir erstmal mit dem Bus zurück zum DSK-Zelt in der
Duloppkehre. Hier treffen sich beide Buslinien und nach einem kurzen Snack ging
es dann im richtigen Bus Richtung Brünnchen wo wir Andre und Co treffen wollten.
Die beiden Bramscher hatten dazu allerdings keine Lust und blieben im DSK Zelt.
Am Brünchen hat man dann aber einen Superblick auf die Strecke und sieht wie die
Teilnehmer, als wäre es Taghell, ins Brünchen ein und wieder raus fahren. Echt
voll geil!!! Wir sind dann noch an der Strecke entlang zum Pflanzgarten
gegangen. Jeder der das auch mal machen will sollte eine Taschenlampe mitnehmen
um durch das mit leeren Flaschen übersäte, unwegsame dunkle Gelände zu
kommen. Vom Pflanzgarten ging es dann mit dem Bus zurück Richtung Fahrerlager
von wo wir das Rennen noch ein wenig
beobachteten. Irgendwann war ich dann alleine, genoss die Zeit und ging noch
einmal hinter den Boxen lang wo doch allerhand los war um halb sechs morgens.
Pünktlich zum Regenbeginn um 6.15 Uhr war ich dann aber auch
im Bett um dann nur 4 Stunden später wieder aufzustehen. Nach Frühstück
und Rennen gucken sind wir dann noch shoppen gegangen und haben dann den
hochdramatischen Zieleinlauf von der Haupttribüne aus verfolgt. Gänsehaut
pur!!!! Wer es im TV gesehen hat, weiß was abging!
So ging mal wieder ein sehr schönes Wochenende zu Ende und
wir traten die Heimreise an und hatten dann genug Zeit um „Pläne“ zu
schmieden.
Eins steht mal fest, irgendwann muss ich die Grüne Hölle
auch einmal im 24h Rennen bezwingen!
Unser Capri ist zwar noch nicht fertig aber auf die
RennAtmosphäre wollen wir trotzdem nicht verzichten.
Mit wir meine ich Bernd
Hillebrands, dessen neuer Mustang auch noch in der Reifungsphase ist und der sein letztjähriges Auto an seinen Cousin Henning vermietet hat.
So kommen wir mit meinem Ducato als Servicefahrzeug direkt
ins Fahrerlager von Hockenheim und können uns direkt hinter der Box plazieren.
Benzin liegt in der Luft, „Ach, wie schön“!
Viel zu tun gibt es aber nicht, da Henning es in seinem ersten Rennen noch langsam angehen
läßt und sich selbst im Training noch als „Blümchenpflücker“ bezeichnet.
Ergebnis egal - Hauptsache nix kaputt machen.
Genau! Team Stewart, in dem kein
geringerer als „Rod Stewart“ himself den Winter über seinen schönen 2002 nicht nur
geputzt sondern auch die Technik gründlich überarbeitet hat. Leider war der Spaß
im Training schon zu Ende. Bei der Einfahrt ins Motodrom ging plötzlich
der Öldruck weg. Bocki hat sofort den Motor abgeschaltet und sich ausrollen lassen, und das direkt
vor unseren Augen! Die Streckenposten schleppten ihn danach aber nur von
der Strecke und so durfte das Team den "Grünen" durch das komplette
Fahrerlager schieben. Mit drei Mann!!!
Wohl kein ADAC Plus Mitglied was?!
Ich
war zu der Zeit aber schon woanders unterwegs so wurde mir das erspart. Glück gehabt!!!
Nach einer Gründlichen Fehlersuche wurden Teile vom Kolben
in der Ölwanne gefunden, die sich vom Kolbenhemd gelöst hatten. Wie auch
immer….? So war das Wochenrnde für Bocki leider schon gelaufen.
Besser lief es da für Henning, der es im Rennen von außen
betrachtet nicht sehr eilig hatte aber zuerst mit einer nassen und dann
abtrocknenden Fahrbahn zu tun hatte.
Und das beim ersten Rennen. So wurde er gleich ins „kalte
Wasser“ geschubst und kennt schon mal beide Streckenzustände. Er brachte den
Boliden dann sicher ins Ziel, was ja auch erst mal das wichtigste war. Ihm
und seiner Frau Nina hat es zudem auch noch viel Spaß gemacht, denn sie waren immer gut
gelaunt und so jagte eine Blödelei die Nächste. „Mobbing“ gibt es halt auch auf der Rennstrecke
;-).
So wurde es nie langweilig in der Box bei Nina, Henning und Bernd,
der sich in dem Ducato ein kleines „Rennbüro“ eingerichtet hatte und Henning anhand des
aufgezeichnetem Onboard Videos ein paar Tipps gab. Samstag Abend war
Henning dann mit seinem Programm durch und machte sich für die weite Rückreise nach Bad Nenndorf
fertig.
Ich gesellte mich dann zu „Rod“ und seiner Gang. Da
nicht mehr gefahren werden konnte, musste ja getrunken werden. Ist ja auch eine
Art von Spritverbrennung! Die "Shnapsfahrt" verlief mit Ausnahme einiger Elektronikprobleme ohne größe Zwischenfälle und so sollte es früh ins Bett gehen, dachte ich zuerst. Aber auf dem Weg zu unserem Camp war
bei Gellings, dem
Rennklamottenhändler, noch Licht. Nach ein paar
weiteren Bieren ist es dann doch schon ganz schön Spät geworden. Tja, so ist
das halt wenn man überall „normale“ Leute trifft.
Am Sonntag haben wir uns dann noch die wichtigsten Rennen
angesehen und sind zeitig losgefahren, da Bernd in Frankfurt noch
nen Dodge Ram probefahren wollte und wir die Freitags abgeholten Capri Räder wieder zu Wolfgang
bringen wollten. Wir hatten bei den 3tlg. BBS Rädern sämtliche Schrauben
getauscht.
So zog sich die Heimfahrt doch schon etwas hin.
Aber dank Bernd, der die Woche über nur seine Katzen zum
Reden hat, hatte etliche Geschichten auf Lager und so wurde die Fahrt nie
langweilig.
Alles in allen war es ein cooles Wochenende, wenn das
Wetter auch mit Regen, Sonne, Regen, Sonne, usw nicht optimal war sind es doch
die tollen Leute, die alles wieder rausreißen.
Ich freue mich schon auf die nächsten Rennen, mit tollen
Leuten, „Mobbing“ und allen was dazu gehört. Nen Rennwagen z.B.
Hibben 24 Stunden auf der Nordschleife auf Playstation 3 und GT5
Vor zweieinhalb Jahren hatten wir die Idee ein 24h Rennen mit mehreren PS2 zu veranstalten und den Nürburgring zu bezwingen. Nachdem immer wieder Anfragen kamen, wann es denn endlich sei, habe ich einfach mal einen Termin festgelegt. Das letzte Februar Wochenende 2012!
Nach Absprache mit Olli H., der seinen 40. Geburtstag am Sonntag desselben Wochenende feiert, aber nur einen Frühschoppen plant, war alles klar.
Wir fahren von Freitag auf Samstag! Start sollte um 18 Uhr sein.
Aber wie schon erwähnt war die Idee schon etwas älter und die meisten hatten schon auf eine PS3 umgesattelt. Macht ja nix! Man kann sich der Zukunft ja nicht erwehren, und so fingen wir an, eine Woche vor dem Rennen bei Wilhelm im Partyraum das Motodrom aufzubauen. Auf der PS3 haben wir sogar den Vorteil, die Original Strecke zu fahren, also GP-Kurs mit Nordschleife. Der Aufbau gestaltete sich allerdings etwas schwierig. Wir hatten anfangs nicht sofort alle Geräte zur Verfügung. Für das Rennen werden : 4 x TV, 4 x PS 3 mit dem Spiel GT 5 und 4 Rennsitze mit Lenkrad benötigt. Dank FHR Kollege Bernd Hillebrand, der uns seinen Sitz zur Verfügung stellte, waren die zuerst komplett. PS 3 gibt es ja genug, nur wollten wir mit dem BMW M3 GTR Race Car 01 fahren. Den bekommt man aber nicht einfach so, wie auf der PS2 und somit hatten wir nicht genug Fahrzeuge für das Rennen. Da nahmen wir erst mal die zwei die wir hatten um die Trainings-und Qualifikationszeiten zu fahren.
Fast alle Fahrer kamen in der Woche zum Training und brannten eine Zeit in den Ring. Als mein Bruder Benni dann Mittwochs erstmals eine Probefahrt auf dem Ring gemacht hat, sagte er „ trag mich mal mit ein!“ Super, denn bis dahin waren wir bloß 19 Fahrer und sind jetzt vollzählig.
Fünf Fahrer in jedem Team schien uns beim ersten Rennen die ideale Besetzung zu sein. Unser Timpi, der nur Samstagnachmittag Zeit hatte, bekam eine Wildcart und sollte dann für einen einspringen der mittags weg musste. Schließlich ist er der einzige von uns der schon mehrmals beim echten 24h Rennen mitfuhr. Nach und nach bekamen wir dann auch die restlichen Geräte und sogar noch mehr als geplant war. So kam Veranstaltungstechniker Sebastian Schmitz spontan vorbei und brachte Lautsprecher, Mischpult und Kopfhörer mit. So hat jeder Fahrer seinen eigenen Sound direkt am Ohr und kann sich auf seine Mission konzentrieren. Die Zuschauer bekamen Musik oder auch Motorensound direkt vom Mischpult geliefert. Super Einsatz, Danke dafür!
Das alles schien aber nicht genug, da brachte unser Lübke noch eine fünfte PS 3 mit. Da wir ja nur Online gemeinsam in einem Rennen fahren konnten, hat er die nur zum Beobachten genutzt und so hatten wir einen Zeitenmonitor. Also wenn die beim richtigen 24h Rennen mal Probleme mit der Technik haben, dann können die uns fragen!
Dann habe ich die Teams nach den Qualifikationszeiten eingeteilt. Die ersten 8 Fahrer in Team 1,2,3,4,1,2,3,4 und die letzten in der Liste von unten angefangen 1,2,3,4,1,2,3,4. So sind die Teams etwa gleichstark eingeteilt dachte ich. Da waren dann noch zwei Fahrer mit gefahrener Zeit und zwei ohne.
Nach kurzer Überlegung wer, wie, wohin haben wir uns dazu entschlossen die Zündreinfolge eines Granada 4 Zylinders soll dies entscheiden.
Da die ersten Stunden ja die spannendsten sind, haben wir uns dazu entschlossen, dass jeder Fahrer erst nur eine Stunde fahren sollte und das der Reihe nach.
Also die schnellsten zuerst usw. Hat soweit auch gut funktioniert - außer in Team 4. Da fehlten die ersten beiden Fahrer und so wurde der Kristian ins „kalte Wasser“ geschubst und musste als erstes ran. War aber kein Problem für ihn. Pünktlich um 18.07 Uhr haben wir das Rennen gestartet, das erste 24h Rennen von Hibben!
Als erstes setzte sich Team 2 an die Spitze. Sebi war gleich so extrem schnell unterwegs, dass niemand richtig gegen halten konnte. Auch in den folgenden Stunden war es schwer den Vorsprung wett zu machen, aber hin und wieder klappte es.
Zu späterer Stunde wurde es im Motodrom dann immer leerer, da einige versuchten etwas zu schlafen. Einer verabschiedete sich sogar mit den Worten “ich komm wieder wenn ich ausgeschlafen habe“!
Hallo!? Das ist doch kein Urlaub hier, sondern ein Rennen wo Teamgeist gefragt ist. Aber das war auch nur einer. Alle anderen haben sich mit ihren Teamkollegen abgesprochen und sich so ihren Schlaf eingeteilt.
In der Nacht gab es dann den ersten Technischen Defekt. Das Lenkrad von Team 1 verweigerte plötzlich den Dienst. Da aber ein paar Nimmersatt in einem Nebenraum noch eine komplette Trainingsstation aufgebaut hatten, konnte das Lenkrad schnell durch dieses ersetzt werden. Dies alles geschah während meiner kurzen Schlafphase und als ich dann morgens um 4 Uhr das neue Lenkrad übernahm, waren wir irgendwie auf Platz 1 vorgerückt und sollten den auch erst mal nicht mehr abgeben.
Was aber noch zu einem Problem wurde war die Zeit, da wir ja online unterwegs waren. Von der netten Telekom wird man ja nach 24h kurz aus dem Netz geworfen.
Also haben wir uns dazu entschieden erst ein Rennen über 90 Runden zu fahren, und dann kurz den Rooter einmal aus/an, und ein zweites Rennen über die restliche Distanz zu fahren um unsere 24h voll zu bekommen. Das waren dann nochmal 72 Runden. Das erste Rennen ging 13h 38 Min und es gab für das Gewinnerteam über 4.000.000 Credits und das Level wurde von 24 auf 28 erhöht. Das hat sich für den Playstation Besitzer schon gelohnt! Genau wie das über 5 Stündige Update das wir eine Woche vorher machen mussten um die Playstation überhaupt auf den aktuellen Stand zu bringen.
Nach dem Neustart des 2. Rennens lief dann alles ohne Probleme. Pünktlich gab es dann auch von Waltraut und Maarit das Frühstück. Vielen Dank nochmal dafür!
Bei einem Team waren Zeitweise nur zwei Fahrer vor Ort und als wir fragten, ob wir mal mit ein springen sollten, sagten die nur „das kriegen wir schon hin“! Das ist mal Sportsgeist!!!
Gegen Mittag hatten sich die meisten dann auch wieder eingefunden und auch die, die noch nicht viel gefahren hatten. Dafür mussten die jetzt mehr ran. Denn jeder Fahrer sollte während des gesamten Rennens mindestens 4 Stunden gefahren sein. Mittlerweile waren alle so geübt, dass fast nur noch spitzen Zeiten gefahren wurden und so ging die Jagd auf die Bestzeit los. Am Ende gab es dann folgende Bestzeiten in den Teams:
Team 1 8,06
Team 2 8,09
Team 4 8,10
Team 3 8,16
Wahnsinn wie dicht die Teams auf dieser Tabelle zusammen liegen. Zwischen erstem und letztem nur 10 sec. Das ist schon sensationell!!!!
Der Nachmittag verlief auch ohne Probleme und so konnten wir dann ca. um halb sieben, nachdem das führende Team in der letzten Runde die anderen eingesammelt hatte, gemeinsam nach 24 Stunden und 19 Minuten Gesamtfahrzeit, die Ziellinie überqueren!!! In der Hoffnung wieder einen hohen Geldgewinn zu bekommen quitierte die PS 3 dann mit einem schwarzen Bild. Absturz nach Zieleinlauf!
War dann wohl doch zu viel Input in so kurzer Zeit für die PS.
Auch bei der anschließenden Siegerehrung haben wir keine Kosten und Mühen gescheut und so wurde sie vom einzig waren „DUFFMAN“ Sebi durchgeführt, so wurden alle Fahrer und Teams für die großartige Leistung gewürdigt und dem Siegerteam einen Wanderpokal überreichte.
„ohu yeeaaa!“
Alles in allem war die Veranstaltung ein super Erfolg und wird auf jeden Fall fortgesetzt. Außer den Teilnehmern vom ersten Rennen, haben sich noch ein paar andere schon mal vormerken lassen.
Da werden wir das nächste Mal wohl mit 5 Teams an den Start gehen. Und dann vielleicht sogar mit dem BMW?!
Vielen Dank nochmal an die Familie Hamann das wir über eine Woche den Partyraum als Motodrom nutzen durften, an alle Helfer, die das Rennen mitorganisiert haben und auch an alle
Teilnehmer, die sich sehr gut benommen und durchgehalten haben!!!
Altenmarkt-Zauchensee / Österreich Historic Ice Trophy - DOXA 6 Stunden von Altenmarkt
Altenmarkt. Die Historic Ice Trophy 2012 im österreichischen Altenmarkt lockte 2012 wieder Fahrer aus sieben Nationen mit ihren historischen Fahrzeugen auf die längste Naturrennstrecke Österreichs.
„Spinnts, ihr?! Da fahren Rennautos!“ Die Stimme des Streckensprechers überschlägt sich fast, als er zwei Langläufer auf der Strecke entdeckt. Schon sprinten drei Streckenposten auf die verdutzten Wintersportler zu und ziehen sie hektisch von der Rennbahn. Nur Sekunden später prescht ein BMW 2002ti an ihnen vorbei und nebelt sie in einer Gischt aus Schnee und Eis ein. Willkommen bei der Historic Ice Trophy in Österreich. Auf einem über zwei Kilometer langen Rundkurs, der auf einer Wiese am Rande der Ortschaft Altenmarkt entstanden ist, kämpfen in diesem Jahr 52 Teams in historischen Fahrzeugen um Rundenzeiten und Positionen.
Schon driften ein Porsche 944 von 1982 und ein VW Käfer 1303 von 1972 über die bis zu zehn Meter breite Bahn. Obwohl es weder um Punkte, noch um eine Siegprämie geht, schenken sich die Fahrer keinen Millimeter. Es erscheint schon etwas befremdlich, die schönen Old- und Youngtimer über eine Eispiste rasen zu sehen. Bei vielen Modellen handelt es sich schließlich um echte Wertanlagen. “Sein Auto im Winter auf Eis und Schnee am Limit zu bewegen, hat für jeden, der Motorsport im Blut hat, einen besonderen Reiz.“, versucht Peter Trippacher, Pilot des 944, aufzuklären. Als auf der Zielgeraden ein Porsche 911 Turbo nach dem aufgehäuften Sprunghügel mit lauten Knall auf das Eis aufschlägt, fügt Trippacher hinzu: “Und es macht wirklich Fun!“
Seit 2004 wird die Historic Ice Trophy sozusagen als „Angrillen“ für die Motorsportsaison am zweiten Wochenende im Januar veranstaltet. “Wir wollten ein Eisrennen schaffen, bei dem keine historischen Fahrzeuge durch Salz beschädigt werden und der Fahrspaß im Vordergrund steht“, gibt der Rennleiter Christian Weitgasser an. Ein British Leyland Mini Clubman fegt am Starthäuschen vorbei. Aus dem offenen Innenraum Johlen die Piloten den Zuschauern zu. „Ich glaub, das ist uns gelungen!“, freut sich Weitgasser.
In fünf unabhängigen Wettbewerben können sich Profis wie Amateure auf der längsten Naturrennstrecke Österreichs messen. Als besonderes Highlight wurde in diesem Jahr erstmals die DOXA 6-Stunden von Altenmarkt ausgefahren. Aber nicht nur den Teams, die unter anderem aus Deutschland, Belgien, Ungarn und Italien angereist sind, auch den Zuschauern hat die Veranstaltung einiges zu bieten. Sie müssen sich eigene Tribünen in die meterhohen Schneewälle rechts und links des Rundkurses graben, um das Renngeschehen verfolgen zu können. Trotz Kälte und Schneetreiben sind die spektakulären Drifts und Sprünge, die die mindestens 20 Jahre alten Wagen von Alfa Romeo bis Trabant auf die Strecke zaubern, ein Publikumsmagnet. Selbst die beiden Langläufer stehen noch auf der richtigen Seite der Absperrung, halten Glühwein in der Hand, und lassen sich von einem Ford Escort ein weiteres Mal in eine Schneewolke einhüllen.
Nürburgring, Maaslingen FHR-Cup-Rennen / Der Klassensieg wird im letzten Saisonrennen zementier
Für einen sollte es das allerletzte sein.
Es stand das 2h Rennen auf dem Nürburgring an, mit Nordschleife und der Grand Prix Strecke mit Kurzanbindung.
Training und Rennen fanden nur am Sonntag statt. Trotzdem wollt ich schon am Freitag zum Ring und so habe ich „Anne“ am Nachmittag von Hans geholt und mich dann am Ring im Fahrerlager mit Andre Sommerberg getroffen, der eigentlich auch erst am Sonntag mit uns zusammen sein Rennen fährt. Man trifft dann natürlich auch noch andere, die man ja meist nur beim Rennen sieht. Da sind z.B. noch Berti und Schröder, die am Freitag schon ihr Training mit ihren 944er hatten. Aber da ich erst spät am Ring ankam waren die schon wieder in ihrer „PENSION“. Es muss da ja echt super sein….! ;-) So sind Andre und ich dann in den legendären Lindenhof gegangen und trafen da auch schon die nächsten Bekannten. Opel Astra-Treter Jockel mit seiner Crew von IGEL MOTORSPORT. Also haben wir mit den Schraubern etwas getrunken. Jockel musste sich zurück halten, da er am Samstag ein Rennen hatte.
Am nächsten Morgen habe ich mich erst mal um die Papier-und Fahrzeugabnahme gekümmert. Außer einem dreckigen Motorraum hatte der Technische Kommissar nix zu beanstanden. Die Box, die wir für das Wochenende gemietet hatten, konnten wir erst ab 16 Uhr beziehen. Zum Zeitvertreib habe ich dann Schröder bei seinem ersten Rennen zugesehen. Leider nicht sehr lange – nach nur ein paar Runden ist er schon mit Kupplungsschaden ausgefallen und so war das Wochenende für beide
Gelaufen. Berti und der Porsche waren für das 2. Rennen gesetzt aber der Schaden ließ sich nicht einfach mit einer Dose WD40 wegspritzen – schon gar nicht in der kurzen Zeit zwischen den Rennen.
Am Nachmittag kam dann Wolfgang zum Ring und baute sein Camp bei den Sommerbergs auf, wo jetzt auch die Familie und Andre‘s Kumpel Atze ankamen. Nachdem Abends Mido und Bex mit dem Admiral am Fahrerlager eintrafen, haben wir alle denn Abend wo verbracht ?! ….genau! - im Lindenhof! Dort hatten wir eine gemütliche Runde bei empfehlenswertem Essen und ein paar Bieren und so ließen wir die Nacht nicht zu lange werden, da wir ja am Nächsten Tag Training und Rennen Fahren mussten.
Morgens halb Sieben. Der Ring schläft noch und ich mache mich auf dem Weg zu unserer Box. Ich wollt noch schnell den Wagen einmal überputzen und nebenbei auf den Anruf von Hans warten damit ich ihm seine Eintrittskarten bringen kann. Da stand er Plötzlich schon hinter mir. Wie macht der das bloß immer? Hans Tochter „Anne“, also die echte, war zum ersten Mal in diesem Jahr mit beim Rennen. Nachdem Wolfgang dann in die Box kam und sich beschwerte, dass ich so früh schon krach gemacht hätte und ihn geweckt habe, machten wir uns für das Training fertig.
Der frühe Vogel fängt halt den Wurm…..- nur manchmal muss man ihn halt wecken! Wolli sollte als erstes im Training fahren, da es in der Nacht schon gefroren hatte und die Strecke, gerade die Nordschleife, noch sehr unberechenbar war. Und so war es dann auch. Als ich das Fahrzeug
übernahm sagte Wolfgang zu mir, dass die Sonne Teile der Strecke abgetrocknet hat, aber in den schattigen Abschnitten sei es immer noch sehr glatt.
Auf der Grand Prix Strecke war der Asphalt fast bestens. Ein wenig trügerisch sogar.
Als ich mit Schwung aus der Mercedes-Arena kam, zog ich gleich nach rechts um mich auf die Ford Kurven vorzubereiten. Mir fielen die vielen Hütchen auf der Strecke auf und ich dachte „Welcher Vollidiot stellt die denn genau in den Weg?!“ Die Erkenntnis trifft mich unvorbereitet: „Wirr fahren ja die Kurzanbindung!“ Da werden die Ford Kurven, Dunlopkehre und Schumacher-S weggelassen und so muss ich also nach rechts abbiegen und nicht nach links. Als ich mit der völlig falschen Linie in die Kurve einbiege guckten die Streckenposten auch nur Kopfschüttelnd und ihre unverwüstliche Rennerfahrung lässt sie sich schaudernd Fragen, wie man eine Rechtskurve nur rechts anfahren kann. Vielleicht sollte ich in Zukunft mit Navi über den Ring fahren um über die aktuelle Streckenführung und Boxeneinfahrten GENAUESTENS, um in der Sprache der coolen Kids von heute zu bleiben, MEGA- informiert zu sein.
Dann ging es auf die Nordschleife und gleich im Hatzenbach war es auch schön glatt. Die sonnigen Abschnitte schmiegten sich passable an die Pellen, aber sobald noch Schatten über der Strecke lag, war die Nässe noch gefroren und der Escort fing sofort zu rutschen an. So merkte ich schnell, dass es hier nix zu holen gab, da ich Wolfgangs Zeit eh „noch“ nicht schlagen kann, fuhr ich vorsichtig meine
zwei Runden und lernte die Nordschleife wieder von einer ihrer unzähligen Seiten kennen. Nur wer ankommt, kommt auch in die Wertung. Einige Fahrer schienen schon wieder um ihr Leben zu fahren und gaben richtig Gas. Von einem Boxen Kollegen hörte ich nach dem Training, dass ihn ein BMW übereifrig überholte und direkt in die Leitplanke rutschte. So kann es also auch gehen.
Dann bereiteten wir uns auf das Rennen vor und da die Sonne den ganzen Tag schien, wurd auch die Vorfreude auf das Rennen immer größer.
Mittags wurden wir mal wieder daran erinnert, dass Motorsport auch unschöne Seiten hat. Der Moto GP Fahrer Marco Simoncelli verunglückte beim Rennen in Sepang tödlich.
Als Startfahrer wird Wolfgang vom Teamchef bestimmt, da er ja die Boxeneinfahrt 100%ig kennt. Also habe ich dann Wolfgang zum Vorstart begleitet, wo die Marshalls dieses Mal mit der Aufstellung etwas überfordert waren: Sie schienen die letzten Fahrzeuge willkürlich für die Einführungsrunde einzuordnen. Naja, irgendwas ist ja immer. So ging das Rennen dann los und Wolli fuhr wie gewohnt souverän ein Super Rennen. An der Boxenmauer verfolgten Teamchef Hans, Tochter Anne, Mido und Bex das Rennen, während ich mich mit der Kamera bewaffnet irgendwie versuchte ein paar Aufnahmen von dem Drumherum zu machen. Kurz vor der Halbzeit bereitete ich mich dann schon etwas nervös auf den Wechsel vor. Bei mir stand dann auch Björn Sommerberg der versprach beim Boxenstopp zu helfen, sobald er bei seinem Cousin Andre geholfen habe. Wir waren aber genug Leute als Wolfgang dann rein kam. Während er mir beim Anschnallen half, sagte er noch, dass die ganze Strecke frei von Eis sei, ich aber trotzdem aufpassen sollte. Es ist immer noch die Nordschleife und da können überall schnell neue Gefahren auftauchen.
Während Hans die Zeit stoppt, denn wir müssen mindestens 60 sec. stehen, guckt er auch gleich nach dem Öl, Mido wechselte bei der On-Board Cam den Akku (zum ersten Mal haben wir das ganze Rennen On-board aufgenommen) und Bex half wo er gebraucht wurde. So kam ein super Boxenstopp zu Stande und schon ging sie los
die Wilde Fahrt. Ich konnte gleich richtig Gas geben und habe sogar die Kurzanbindung berücksichtigt. Die Nordschleife war, wie sie der Wolli beschrieben hatte, einfach nur Geil!!! Das ist wie Achterbahn fahren, nur dass man selber Steuern muss. Nach dem Adenauer Forst standen auch schon die ersten verletzten Autos am Streckenrand und am Klostertal kam dann der Schreck für mich.
Der BMW von den Sommerbergs stand auf dem rechten Grünstreifen in Fahrtrichtung, das Heck rechts und links leicht eingedrückt. Neben ihm ein Staffelfahrzeug auf der Strecke. Ich gehe
etwas vom Gas, denn es wird Gelb geschwenkt und Dreck liegt auf der Fahrbahn. Als ich dann an dem Servicefahrzeug vorbei war, konnte ich das ganze Elend sehen. Josef hatte mit dem BMW vorne
links einen harten Einschlag, so dass das Rad eingeklemmt schien. Er kam wohl beim Zweikampf mit einem anderen Teilnehmer von der Strecke ab, erzählt er später. Nach der kurzen Schrecksekunde trete ich das rechte Pedal schon wieder gen Bodenblech. Während ich in der ersten Runde keinen würdigen Gegner für mich finde konnte, sehe ich andere, stärkere Teilnehmer nur kurz im Rückspiegel und dann an mir vorbei fliegen. In der zweiten Runde an der Einfahrt zur Nordschleife dann mein erster „Gegner“: Ein R5, der sich aber ergibt und mich vorbeilässt. Mist, so will ich das aber auch nicht. Kurz vor dem Karussell laufe ich auf einen kleinen Porsche auf. Es müsste ein 912er sein. Der gibt sich nicht so leicht geschlagen und versucht gegen zu halten. Welcher Porsche will sich auch schon vom 1300er Escort verblasen lassen. Aba watt mutt, datt mutt! Kurz vorm Brünnchen kann er nicht mehr gegenhalten und ich komme vorbei. Super geil, so macht das Spaß. Und da habe ich auch gleich schon den nächsten vor mir. Schon wieder ein Porsche.“ Hier muss irgendwo ein Nest sein!“. Ich versuche an dem 924er dran zu bleiben. im Bereich Pflanzgaten sehe ich im Rückspiegel einen Simca anfliegen. Ich denke:“Na gut, nach der nächsten Rechts kann er ja vorbei fahren…“ und lenke ein. Da bekomme ich hinten rechts einen Schups! “ Da hat die *piiieeep* mich gerammt!“
Ich kann Anne aber ohne Probleme auf Kurs halten denke im selben Augenblick, in Erinnerung meiner StockCar-Vergangenheit: „Ey, den Sport mache ich nicht mehr…!“ Egal, ich bleibe weiter am 924 dran. Selbst auf der Döttinger Höhe konnte der Porsche unsere tapfere „Anne“ nicht abhängen und auf der Start/Ziel-Geraden hatte Sie dann endlich die Nase voll, holte einmal tief Luft und zog am Porsche vorbei! Yeehaw!!! In der nächsten Runde bemerke ich, dass die Öltemperatur etwas
Hoch ist und schalte von da an früher. Später sagte Hans, dass das normal ist und ich ruhig hätte normal weiter fahren können.
Hin und wieder sieht man verunfallte Fahrzeuge neben der Strecke oder Dreck auf ihr und wird daran erinnert, wie heimtückisch der Nürburgring sein kann.
Die letzten Runden verlaufen ohne Probleme und ich kann bei schönstem Wetter die Saison an der Ziellinie mit einem kräftigen YEEHAW beenden.
Nach dem Zieleinlauf wurden wir gleich direkt ins Fahrerlager geleitet. Da kam plötzlich ein Streckenposten auf mich zu: „ Hey, ihr seid doch da vorne in der Box?! Kann ich gleich Autogramme von euch haben?!“ „Ja klar“!
Hans, Wolfgang, Mido, Bex und Anne hatten schon alle Sachen eingepackt und wir sind dann in unsere Campingecke gegangen, wo die Sommerbergs immer noch auf ihren verunfallten BMW warteten. Während Streckenposten Markus B. seine Autogramme bekam, wir uns über unsere Saison und ein tolles Rennen freuten, kam dann auch der Abschleppwagen mit dem BMW. Eine kurze Schadensbegutachtung machte klar, dass es wohl das allerletzte Rennen für den BMW gewesen ist. Das wichtigste aber war, dass es dem Josef gut ging. Bis auf ein paar blauen Flecken war ihm nicht passiert. Soweit ich weiß haben die Sommerbergs gleich ein paar Tage nach dem Rennen mit dem Bau des neuen BMW begonnen und ihn vielleicht schneller fertig als ich diesen Bericht. Die kleine Beule an „Anne“ von dem Rempler im Pflanzgarten sieht man übrigens kaum. War also nicht so schlimm wie erst gedacht. Und so können wir zufrieden nach Hause fahren und auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken.
Dabei möchte ich mich noch bei allen Beteiligten bedanken die mich auf den Rennstrecken unterstützt haben wie:
Hans, Wolfgang, Bex, Mido, Andreas, Anne und “Anne”, Wilhelm, Otto, Manni, Andre, Björn und Berti.
Natürlich bedanke ich mich auch bei allen, die mich neben der Rennstrecke unterstütz haben!
Und nicht zu vergessen unser Blogmaster Arne, der diese Seite ins Leben gerufen hat und unzählige Stunden opfert um Berichte, Bilder und Videos zu bearbeiten.
VIELEN DANK an alle und dass wir weiter einfach eine GEIE ZEIT erleben!!!